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Pfiffe für Günther auf Fehmarn: Kritik an Plan für Nationalpark Ostsee

FEHMARN (dpa-AFX) -Gellende Pfiffe, laute Buhrufe und jede Menge Lärm - so haben mehrere Hundert Demonstranten am Donnerstag Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in Burg auf Fehmarn empfangen. Sie protestierten gegen die Pläne der Landesregierung zur Einrichtung eines Nationalparks Ostsee.

Die Demonstranten sehen dadurch die Fischerei und vor allem den Tourismus auf Fehmarn gefährdet. "Ohne die Touristen können wir hier dicht machen", sagte eine Teilnehmerin am Rande der Demonstration.

Zu dem Protest aufgerufen hatte die Initiative "Freie Ostsee", die seit Monaten gegen die Pläne kämpft. Darin haben sich unter anderem Campingplatzbetreiber, aber auch Vertreter der örtlichen Hafengesellschaft zusammengeschlossen.

Die Demonstrierenden trugen große Fahnen mit Aufschriften wie "Mehr Schutz für die Ostsee: Ja - Nationalpark Ostsee: Nein". Andere machten ihrem Unmut auf handgemalten Pappschildern Luft. "Daniel, tu uns das nicht an" war zu lesen und "Existenzen - Auslöschung". Ein Landwirt aus der Region hatte seine Ablehnung sogar auf seinem Acker verewigt. "Daniel, wir wollen deinen Nationalpark nicht", stand dort in Großbuchstaben.

Schleswig-Holsteins Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) will den schlechten Zustand der Ostsee mit der Einrichtung eines Nationalparks verbessern. Dazu will er verschiedene Schutzgebiete zwischen Flensburg bis östlich von Fehmarn zusammenführen. Günther sagte dazu: "Das Verfahren ist noch völlig offen, wir werden erst Ende 2023 einen Vorschlag vorlegen."

Viele der angestrebten Schutzziele werden nach Angaben der Veranstalter bereits durch bestehende Naturschutzgebiete weitgehend gesetzlich festgelegt. "Sie werden allerdings bislang unzureichend umgesetzt", sagte Klaus Osterkamp von der Initiative.

Die dringendsten Probleme der Ostsee - Munitionsaltlasten, Erwärmung des Wassers, Lärmbelastung und zu viel Nährstoffgehalt - würden durch einen Nationalpark nicht gelöst.

Die Gegner befürchten vor allem Einbrüche beim Tourismus, dem mit Abstand wichtigsten Wirtschaftszweig auf der Insel. Fehmarn hat im Jahr rund 300 000 Übernachtungsgäste.