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„Nicht die von Politik und Medien erhoffte Technik-Revolution“: Warum Frank Thelen keine Zukunft für Wasserstoff in Autos sieht

·Lesedauer: 3 Min.

Sind Autos, die mit Wasserstoff betrieben werden, die Lösung für eine klimaneutrale Zukunft? „Nein“, sagt Investor Frank Thelen. Für den deutschen Unternehmer steht fest, dass in den Wasserstoff-Autos nicht die „von der Politik und den Medien erhoffte Technik-Revolution“ für nachhaltigen Verkehr zu finden sei, wie das Magazin Wirtschaftswoche in einem Interview mit dem Investor berichtete.

Frank Thelen ist einer der bekanntesten Investoren Deutschlands. Er ist Gründer der Risikokapitalgesellschaft Freigeist, die vor allem in technologie- und designfokussierte Startups in der Frühphase investiert. Zu seinem Portfolio gehören unter anderem das Erfolgs-Startup MyTaxi oder Wunderlist, auch ist er derzeit am Flugtaxi-Unternehmen Lilium beteiligt. Öffentliche Bekanntheit erhielt er überwiegend durch seine Teilnahme als Investor und Juror in der Vox-Show „Höhle der Löwen“ in den Jahren von 2014 bis 2020.

In seinen Jahren als Juror und Investor ist Frank Thelen schon auf einige Startups und Geschäftsideen gestoßen. Kaum eine andere Technologieidee findet derzeit so viel Beliebtheit, wie die der Wasserstoff-Autos. Viele Politikerinnen und Politiker sehen in dieser Technologie eine mögliche klimabewusste Revolution für den Verkehr — nicht aber Frank Thelen.

Nach einer umfangreichen Einschätzung von Expertinnen und Experten innerhalb und außerhalb seines näheren Umfelds kam er zu dem Entschluss, dass diese Technologie nicht die erhoffte Zukunft mit sich bringen wird, die sich alle wünschen. „Es wird eine Hoffnung bleiben“, sagte er. In seiner Begründung, warum er die Technologie nicht für zukunftsfähig hält, bezieht er sich auf Volkswagen-Chef Herbert Diess, der sich ebenfalls kritisch über Wasserstoff in Autos geäußert hat. „Das Konzept mit der Produktion, der Speicherung, dem Bau der Autos und dem Betrieb der Tankstellen [kann] einfach nicht aufgehen“, sagte er. „Wenn man das sauber prüft, kommt man zu dem Schluss: Das ergibt einfach keinen Sinn.“

Die Technologien der Zukunft sind Batterien

Für Thelens Meinung und öffentlicher Äußerung gegenüber der Wasserstoff-Technologie erntet der Investor von einigen Seiten Kritik. Doch er bleibt standhaft. Für ihn steht fest: nicht Wasserstoff, sondern Batterien sind die Technik der Zukunft, wenn es um Autos geht. Vor allem in Bezug auf Versorgungssicherheit habe die Strom- bzw. Batterietechnologie einen deutlichen Vorteil. Netzwerke von Autos könnten zum Speicher werden, aber auch günstige und effiziente Großspeicher wie beispielsweise Kraftblöcke hätten viel Potenzial, so der Investor. Diese könnten Schwankungen im Stromnetz, die durch erneuerbare Energien verursacht werden, ausgleichen.

In eine solche Art von Speicher haben auch schon Jeff Bezos und Bill Gates investiert. Sie sind an sogenannten Thermalspeichern beteiligt, die Salz bis auf 600 Grad Celsius aufheizen. Das Umwandeln von Elektrizität in Hitze sei extrem effizient, so Frank Thelen. Man würde lediglich zwei Prozent der Energie beim Umwandlungsprozess verlieren. Auch Thelen und sein Team haben in ein Unternehmen investiert, dessen Kraftblock, der aus Recycling-Granulat besteht, bis zu 1.300 Grad Celsius speichern kann. Nun sei das Team dabei, spezielle Turbinen zu entwickeln, die die Hitze mit einer Effizienz von 65 bis 70 Prozent zurück zu Strom wandeln soll. „Solch einen Wirkungsgrad schafft man mit Wasserstoff nicht“, erklärte Thelen.

Er ist sich sicher: Kraftblöcke und Batterie-Technologie haben sehr viel Entwicklungspotential. Sie haben eine höhere Speicherdichte, mehr Ladezyklen, sie brauchen weniger seltene Rohstoffe und sind deutlich leichter zu recyceln.

Dennoch, und so schließt Frank Thelen am Ende des Interviews doch nicht aus, sei die Wasserstoff-Technologie zumindest für den Flugverkehr eine nachhaltige Idee. Denn für Schiffe und Langstreckenflugzeuge sind Batterien keine Option. „Hier kann Wasserstoff sicher Sinn ergeben, weil eine hohe Energiedichte hier deutlich wichtiger ist, als die Kosten der Herstellung und Wartung“, erklärte er. Jenseits der Straßen sei Wasserstoff durchaus eine Technologie, die weiterzudenken sei und Potenzial habe. Die Wasserstoff-Technologie werde ihre Nische finden, so Frank Thelen.

jk

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