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Auch Porsche trifft der Mangel an Halbleitern: Für einzelne Ausstattungsoptionen fehlen nun die Chips

·Lesedauer: 3 Min.
Cockpit des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Executive: Halbleiter-Bauteile in Hülle und Fülle. Foto: Porsche
Cockpit des Porsche Panamera Turbo S E-Hybrid Executive: Halbleiter-Bauteile in Hülle und Fülle. Foto: Porsche

Autohersteller schöpfen gern aus dem Vollen. Bei Halbleitern erst recht. Ohne filigrane Chips und komplexe Platinen kann kaum noch ein Neuwagen vom Band rollen.

Ford in Deutschland bekommt das gerade schmerzlich zu spüren. Die globale Knappheit bei speziellen Halbleitern zwingt das Kölner Unternehmen nun zu Produktionsstopps. Auch BMW und Daimler macht der Chipmangel schwer zu schaffen, wie Business Insider berichtet hat.

Ein Autobauer allerdings fährt vergleichsweise flott durch die Krise. Es ist ja auch ein Sportwagenbauer. Mit Namen Porsche. Die traditionsreiche Tochter des Wolfsburger VW-Konzerns steht für margenstarke Modelle wie Taycan oder Panamera sowie die PS-Ikone 911.

„Eine deutliche Verknappung von Halbleiterkapazitäten sorgt weltweit in vielen Branchen für Engpässe in der Produktion“, erklärte das Unternehmen jüngst auf Anfrage von Business Insider. Man denke hierbei doch nur mal an die Unterhaltungselektronik, Computerindustrie oder Telekomzunft.

Doch auch verschiedene Teile und Ausstattungen in Porsche-Fahrzeugen sollen vom Halbleiterengpass betroffen sein, wie Business Insider erfahren hat. Etwa die elektrische Lenksäulenverstellung: Einzelne Fahrzeuge liefert Porsche – das ist aus verlässlichen Quellen im Handel zu vernehmen – vorübergehend mit mechanischer anstelle der elektrisch motorisierten Lenksäulenverstellung aus. Letztere wird kostenfrei nachgerüstet, sobald die für das Bauteil erforderlichen Chips wieder verfügbar sind.

Seit dem 29. April ruht die Produktion im VW-Werk im slowakischen Bratislava, wo unter anderem Porsches schwerer Geländewagen Cayenne entsteht. Porsche selbst hatte vom 12. bis 18. April die Fertigung des gefragten Kompakt-SUV Macan in seiner Leipziger Fabrik drosseln müssen.

Die Gründe für derlei Abweichungen vom geplanten Montage-Programm können vielfältig sein – und die Folgen horrend. Der japanische Autobauer Nissan Motor etwa befürchtet, dass er wegen fehlender Halbleiter im Zeitraum März bis September dieses Jahres eine halbe Million Fahrzeuge nicht herstellen kann. Der Hauptgrund dahinter wiederum, so Ashwani Gupta, Nissans Chief Operating Officer: Ein Großbrand im Mikrochipwerk des japanischen Zulieferers Renesas Electronics.

Hinzu kommt, dass tagelang der Containerriese „Ever Given“ im Suezkanal die Seefrachtroute zwischen Asien und Europa blockiert hatte. Dadurch lagen auch viele Schiffe mit den dringend benötigten Elektronikteilen im nahöstlichen Nadelöhr fest. Und in der Chipnation Taiwan wird durch eine anhaltende Dürre das für auch für die Halbleiterproduktion eminent wichtige Wasser immer knapper.

Er habe „eine solche Aneinanderreihung von Ereignissen in meiner gesamten 47-jährigen Berufslaufbahn noch nie erlebt“, sagte Porsches Beschaffungs-Vorstand Uwe-Karsten Städter vor Kurzem im Gespräch mit einem Fachblatt für industrielles Sourcing.

„Porsche beobachtet die Lage aufmerksam und bewertet sie täglich neu“, so eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage von Business Insider. „Seit Bekanntwerden des Engpasses arbeiten wir in Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Konzern kontinuierlich und mit Hochdruck daran, Einschränkungen so gering wie möglich zu halten und Auswirkungen sowie eventuelle Verzögerungen zu minimieren.“

Doch zaubern kann selbst Porsche nicht. Insider des hoch spezialisierten Sportwagengeschäfts munkeln, dass einige Porsche-Neuwagen aktuell zwischengeparkt werden müssen. „Sozusagen mit Steuergeräte-Dummies“, wie es ein Informant ausdrückt, „also mit Platzhaltern für die fehlenden Platinen und entsprechenden Bauteile.“

Sicher ist, dass rund um die Chip-Krise keine schnelle Entwarnung erfolgen kann: „Aktuell gehen wir davon aus, dass die Versorgung mit Chips in den kommenden Wochen angespannt bleiben wird“, so die Porsche-Sprecherin.

Aber perspektivisch gibt es Hoffnung: „Wir erwarten im zweiten Halbjahr für die Halbleiterversorgung eine Verbesserung“, lässt Porsche wissen.

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