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Preissteigerungen wegen Corona: Wofür Verbraucher nun mehr bezahlen

Sandra Alter
Freiberufliche Journalistin

Die Corona-Krise hat enorme Auswirkungen auf fast alle Wirtschaftsbereiche. Preissteigerungen bei vielen Waren sind die Folge. Wofür Verbraucher nun mehr bezahlen.

(Bild: Getty)

Die Corona-Pandemie wirbelt Wirtschaftszweige auf der ganzen Welt gehörig durcheinander. Viele Betriebe mussten komplett schließen und  bangen deshalb um ihre Existenz, mancher steht derzeit schon vor dem Aus.

Doch einige Bereiche haben von der Krise profitiert. Im Onlinehandel etwa erlebten die Lebensmittelhändler einen echten Boom, bei den Online-Apotheken stiegen die Umsätze um fast 90 Prozent und auch Drogerie sowie Tierbedarf legten kräftig zu. Im stationären Handel gehören Lebensmittel und Apotheken ebenfalls zu den Gewinnern der Krise.

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Die Verschiebungen bei Angebot und Nachfrage sowie Lieferengpässe sorgten bei vielen Waren für Preiserhöhungen. Dass es extreme Preissteigerungen bei Hygieneartikeln gab, ist hinlänglich bekannt. Apotheke adhoc, das größte Fachportal für den Pharma- und Apothekenmarkt, ließ eine Marktanalyse zu stark nachgefragten Artikeln durchführen.

Demnach sind die Preise für Desinfektionsmittel bei Amazon seit Ausbruch des Coronavirus um bis zu 44,5 Prozent gestiegen. Einweg-Mundschutzmasken im 50-er-Pack legten zeitweise um 87,4 Prozent zu.

Auch bei Obst und Gemüse müssen Verbraucher wegen der Corona-Krise sehr viel tiefer in die Tasche greifen. Laut Statistischem Bundesamt kostete frisches Obst im April 13 Prozent mehr, als im Vorjahreszeitraum.

Bei frischem Gemüse lag die Verteuerung bei 12 Prozent. Ausgenommen davon sind Kartoffeln, die etwa um sieben Prozent günstiger zu haben sind. Wegen des Lockdowns bleiben die Kartoffelbauern auf ihrer Ware sitzen.

Bestimmte Gemüsesorten mehr als 60 Prozent teurer

Schaut man sich jedoch konkrete Gemüsesorten an, liegt der Preisanstieg teilweise sehr viel höher. Wie Businessinsider berichtet, verteuerten sich laut einer Datenerhebung der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) im April bestimmte Gemüsesorten sogar um mehr als 60 Prozent. Für Kopfsalat zahlten Kunden demnach bis zu 33 Prozent mehr, die Preise für Paprika stiegen um bis zu 46 Prozent, für Spargel um 38 Prozent und Brokkoli um 62 Prozent. Blumenkohl war um 69 Prozent teurer.

„Vor allem sind die Lebensmittel gestiegen, die sehr stark mit Saison-Arbeitskräften geerntet werden. Und Saison-Arbeitskräfte sind wegen der Corona-Krise entweder erst gar nicht angereist oder aus Panik abgereist“, so Hans Christoph Behr von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft gegenüber RTL News.

Laut Angaben vom Bundeslandwirtschaftsministerium fehlten Ende März 300.000 Erntehelfer. Die Lage besserte sich bis Mai nur unzureichend. Nur 30.000 Erntehelfer sind bisher eingetroffen.

Der Preisanstieg beim Schweinefleisch liegt laut Behr jedoch nicht an der Corona-Krise, sondern sei der afrikanischen Schweinepest geschuldet, die derzeit in China grassiert. Dadurch müsse China stärker importieren, wodurch die Schweinefleischpreise in Europa gestiegen seien.

Mit Preisrückgängen bei frischem Gemüse rechnet der Experte derzeit nicht: „Alles Gemüse, was von Hand geerntet werden muss, wird wahrscheinlich etwas teurer sein.“

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