Suchen Sie eine neue Position?

Pferdefleisch womöglich auch nach Deutschland geliefert

Der Pferdefleisch-Skandal erreicht Deutschland: Es gebe den Verdacht, dass falsch gekennzeichnete Lebensmittel auch nach Deutschland geliefert worden seien, darunter auch Lasagne, teilte das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Hierzulande nahmen bisher Kaiser's Tengelmann, Edeka und Real mehrere Tiefkühlgerichte aus ihrem Sortiment, um einer möglichen Beimischung von Pferdefleisch nachzugehen. Die Europäische Kommission forderte die EU-Mitgliedstaaten auf, DNA-Tests an Rindfleisch-Produkten vorzunehmen.

Im Verdacht stünden unterschiedliche, verarbeitete Produkte, erklärte das Bundesverbraucherschutzministerium. Sie seien von einem Lieferanten an ein Kühlhaus in Nordrhein-Westfalen geliefert worden. Es könnten aber auch weitere Produkte, Unternehmen oder Bundesländer betroffen sein. Das nordrhein-westfälische Verbraucherschutzministerium erklärte, die verdächtigen Produkte seien nach ganz Deutschland geliefert worden, nicht nur nach NRW.

Die verdächtigen Lieferungen gingen laut NRW-Ministerium nicht nur an Discounter und Lebensmittelketten, sondern auch andere Lebensmittelunternehmen. Ein Sprecher des Tiefkühldienst-Unternehmens Eismann in Mettmann bestätigte dem WDR, dass Lebensmittelkontrolleure im Haus gewesen seien, um Proben zu nehmen. Die Firma habe bereits in der vergangenen Woche zwei ihrer Lasagne-Produkte aus dem Sortiment genommen.

Auch mehrere Supermarktketten prüfen derzeit, ob Tiefkühlprodukte aus ihrem Sortiment anders als auf der Verpackung angegeben Pferdefleisch enthalten. Real nahm nach eigenen Angaben vorsorglich Mini-Cheeseburger des Lieferanten Agro on und eine Lasagne der Marke "TiP" aus dem Verkauf. Edeka testet einem Sprecher zufolge derzeit "alle relevanten Eigenmarkenprodukte". Allerdings lagen dem Unternehmen wie auch Kaiser's Tengelmann noch keine Ergebnisse vor.

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) sprach von einem "schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung". Sie forderte eine verpflichtende Herkunftsbezeichnung für verarbeitete Produkte, wies zugleich aber auch darauf hin, dass dies den Skandal nicht hätte verhindern können. "Wenn einzelne Personen offenbar vorsätzlich falsch deklarierte Ware in Verkehr bringen, helfen nur scharfe Kontrollen, um das zu verhindern."

Es solle im März erste Untersuchungen und Mitte April erste Ergebnisse von DNA-Tests geben, sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg nach einem Treffen mit den zuständigen Ministern in Brüssel. Neben DNA-Tests, die Pferdefleisch nachweisen können, solle auch auf ein bestimmtes entzündungshemmendes Medikament untersucht werden, das bei Pferden angewendet wird und das die Fleischprodukte für Menschen ungenießbar machen würde.

Borg forderte die EU-Kommission zugleich auf, ihre Überlegungen zur präziseren Etikettierung von Rindfleisch-Produkten voranzutreiben. Die europäische Polizeibehörde Europol soll außerdem die Ermittlungen in den Mitgliedstaaten rund um den Skandal koordinieren.

Meistgelesene Artikel - Yahoo Finanzen

  • Alles neu macht der März – in diesem Monat treten gleich mehrere neue Gesetze und Regelungen in Kraft. Eine davon dürfte besonders viele Menschen begeistern: Ab 1. März soll die Steuererklärung erleichtert werden, wie "Focus" berichtet. Dafür gibt es künftig ein vorausgefülltes Formular vom Finanzamt. Alle bereits gesammelten …

  • Schäuble will für Athen «sehr strenge Maßstäbe» anlegen
    Schäuble will für Athen «sehr strenge Maßstäbe» anlegen

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) will Griechenland harte Auflagen machen, sollte im Sommer ein drittes Hilfspaket nötig werden: «Ob Griechenland weitere Hilfen braucht, wird man sehen, wenn das zweite Programm beendet ist.»

  • Immer mehr «Zombie-Rechner» in Deutschland
    Immer mehr «Zombie-Rechner» in Deutschland

    Die Zahl infizierter Personal Computer ist in Deutschland im vergangenen Jahr wieder auf 40 Prozent gestiegen. Das stellte das Anti-Botnet-Beratungszentrum des Internetverbandes Eco fest.

  • Der High-Tech-Kampf ums Handgelenk hat begonnen
    Der High-Tech-Kampf ums Handgelenk hat begonnen

    Der nächste Wettstreit der Smartphone-Hersteller läuft heiß: Sie wollen den Platz auf dem Handgelenk der Nutzer erobern. Beim Mobile World Congress in Barcelona spielten die Computer-Uhren eine zentrale Rolle bei Neuheiten von Smartphone-Spezialisten wie LG oder Huawei.

  • Ikea baut drahtlose Ladestationen in Möbel ein
    Ikea baut drahtlose Ladestationen in Möbel ein dpa - So., 1. Mär 2015 14:23 MEZ
    Ikea baut drahtlose Ladestationen in Möbel ein

    Das könnte dem drahtlosen Aufladen von Smartphones und Tablets einen Schub geben: Ikea baut entsprechende Ladestationen direkt in einige Möbel ein.

 
  • Finanzglossar

    Finanzglossar

    Möchten Sie einen Finanzbegriff nachschlagen? Das Yahoo Finanzglossar hat die Antwort! … Mehr »