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Pitch will mit 70-Millionen-Runde zum „Youtube für Präsentationen“ werden

·Lesedauer: 3 Min.
Die Berliner Firma Pitch will die Alternative zu Powerpoint sein.
Die Berliner Firma Pitch will die Alternative zu Powerpoint sein.

Eigentlich habe seine Firma das Geld nicht zwingend gebraucht, sagt Christian Reber, Gründer des Berliner Softwareunternehmens Pitch. „Mit den 30 Millionen Euro aus der vorigen Finanzierungsrunde wären wir noch gute zwei bis drei Jahre durchgekommen.“ Trotzdem hat das erst 2018 gegründete Startup hinter dem gleichnamigen Präsentationstool nun weiteres Kapital von Investoren erhalten. Umgerechnet rund 70 Millionen Euro (85 Millionen Dollar) kamen in der Series-B zusammen.

Angeführt wird die Runde vom US-Risikokapitalgeber Tiger Global sowie Lakestar, dem Fonds von Starinvestor Klaus Hommels. Bestehende Investoren – darunter der frühe Facebook-Förderer Index Ventures – beteiligten sich ebenfalls. Zur Firmenbewertung wollte sich Pitch-Gründer Reber auf Nachfrage von Gründerszene nicht äußern. Sie dürfte aber inzwischen im mittleren, dreistelligen Millionenbereich liegen.

„Wir wollen das Youtube für Präsentationen werden“

Dass Pitch sich mit frischem Geld eindeckt, hat laut Reber mit dem steigendem Wettbewerb zu tun. Wie die Berliner Firma zielen zahlreiche junge Anbieter auf einen Markt, der seit Jahrzehnten von Powerpoint beherrscht wird. Bisher konzentrierte sich Pitch bei seiner Präsentationssoftware auf ein ästhetisches Design und eine leicht bedienbare Benutzeroberfläche für Teams. Das Startup wolle sich vom Marktführer zudem mit einer automatischen Anbindung an Tools wie Slack oder Dropbox abheben.

Nach zweijähriger Entwicklungszeit brachte das Startup eine erste Version im Herbst 2020 auf den Markt. Die Resonanz sei sehr gut, sagt Reber. „Bis heute haben deutlich mehr als 25.000 Teams mit Pitch an Präsentationen gearbeitet“, so der Gründer. Mehr als 1.000 davon sollen für die Software bereits zahlen. Pro Nutzer und Monat verlangt das Unternehmen zehn Euro. Zu den Kunden gehören bisher hauptsächlich mittelgroße Firmen aus der Techbranche, darunter der US-Messenger-Anbieter Intercom oder die Axel-Springer-Tochter Upday. Im nächsten Schritt will Pitch seine Software nun um eine Online-Plattform für Präsentationen erweitern.

Nutzer sollen ihre Folien auf eigenen Profilseiten teilen und sich mit anderen austauschen können, etwa um Feedback zu geben oder neue Designvorlagen zu entdecken. „Wir wollen das Youtube für Präsentationen werden“, veranschaulicht Reber das Ziel der neuen Plattform. Dafür will das Unternehmen auch sein Personal aufstocken. Die Zahl der Beschäftigten soll bis Jahresende von derzeit etwa 120 auf dann rund 160 wachsen.

Keine Börsenpläne

Folgt mit dem Wachstum dann der Börsengang? Abwegig ist der Gedanke nicht. Schon 2019 hatte Pitch-Chef Reber im Gespräch mit Gründerszene offen mit Börsenplänen kokettiert. „Mein Ziel war immer, eine eigenständige Firma aufzubauen und dann vielleicht an die Börse zu gehen, wie Zoom und Slack das auch gemacht haben“, sagte Reber damals.

Durch den Hype um sogenannte Spacs wäre ein solcher Schritt aktuell zudem recht unbürokratisch. In den vergangenen Monaten wurden einige leere Firmenhüllen an der Börse gelistet, die nun nach geeigneten Übernahmekandidaten suchen. Als wachstumsstarke Software-Firma mit großem Zielmarkt könnte Pitch ein solcher Kandidat sein.

Doch Reber winkt ab: „Würden wir ein solches Angebot bekommen, würde ich es ablehnen“, sagt der Gründer. Auch wenn seine Software-Firma stark wachse, „ein solcher Schritt ergibt eigentlich erst ab einem Jahresumsatz von mindestens 30 bis 40 Millionen Euro Sinn“. Davon sei das Berliner Startup trotz großer Resonanz jedoch noch einige Zeit entfernt.

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