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Präsident des Bundesamts lehnt längere Laufzeiten für Atomkraftwerke ab

·Lesedauer: 1 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Der Präsident des Bundesamts für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE), Wolfram König, lehnt längere Laufzeiten für die noch verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland entschieden ab. "Die Debatte um etwaige Laufzeitverlängerungen von den letzten Atomkraftwerken in Deutschland hilft in keinerlei Richtung bei der notwendigen Transformation der Energieversorgung", sagte König der Deutschen Presse-Agentur.

Die Diskussion über längere Laufzeiten für Atommeiler befinde sich mittlerweile auf einer Ebene, die "völlig losgelöst" sei von den "technischen, genehmigungsrechtlichen und politischen Realitäten", erklärte König, dessen Behörde hierzulande unter anderem die Aufsicht über den Umgang mit hochradioaktiven Abfällen hat.

In den vergangenen Tagen hatte es immer wieder Diskussionen über eine mögliche Rückbesinnung auf die Atomenergie als Energie der Zukunft gegeben. Unter anderem hatte sich der frühere Vorstandsvorsitzende des Chemiekonzerns BASF, Jürgen Hambrecht, für eine Laufzeitverlängerung der sechs verbliebenen deutschen Atomkraftwerke ausgesprochen. Die geschäftsführende Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) erteilte solchen Forderungen eine klare Absage.

Auch König betonte, dass ein Wiederaufleben der Kernenergie Probleme auf mehreren Ebenen mit sich bringen würde. 60 Jahre nach Einstieg in die Atomkraft sei etwa die Endlagerung der hochgefährlichen Abfälle "immer noch weltweit unbeantwortet", sagte er. Die Suche nach einem sicheren Endlager "stünde wieder auf dem Spiel", wenn Deutschland nun Abstand von dem für Ende 2022 festgelegten Atomausstieg nehmen würde.

Auch die aktuellen Überlegungen der EU-Kommission, Investitionen in Atomenergie als nachhaltig einzustufen, sieht der BASE-Chef kritisch. "Atomkraft ist nicht nachhaltig. Sie hinterlässt hochgefährliche Abfälle, für die Generationen die Lasten tragen müssen", sagte er. Erneuerbare Energien seien wesentlich wirtschaftlicher. "Der Weg in eine nachhaltige Zukunft führt jedenfalls nicht über die Wiederholung der Fehler der Vergangenheit."

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