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Popstars und Verschwörungstheorie: Nicht auch noch Robbie!

Der Verschwörungstheorie der QAnon-Bewegung folgen bereits erstaunlich viele Prominente. Nun schließt sich ihnen auch noch Ex-”Take That” Sänger Robbie Williams an.

Gestatten, Williams, Verschwörungstheoretiker. (Bild: Wendell Teodoro/Getty Images)

Neben kreativen Maskenideen und schönen Reisetipps für die Umgebung florieren in der Corona-Pandemie auch alle möglichen Verschwörungstheorien bestens. Besonders beliebt ist die Aufdeckung einer Geheimorganisation berühmter Menschen durch QAnon. Zusammengefasst glauben die Anhänger dieser Verschwörungstheorie, dass eine Elite in geheimen Untergrundnetzwerken Kinder quält, um aus ihrem Blut das Stoffwechselprodukt Adrenochrom zu gewinnen. Dieses soll dann ihren Anführern, zu denen zum Beispiel Barrack Obama und Hillary Clinton gehören soll, ewige Jugend garantieren. Der einzige, der im Bilde ist und plant, sie und ihren geplanten Putsch aufzuhalten, ist natürlich Donald Trump.

Naidoo, Sido, Williams

Auf der Plattform 4chan vermischen sich noch weitere krude Theorien zu einem gefährlichen Mix aus Fehlinformation und rechtsradikalem Gedankengut. Das scheint in unsicheren Zeiten wie der Corona-Pandemie vielen Menschen eine sinnstiftende Erklärung zu sein. So haben sich auch diverse deutsche Prominente öffentlichkeitswirksam den QAnon-Followern angeschlossen. Xavier Naidoo geriet durch seine spekulativen Videos in die Schlagzeilen, auch Rapper Sido fiel durch Äußerungen auf, die in die Richtung der Verschwörung gingen. Nun also auch noch Robbie Williams, Ex-Take That Sänger, Ex-Teenieschwarm mit Tendenz zum Exzess.

Bereits im Mai war Williams von Chris Thrall, einem ehemaligen britischen Soldaten für dessen Youtube-Sendung interviewt worden. Schon da erwähnte Robbie Williams die “Pizzagate”-Theorie. Sie stammt aus den Anfängen der QAnon-Bewegung. Die steile These: Unter einer Pizzeria in Washington betreibe Clinton die Zentrale eines Kinderpornorings. Dann folgte ein weiteres Video mit der ehemaligen BBC-Journalistin Anna Brees. Dort wiederholte er seine These erneut. Der Sänger glaubt, dass “noch nichts aufgeklärt” sei und die “richtigen Fragen” noch nicht gestellt worden seien.

Dass er mit seinen Äußerungen auf viel Unverständnis stößt, scheint Williams aber zu begreifen. Denn in dem Interview mit Brees betonte er, er wolle sich nicht zur Führungsfigur einer Bewegung machen lassen und werde sich künftig auch nicht mehr zu dem Thema äußern. Allerdings erst, nachdem er positiv über den rechtsesoterischen britischen Publizisten David Icke gesprochen hatte und behauptete, das Medien-System sei von “dämonischer Energie” durchsetzt.

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Fans wenden sich von Robbie Williams ab

Doch trotz der Beteuerung, das Thema nicht mehr weiter anzusprechen, scheint das sprichwörtliche Kind schon in den Brunnen gefallen zu sein. Seine Fans, die ihm zum Großteil durch alle Krisen und Skandale gefolgt waren, wenden sich nun reihenweise von ihm ab. Auf Twitter trendete das Hashtag #RobbieWilliams, zumeist äußerten sich die User entgeistert über seine Sympathien.

Auch Nilz Bokelberg meldete sich zur Causa Willams auf Twitter zu Wort.

Das Interview Williams-Interview mit Chris Thrall gibt allerdings auch ein paar ernsthafte Einblicke in das Innenleben des Popstars. Dort spricht er auch über Krankheiten in seiner Familie, sowohl seinen an Parkinson erkrankten Vater als auch seine Schwiegermutter könne er derzeit nicht besuchen. Dazu sei er gerade das vierte Mal Vater geworden. Solche Dinge könnten in der Krise Angst und Panik verursachen. In dem Interview sagt Williams: “Zu Beginn des Lockdowns habe ich gespürt, dass ich in die Angst abgleite.”

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