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Porsche und teure Uhren ausverkauft: Wie reiche Chinesen jetzt Luxusartikel leer kaufen und die Börsenkurse in die Höhe treiben

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Die Huaihai Road ist die bekannteste Shoppingmeile in Schanghai.
Die Huaihai Road ist die bekannteste Shoppingmeile in Schanghai.

Im Reich der Mitte wird die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer — nahezu die Hälfte der 500 Neumilliardäre des vergangenen Jahres kommen aus China. Schätzungen sagen vorher, dass die Zahl der aktuell zwei Millionen „High Net Worth Individuals“— mit einem Vermögen von mindestens 1,3 Millionen ohne Immobilien — bis 2025 sogar auf 5 Millionen steigen wird. Diese Entwicklung hat direkte Folgen auf das Wirtschaftsgesehen in China, was sich besonders auf dem Luxusmarkt bemerkbar macht, und somit auch auf die Börse, wie die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ berichtet.

Trotz Pandemie erlebt die internationale Luxusgüterindustrie ein Hoch auf der Börse. Stark beeinflusst wird diese Entwicklung durch den Luxuskaufwahn reicher Chinesen — in China sind viele Luxusgüter wie Porsche ausverkauft oder nur noch schwer zu bekommen. Dank der Kaufkraft chinesischer Kunden sind die Aktienkurse vieler Hersteller von Luxusgütern enorm gestiegen. So kletterte der Aktienkurs des Pariser Konglomerats LVMH seit März des vergangenen Jahres von 338 auf 657 Euro und Hermes verzeichnete in demselben Zeitraum einen Anstieg von 628 auf 1254 Euro. Und Hersteller, die keinen derart drastischen Anstieg verzeichneten, erreichten zumindest wieder ihr Kursniveau von vor der Krise, darunter Hugo Boss, Ralph Lauren, Prada und weitere.

Letzte Woche verkündete das Nationale Statistikamt in Peking einen Wirtschaftsanstieg um 12,7 Prozent in der ersten Jahreshälfte im Vergleich zum Vorjahr. Da die Chinesen aufgrund der Pandemie aktuell weniger ins Ausland reisen, ist außerdem damit zu rechnen, dass der chinesische Anteil beim Absatz der internationalen Luxusgüterindustrie weit über die derzeit 30 Prozent steigen wird. Die Kauffreude der chinesischen Obersicht ist der „Wachstumsmotor der Luxuswelt“.

Die einen sind zu reich für herkömmliche Marken, die anderen zu arm

Die ungleiche Klassengesellschaft auf dem Konsumentenmarkt in China könnte sich allerdings negativ auf die herkömmliche Markenlandschaft auswirken. Während die Oberschicht trotz Pandemie immer mehr verdient, hat die Unterschicht mit stagnierenden oder sinkenden Gehältern zu kämpfen. Sie geben ihr Geld vermehrt für Billigprodukte aus, statt Markenware von Kleiderketten wie Zara und H&M zu kaufen. Daher verwundert es nicht, dass der Aktienkurs der Zara-Mutter Inditex sogar unter ihrem Kursniveau von vor der Pandemie liegt.

Die Folge: Chinas Wirtschaft spaltet sich in zwei völlig unterschiedliche Märkte. Auch in der Autobranche hat diese Entwicklung ihre Auswirkungen. BMW, Audi und Daimler verzeichnen Absatzrekorde auf dem chinesischen Markt, da sie auch Luxusfahrzeuge anbieten. VW dagegen hat es schwer, kämpft mit sinkenden Verkaufszahlen und lieferte im ersten Halbjahr gerade einmal 1,33 Millionen Fahrzeuge an den chinesischen Markt. Mit fehlendem Luxusauto-Branding erreicht VW keine Zielgruppe mehr — die einen sind zu reich, die anderen zu arm.

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