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Pfizer-BioNTech Covid-Impfstoffstudie weiterhin auf Kurs: CEO

Naomi Kresge
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Nebenwirkungen, die in der Spätphase einer großen Studie mit einem Covid-19-Impfstoffkandidaten von Pfizer Inc. und BioNTech SE aufgetreten sind, entsprechen denen in kleineren frühen Studien. Diese Entwicklung ist ein positives Zeichen für einen der Top-Kandidaten im Rennen um einen Impfstoff.

Die Partner-Unternehmen mussten ihre Spätstudie nicht wegen Sicherheitsbedenken abbrechen, sagte der Vorstandsvorsitzende von BioNTech, Ugur Sahin, in einem Bloomberg-Interview. Sie halten an ihrem zuvor angekündigten Ziel fest, in diesem Monat vorläufige Daten zu liefern, ob der Impfstoff wirkt. Voraussetzung ist dabei, dass eine gewisse Schwelle von Infektionen bei den Studienteilnehmern erreicht ist.

Damit wären Pfizer und BioNTech möglicherweise die ersten, die die Wirksamkeit eines Covid-19-Impfstoffs zeigen können. Vor dem Hintergrund intensiver Prüfungen aller möglichen Komplikationen hatten diese Woche Eli Lilly & Co. und Johnson & Johnson erklärt, sie müssten die Forschung über mögliche Therapien oder Impfungen aus Sicherheitsgründen unterbrechen. Währenddessen hat US-Präsident Donald Trump unerprobte Behandlungen angepriesen und auf eine schnellere Überprüfung seitens der Aufsichtsbehörden gedrängt.

Die Unterbrechungen in anderen Studien zeigen, dass „es keinen Spielraum gibt, Fakten zu ignorieren“, sagte Sahin. „Wenn Bedenken bestehen, wird das Verfahren gestoppt. Niemand verschließt die Augen und das sollte den Menschen das Vertrauen geben, dass ein Impfstoff, der den Entwicklungsprozess überlebt und zugelassen ist, als sicher angesehen werden sollte.“

Pfizer und BioNTech wählten ihren Kandidaten aus einer Liste von vier Anwärtern aus, die sich alle auf die Messenger-RNA-Technologie stützen, die den Zellen des Körpers beibringen soll, selbst Impfstofffabriken zu werden.

Auswahlkriterien

In einem laut Sahin ungewöhnlichen Schritt haben Pfizer und BioNTech am Mittwoch im New England Journal of Medicine einige der Daten veröffentlicht, mit denen sie das Feld eingegrenzt haben. Die Ergebnisse zeigen, dass Personen, denen der in der Erprobung befindliche Impfstoff verabreicht wurde, weniger so genannte systemische Nebenwirkungen wie Fieber, Schüttelfrost und Müdigkeit hatten als diejenigen, die einen anderen Kandidaten aus dem Portfolio der Partner erhielten.

Aufgrund der Struktur der Studie hatten BioNTech und Pfizer im Juli zunächst erste Ergebnisse für einen anderen Impfstoffkandidaten, BNT162b1, offen gelegt. Die Anleger wurden bereits optimistisch bezüglich der Aussichten für diesen Anwärter. Aber nach dem Vergleich der Daten entschieden sich die Unternehmen für den Kandidaten BNT162b2, berichtete Sahin. Dieser habe in der Studie bei älteren Menschen genauso gut abgeschnitten wie bei jungen Teilnehmern, sagte er, eine wichtige Überlegung für einen Coronavirus-Impfstoff.

Mit nur 195 Teilnehmern war die frühe Studie zu klein, um die tatsächlichen sicherheitsrelevanten Auswirkungen des in der Erprobung befindlichen Wirkstoffs zu zeigen. Jedoch seien die Nebenwirkungen, die bisher im Spätstadium der 44.000 Personen umfassenden Studie aufgetreten sind, ähnlich wie in diesen frühen Studien, sagte Sahin.

Überschrift des Artikels im Original:Pfizer, BioNTech Covid Vaccine Trial Remains on Track, CEO Says

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