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Paranormaler Preisverfall: Diese Spukhäuser waren einmal über eine Million Dollar wert

Angelika Zahn
Freie Journalistin

In ihnen geschahen schreckliche Morde und ungeklärte Todesfälle: Diesen Immobilien in den USA sagt man nach, dass seltsame Dinge in ihnen vorgehen. Das wirkt sich entscheidend auf den Wert der Häuser aus

Ein Spukhaus will man vielleicht aus Spaß besichtigen, doch abergläubische Amerikaner wollen selten darin leben (Symbolbild: Getty Images)

Eine der klassischen Horrorfilm-Handlungen: Naive Leute glauben, ein unglaubliches Angebot für ein neues Zuhause entdeckt zu haben, nur um später festzustellen, dass der Ort von Geistern heimgesucht wird. Doch was, wenn das im wirklichen Leben passieren würde?

In den tendenziell abergläubischen USA gibt es mehrere solcher Spukhäuser, die aufgrund ihres unheimlichen Rufs wertvoller werden. Manche mutieren sogar zur Touristenattraktionen, die Fans aus der ganzen Welt an ihre Türen locken. Doch in den meisten Fällen werden solche Immobilien erst nach drastischen Preissenkungen verkauft.

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“MSN” hat mithilfe der Immobilienplattform Zillow Records ermittelt, wie sich berühmte Spukhäuser in Sachen Kaufpreis entwickeln. Jedes der Objekte war zu einem gewissen Zeitpunk mehr als 1 Million Dollar (umgerechnet rund 911.000 Euro) wert. Heute bekäme man nur noch einen Bruchteil dafür, aufgrund des veränderten Immobilienmarktes, des Verfalls – aber auch wegen der paranomalen Ereignisse, die potentielle Käufer abschrecken.

Diese fünf Spukhäuser sind vom Preisverfall besonders stark betroffen:

Amityville-Horrorhaus, Long Island, New York

Das durch diverse Filme berühmt gewordene Amityville Haus (Bild: Getty Images)

In der Nacht zum 13. November 1974 ermordete der 23-jährige Ronald J. DeFeo Jr. seine gesamte, sechsköpfige Familie, während sie schlief. Bereits ein Jahr nach dem Massenmord wurde das Haus für schlappe 80.000 US-Dollar verkauft. Doch schon nach 28 Tagen verließen die neuen Eigentümer das im Volksmund Amityville-Horrorhaus genannte Gebäude fluchtartig: Sie berichteten von seltsamen Gerüchen, grünem Schleim, der aus den Wänden und Schlüssellöchern sickerte, und eiskalten Stellen, die im ganzen Haus auftraten.

George Lutz, Stiefvater der neu eingezogenen Familie, berichtete auch, dass er jeden Abend um 3:15 Uhr aufwachte – ungefähr zu der Zeit, als DeFeo die Morde verübte. Am furchteinflößendsten sei aber gewesen, als dessen Ehefrau Kathy und die Söhne Daniel und Christopher einmal über ihren Betten schwebten.

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Obwohl das Haus renoviert und umgestaltet wurde, zieht es nach wie vor Horrorfans magisch an: Es wurde wiederholt als einer der am meisten frequentierten Orte in Amerika bezeichnet. 2010 war es für 1,15 Millionen US-Dollar auf dem Immobilienmarkt und wurde schließlich für 950.000 US-Dollar verkauft. Bei einem weiteren Besitzerwechsel im Jahr 2017 brachte es dann nur noch 605.000 US-Dollar ein.

Charming Forge Mansion, Womelsdorf, Alaska

Das 1784 erbaute und 1994 restaurierte Herrenhaus im georgianischen Stil verfügt über sieben Schlafzimmer, vier Badezimmer, sieben funktionierende offene Kamine sowie originale Details und Holzarbeiten aus der Kolonialzeit. Und es ist das perfekte Zuhause für Leute, die den Nervenkitzel suchen: Es war Schauplatz zahlreicher paranormaler Ereignisse.

Gerüchten zufolge hört man dort eine Frau im Flur weinen, ein Mann geht im Hinterhof um und verschiedene Geräusche lassen auf deutsche Kriegsgefangene aus der Zeit der amerikanischen Revolution schließen.

Im Jahr 2009 wurde das Herrenhaus für 2,5 Millionen US-Dollar ausgeschrieben, verkauft wurde es aber nie. Heute wird sein Wert auf gerade einmal noch 695.000 US-Dollar geschätzt.

Franklin Castle, Cleveland, Ohio

Franklin Castle in Cleveland gilt als einer der meistbesuchten Orte in Ohio und hat eine echt gruselige Geschichte. In dem in den 1880er Jahren vom Bankkaufmann Hannes Tiedemann im viktorianischen Stil erbauten Haus starben unter anderem seine 15-jährige Tochter, seine Mutter, seine Frau und drei weitere seiner Kleinkinder.

Nach dem Tod Tiedemanns im Jahr 1908 war in Franklin Castle jahrelang ein deutsches Kulturzentrum und Stützpunkt der Deutschen Sozialistischen Partei untergebracht. Doch erst in den 1960er Jahren tauchten Stories über paranormale Aktivitäten auf: Besucher hatten behauptet, sie hätten Stromstöße erlebt, Babys weinen gehört und sogar eine mysteriöse Frau gesehen, die aus schwarzem Dampf aufgetaucht sei.

Zu den möglichen Gründen für die Erscheinungen kursieren die abstrusesten Gerüchte: Von Massenerschießungen durch die Nazis im Keller des Hauses ist die Rede. Und davon, dass der ursprüngliche Besitzer Tiedemann seine uneheliche Tochter in dem Gebäude erhängt hätte und seine Geliebte mit einer Axt getötet hätte. Belegt ist davon allerdings nichts.

Anfang 1984 erwarb Michael DeVinko, ein Schauspieler und der letzte Ehemann von Judy Garland, Franklin Castle. Berichten zufolge investierte er fast eine Million US-Dollar in die Renovierung von Franklin Castle. Im Laufe der Jahre kam es jedoch zu mehreren Bränden, die das Haus beschädigten. Im Jahr 2011 wurde es nur für 260.000 US-Dollar verkauft. Heute steht das Haus angeblich leer.

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Sallie House, Atchison, Kansas

Auch die Residenz in der Kleinstadt Atchison in Kanson hat ein paranormalen Ruf. Ursprünglich diente das Gebäude um die Wende zum 20. Jahrhundert einem Arzt als Praxis. Der Legende nach wurde ein sechsjähriges Mädchen dorthin gebracht, von dem vermutet wird, dass es an einer Blinddarmentzündung litt.

Der Arzt soll das Kind operiert haben, bevor die Narkose wirkte. Es starb auf dem OP-Tisch und ihr Geist spukt angeblich immer noch durchs Haus: Berichten zufolge traten auf den Körpern der Besucher merkwürdige Kratzer auf, Gegenstände bewegten sich wie von Geisterhand, es kam zu ungeklärten Bränden und im ehemaligen Operationssaal traten eisige Stellen auf.

Im Februar 2016 wurde es für 1 Million US-Dollar gelistet. Doch schon im August desselben Jahres war der Angebotspreis auf 499.900 US-Dollar gefallen. Seit November 2017 steht die Villa mit drei Schlafzimmern und zwei Bädern nicht mehr zum Verkauf.

LaLaurie-Villa, New Orleans, Louisana

LaLaurie-Villa, New Orleans, Louisana (Bild: ddpimages)

Die im 19. Jahrhundert erbaute LaLaurie Mansion in der Royal Street 1140 in New Orleans verfügt über sechs Schlafzimmer, sieben Badezimmer – und eine schreckliche Geschichte. Im Jahr 1832 zog Madame Delphine LaLaurie in das Herrenhaus. Viele opulente Partys wurden in die Residenz geschmissen, und LaLaurie wurde zum Mittelpunkt der High Society von New Orleans.

Als 1834 in der Residenz ein Feuer ausbrach, entdeckten Feuerwehrleute, die versuchten, das Feuer einzudämmen, angeblich sieben schrecklich verstümmelte Sklaven, die wohl über längere Zeit in dem Haus eingesperrt gewesen waren. Daraufhin zerstörte ein wütender Mob alles, was ihm im Haus in die Hände kam. Die Herrin flüchtete daraufhin nach Paris und kehrte nie mehr zurück.

Noch heute wird das Haus bei Geistertouren für Touristen gezeigt, da darüber spekuliert wird, dass die Seelen der missbrauchten Sklaven das Gebäude heimsuchen. Persönlich davon überzeugen darf sich aber niemand: Es ist nicht gestattet, das Gebäude zu betreten, da es in privatem Besitz ist.

Der Immobilienmarktplatz Zillow schätzt die Liegenschaft jetzt auf schätzungsweise 854.321 US-Dollar. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 lag der Verkaufspreis bei 2,1 Millionen US-Dollar.