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Wie Popstar Rihanna zur erfolgreichen Unternehmerin wurde, indem sie auf Diversität setzte

·Lesedauer: 4 Min.

In ihrer Highschool-Zeit Mitte der 90er Jahre suchte Kailei Carr in verschiedenen Drogerien nach dem perfekten Makeup-Farbton für ihre Haut. Doch sie ging leer aus. Als schwarze Frau war ihr selbst die dunkelste verfügbare Farbe mindestens drei Nuancen zu hell. Erst Jahre später fand sie Marken wie MAC, die ihren Hautton anbieten – dennoch hatte Carr das Gefühl, dass ihre Hautfarbe bei den meist Anbietern kaum Beachtung fand.

Das änderte sich 2017, als Popstar Rihanna ihre Makeup-Marke Fenty vorstellte, die 40 Farbtöne von Mahagonibraun bis Perlweiß umfasst. Das Marketing von Fenty zeigte überwiegend People of Color. Carr wurde schnell zu einer treuen Kundin. „Ich wurde nicht nur einbezogen. Als schwarze Frau stand ich im Mittelpunkt“, sagte Carr, die CEO der Asbury Group ist, einer Beratungsfirma für Diversität. „Sie hat einen Markt erobert.“

Und das hat sich ausgezahlt. Im August meldete Forbes, dass Rihannas Vermögen rund 1,7 Milliarden Dollar beträgt. Der Großteil davon verdankt sie ihrem Einzelhandelsimperium, zu dem auch das 2,8 Milliarden Dollar schwere Makeup-Unternehmen Fenty gehört. Auch ihre Unterwäschemarke Savage X Fenty zielt gleichermaßen auf Luxus und Körpervielfalt. Die mit einem Grammy ausgezeichnete Sängerin brachte letztes Jahr auch eine Hautpflegelinie, Fenty Skin, heraus.

Rihannas finanzieller Erfolg mit Fenty ist ein Beweis für das Potenzial von Diversität. In einer Zeit, in der Repräsentation kein optionales Extra mehr ist, erhöht sich auch der Druck auf Führungskräfte von Unternehmen. Sie sollen zeigen, dass sie Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlicher Hautfarbe gleichermaßen fördern und respektieren. Carr zufolge ist Rihanna in diesem Punkt Vorreiterin: „Sie sah den Bedarf und die Möglichkeiten in der Gesellschaft und hatte den Mut, diese Produkte zu entwickeln“, sagte sie. „Sie hat die Inklusivität in den Mittelpunkt gestellt.“

Rihannas Arbeit wird bald wieder für Schlagzeilen sorgen. Ihre dritte jährliche Savage X Fenty Modenschau findet am 24. September statt und wird mit queeren, trans und BIPoC-Models besetzt sein. Wiederum zeigt die Unternehmerin, wie viel Wert sie auf Vielfalt legt.

Beginnt mit Diversität und Inklusion

Laut Susan Harmeling ist Rihannas Erfolg eine Frage der Prioritäten. Harmeling, die an der Marshall School of Business in Los Angeles lehrt und mit der Equitas Advisory Group eine Beratungsfirma für Vielfalt, Gerechtigkeit und Integration mitgegründet hat, sagt: „Vielfalt ist das A und O für diese Marke und für ihren Erfolg.“

Das zeigt sich auch an der großen Bandbreite der Produkte, die Rihannas Marken anbieten, aber auch an den erschwinglichen Preisen, dem inklusiven Marketing und der Art und Weise, wie sie über ihre Marken spricht, so Harmeling und Carr. Savage X Fenty bietet Dessous sowohl in extra klein als auch in Übergrößen an. Der Slogan lautet: „Dessous für jeden Körper“. Mit Artikeln ab fünf US-Dollar sind die Stücke außerdem sehr günstig. Und bei Fenty bedeutet „Hautfarbe“ eben nicht weiß.

„Es geht darum, auf jeder Ebene einen Fokus auf Inklusion zu legen“, sagt Carr. „Das ist es, was Rihanna macht und woran sich andere Führungskräfte orientieren können.“ Diversität und Inklusion sind nicht nur ein gutes Anliegen, sondern auch das, wonach Kunden, Investoren und potenzielle Mitarbeiter zunehmend suchen, wie immer mehr Untersuchungen zeigen. „Diversität ist gut fürs Geschäft“, sagte Harmeling.

Den Status quo infrage stellen

Vor Savage X Fenty war Victoria's Secret das Aushängeschild der Branche. Das Unterwäsche-Label ließ überwiegend ultradünne, meist weiße Models über seine Laufstege laufen. Plus-Size-Models oder Models of Color waren seltene Ausnahmen. Rihanna warf diese Branchennormen über Bord und holte zudem Trans-Models, Drag-Models, kleinwüchsige Models und Models mit Behinderung auf den Laufsteg.

Unternehmen sollten also überdenken, wen sie mit ihren Produkten und Dienstleistungen in erster Linie ansprechen wollen und nach Möglichkeiten suchen, andere Zielgruppen einzubeziehen, finden Carr und Harmeling. „Rihanna hat das Beauty- und das Unterwäschegeschäft demokratisiert. Und wenn man demokratisiert und vermenschlicht, ist das sehr pragmatisch und sehr gewinnorientiert – weil man seinen Markt erweitert“, so Harmeling.

Aufbau vielfältiger und integrativer Teams

Nur acht Prozent der Vorstandsvorsitzenden der Fortune-500-Unternehmen sind Frauen, und noch weniger sind schwarz. Aber Führungskräfte wie Rihanna sind dabei, das zu ändern. „Ich würde vermuten, dass ihr Team sehr divers ist“, sagte Carr.

Harmeling stimmte dem zu und sagte, dass große Ideen in der Wirtschaft oft aus Diskussionen zwischen Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund entstehen. „Stellt sicher, dass ihr ein vielfältiges Team zusammenstellt, und beratet euch mit diesem Team darüber, was funktionieren wird und was nicht“, sagte sie. „Vielfalt erweitert euren Markt. Das ist ein Gewinn.“

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.

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