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Plastiktüten-Verbot: Verbraucherzentrale kritisiert Supermärkte

·Freiberufliche Journalistin

Müller, Edeka, Netto, Norma und Rossmann umgehen das Plastiktüten-Verbot. Das ist dreist und genau das Gegenteil von Umweltschutz, meint die Verbraucherzentrale.

Bei Müller, Edeka, Netto, Norma und Rossmann gibt es trotz Verbots weiterhin Plastiktüten. (Bild: Getty Images)
Bei Müller, Edeka, Netto, Norma und Rossmann gibt es trotz Verbots weiterhin Plastiktüten. (Bild: Getty Images)

Für mehr Klimaschutz: Mitte vergangenen Jahres trat das neue Verpackungsgesetz in Kraft. Seit 3. Juli gilt in der EU ein Produktionsverbot für viele Einwegplastik-Artikel. Problematisch sind vor allem auch Plastiktüten, die unachtsam weggeworfen die Umwelt belasten, Schäden bei Vögeln sowie Meerestieren anrichten und schließlich auch zersetzt als Mikroplastik wieder in unserer Nahrungskette ankommen. Allein im Jahr 2019 waren laut Bundesregierung 1,49 Milliarden leichter Plastiktüten in Deutschland im Umlauf.

Nun soll damit endlich Schluss sein, die klassische Plastiktüte hat ausgedient und ist im Einzelhandel seit 1. Januar dieses Jahres verboten. Ausgenommen sind lediglich so genannte Hemdchenbeutel, die aus hygienischen Gründen oft für Fleisch- und Wurstwaren oder in Obstabteilungen verwendet werden.

Dickere Wandstärke der Tüten umgeht das Gesetz

Bei Müller, Edeka, Netto, Norma und Rossmann bekommen Kund*innen trotz des Verbots auch weiterhin Plastiktüten. Die Supermarktketten umgehen das neue Gesetz ganz einfach, indem sie ihre Plastiktüten mit einer dickeren Wandstärke herstellen lassen. Denn verboten sind laut Gesetz nur Plastiktüten mit Wandstärken bis zu 50 Mikrometern.

Müller, Edeka, Netto, Norma und Rossmann lassen ihre Tüten nun mit einer Wandstärke bis zu 60 Mikrometern herstellen. Das ist genau das Gegenteil von Umweltschutz, meint die Verbraucherzentrale Hamburg und kommentiert: "Wir können uns bei so viel Dreistigkeit nur an den Kopf fassen."

Auf ihrer Facebook-Seite stellen die Verbraucherschützer die Tüten-Schummelei der Supermärkte zur Diskussion:

Viele Nutzer*innen stimmen mit der Verbraucherzentrale überein. "Ich verstehe nicht, warum man Plastiktüten nicht ganz verbietet. Es geht auch mit Tüten aus Recyclingpapier. Diese wären dann später je nach Verschmutzung als Geschenkpapier oder für den Kompost geeignet" und "Plastiktüten gehen gar nicht, egal in welcher Form. Aber Papiertüten genauso wenig!", lauten zwei der Kommentare.

Verbraucherzentrale rät dazu, Mehrweg-Taschen zu nutzen

Ein anderer Nutzer wirft ein, dass die dickeren Plastiktüten ja auch stabiler seien: "Also was macht ein stabile Plastiktüte nun zur "Einweg"-Tüte? Immerhin bezahlt man doch dafür extra. Also kann man doch auch diese Tüte mehrfach verwenden. oder irre ich mich? Dann doch bitte die, immer noch legalen, Obst-/ Gemüsetüten abschaffen. Die landen nämlich zu 99% nach einer Nutzung im Müll".

Die Verbraucherzentrale rät jedoch dringend dazu, der Umwelt zuliebe Mehrweg-Taschen zu nutzen und neben Plastiktüten auch auf Einweg-Papiertüten zu verzichten: "Wer Einweg-Papiertüten statt Plastiktüten benutzt, handelt nicht umweltfreundlicher. Die Herstellung benötigt viel Wasser, Energie sowie Chemikalien."

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