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Prag bestellt nach Flugzeug-Umleitung belarussischen Botschafter ein

·Lesedauer: 1 Min.

PRAG (dpa-AFX) - Nach der erzwungenen Landung eines Linienflugs in Minsk hat Tschechien den belarussischen Botschafter ins Außenministerium in Prag einbestellt. Man habe gegen dieses Vorgehen entschieden protestiert und die sofortige Freilassung des Journalisten Roman Protassewitsch und seiner Freundin gefordert, teilte eine Sprecherin am Montag mit. Dieser Verstoß gegen internationales Recht werde nicht ohne Antwort bleiben. Das Leben der Passagiere und der Besatzung seien gefährdet worden.

Behörden in der autoritär regierten Republik Belarus hatten das Flugzeug auf dem Weg von Athen nach Vilnius (Litauen) umgeleitet und zur Landung gezwungen. An Bord war auch der vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko international gesuchte Blogger Roman Protassewitsch, der in Minsk festgenommen wurde.

Belarus (Weißrussland) gilt als engster Verbündeter Russlands. Die Beziehungen zwischen Prag und Moskau sind äußerst angespannt. Tschechien hatte Russland jüngst für Explosionen in einem Munitionslager mit zwei Toten im Jahr 2014 verantwortlich gemacht. Der Kreml bestritt dies vehement. Beide Länder wiesen gegenseitig Diplomaten aus. Zudem setzte Moskau Tschechien auf eine Liste sogenannter "unfreundlicher Staaten".