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Post und Verdi einigen sich auf Lohnerhöhung von fünf Prozent

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Nach mehreren Warnstreiks haben sich die Deutsche Post und die Gewerkschaft Verdi auf eine Lohnerhöhung für die 140.000 Tarifbeschäftigten geeinigt.

Ursprünglich haben die Mitarbeiter 5,5 Prozent mehr Lohn von der Konzernspitze gefordert. Foto: dpa
Ursprünglich haben die Mitarbeiter 5,5 Prozent mehr Lohn von der Konzernspitze gefordert. Foto: dpa

Die 140.000 Tarifbeschäftigten der Deutschen Post können mitten in der Coronakrise auf mehr Geld setzen. Der Konzern und die Gewerkschaft Verdi verständigten sich am Mittwoch in der dritten Verhandlungsrunde auf eine Tarifvereinbarung. Die Verdi-Konzerntarifkommission hat das Ergebnis einstimmig angenommen.

Wie die Gewerkschaft am Nachmittag mitteilte, steigen die Entgelte in zwei Stufen um insgesamt fünf Prozent. Das Tarifergebnis sieht eine Lohnerhöhung von drei Prozent zum 1. Januar 2021 und weiteren zwei Prozent zum 1. Januar 2022 vor. Der Tarifvertrag hat eine Laufzeit von 28 Monaten bis Ende 2022.

Ursprünglich hatte Verdi eine lineare Erhöhung der Löhne um 5,5 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten gefordert und dies mit Warnstreiks unterstrichen. Vizechefin und Verhandlungsführerin Andrea Kocsis sprach aber von einem „guten Verhandlungsergebnis“, das den Beschäftigten eine nachhaltige Lohnerhöhung, Sicherheit und Perspektive bringe.

„Wir haben nach intensiven Gesprächen mit Verdi eine Tarifeinigung erreicht, so dass die Verhandlungen heute Vormittag beendet werden konnten“, bilanzierte ein Sprecher der Post. Die Beschäftigten der Post- und Paketsparte Deutschland stellen jeden Werktag im Mittel rund 55 Millionen Briefe und rund 5,2 Millionen Pakete zu.

Während das Brief-Geschäft unter der Konkurrenz der E-Mail leidet, boomt das Paket-Geschäft - und hat durch die Corona-Pandemie einen weiteren Schub bekommen. Wie sonst nur zu Weihnachten bestellten die Menschen im Frühjahr dem Konzern zufolge im Internet ihre Waren, die Post lieferte aus.

Im zweiten Quartal war der operative Ertrag (Ebit) des Konzerns auch deshalb um knapp 20 Prozent gestiegen, im Gesamtjahr sollen Brief und Paket in Deutschland ein Ebit von rund 1,5 Milliarden Euro einfahren. Die Mitarbeiter wurden bereits mit einem Bonus von 300 Euro per Person für ihren Einsatz in der Corona-Krise belohnt. Nun können sie auf mehr Geld aus der Tarifrunde setzen.

Die Vergütungen für auszubildende und dual Studierende steigen zum 1. Januar 2021 um 50 Euro monatlich, zum 1. Januar 2022 erhöhen sie sich um weitere 40 Euro. Beide Seiten einigten sich zudem darauf, die bestehende Wahloption für Beschäftigte, Lohnerhöhungen in Freizeit umzuwandeln, auf bis zu 202 Stunden im Kalenderjahr zu erweitern. Außerdem wird der Schutz vor der Fremdvergabe von Zustellbezirken um ein Jahr bis Ende 2021 verlängert.

Post und Gewerkschaft hatten sich zuletzt im Frühjahr 2018 auf einen neuen Tarifvertrag geeinigt. Dieser hatte eine Lohnerhöhung in Schritten von drei Prozent und von weiteren 2,1 Prozent festgeschrieben.