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Platzende Wasserstoff-Blase: Was du jetzt tun solltest

Ralf Anders, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash
Broker schlägt Hände vor rotem Chart über den Kopf Börsencrash schlechte Performance Crash

Wasserstoff-Aktien faszinieren und elektrisieren viele von uns. Egal, ob du auf mehreren Hundert Prozent Gewinnen sitzt, die gerade abschmelzen, oder seit Längerem ungeduldig auf eine Einstiegsgelegenheit wartest: Jetzt, wo die Kurse der Wasserstoff-Blase platzen, ist guter Rat teuer. Hier ist, wie ich die aktuellen Entwicklungen einschätze.

Die Stimmung bei Wasserstoff-Aktien kippt

Als ich vor über vier Jahren angefangen habe, dafür zu trommeln, dass rund um den Wasserstoff riesige Märkte entstehen würden, dümpelten Aktien wie NEL asa (WKN: A0B733) und Plug Power (WKN: A1JA81) noch in den Niederungen herum, weit unterhalb des Radars der allermeisten Anleger.

In der Folge vervielfachten sich die Kurse. Beispielsweise bei NEL zunächst bis Mai 2019 um den Faktor 4 und dann erneut Faktor 4 von März 2020 bis Januar 2021. Wer frühzeitig eingestiegen war und niemals verkauft hat, der konnte sich zumindest zwischenzeitlich über weit mehr als 1.000 % Rendite in seinem Depot freuen. Mit anderen Aktien war sogar noch mehr drin. Plug Power hat sich seit Ende 2018 fast verhundertfacht.

Die Qualitäten von McPhy Energy (WKN: A1XFA8) wiederum wurden erst im Mai 2020 richtig erkannt. Wer beim 52-Wochen-Tief eingestiegen ist, konnte innerhalb kürzester Zeit eine Verzehnfachung feiern. Aus jedem investierten Tausender wurden bis zum Jahreswechsel 10.000 Euro – Wahnsinn!

Doch aus 34.000 Euro vom Januar sind mit NEL-Aktien zum 23. Februar 24.000 Euro geworden. Bei Plug sind im gleichen Zeitraum aus 61.000 Euro 31.500 geworden. Das tut weh.

Richtig handeln inmitten des Platzens der Wasserstoff-Blase

Normalerweise sagen wir Fools, dass uns solche kurzfristigen Schwankungen nicht kümmern. Wenn wir von einem Unternehmen vollkommen überzeugt sind, dann raten wir dazu, langfristig zu halten und gegebenenfalls Kursrückgänge zum Nachkaufen zu nutzen.

Aber bei echten Blasen könnte dies die falsche Strategie sein. Ich sehe zwei Probleme:

Erstens ist trotz der jüngsten Korrekturbewegung die drohende Fallhöhe noch beachtlich. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich eine weitere Kurshalbierung oder sogar mehr vorzustellen, wenn man sieht, wie scharf die Kursanstiege waren.

Zweitens befindet sich die Wasserstoffwirtschaft noch in einem der ersten Kapitel einer sehr langen Geschichte. Noch gibt es viel zu wenige Anhaltspunkte, um die Gewinner der Zukunft zu identifizieren. Eine gewisse Skepsis ist daher bei allen Spezialisten angebracht. Keiner von ihnen verfügt über großartige nachhaltige Wettbewerbsvorteile. Es gibt kaum wiederkehrende Umsätze, ein Markenwert ist praktisch nicht vorhanden und bei der Technologie hat sich noch keiner vom großen Feld abgesetzt.

Zu wenig Beachtung findet aus meiner Sicht auch, dass die Brennstoffzellen-Spezialisten Ballard Power (WKN: A0RENB) und PowerCell Sweden (WKN: A14TK6) längst einen Teil ihrer Potenziale an die deutsche Automobilindustrie verkauft haben.

Die Kurse sind fast durch die Bank noch immer astronomisch hoch. Insgesamt denke ich daher, dass es noch nicht zu spät ist, Gewinne mitzunehmen. Im Fall, dass es im Anschluss noch deutlich weiter nach unten geht, besteht auch keine Eile, direkt wieder zurückzukommen. „Hin und her macht Taschen leer.“

Nach meiner Einschätzung folgt auf die Wasserstoff-Blase eine längere Konsolidierungsphase, in der wir in Ruhe auf die besten Einstiegsgelegenheiten lauern können. Ich würde über mehrere Monate hinweg in kleineren Schritten diversifiziert einsteigen bzw. nachkaufen.

Auf diese Weise schlagen wir zwei Fliegen auf einmal: Wir stellen erstens sicher, dass wir zumindest teilweise günstige Kurse erwischen. Zweitens sorgen wir dafür, dass der eine oder andere Gewinner in unser Depot gelangt.

Das Potenzial der Wasserstoffwirtschaft bleibt gewaltig

Wir stehen am Anfang einer Entwicklung, die das Volumen der Wasserstoffwirtschaft über die nächsten Jahrzehnte vertausendfachen wird. Anleger mit Weitsicht suchen dort ihre Chancen, sobald sich der Staub etwas legt.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2021