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Pferdefleisch-Spuren in Produkten auch in Deutschland

Der Pferdefleisch-Skandal erreicht Deutschland: Bei Stichproben an einem Lasagne-Produkt seien "Anteile von Pferdefleisch" gefunden worden, teilte die Supermarktkette Real mit. Die EU-Kommission will, dass alle Mitgliedstaaten Rindfleisch-Produkte mit DNA-Tests auf Spuren von Pferdefleisch untersuchen.

Real rief das Tiefkühlprodukt Lasagne Bolognese seiner Eigenmarke TiP zurück. Es habe aber zu keinem Zeitpunkt Hinweise auf ein gesundheitliches Risiko gegeben, erklärte das Unternehmen. Das Bundesverbraucherschutzministerium hatte zuvor berichtet, dass falsch gekennzeichnete Lebensmittel auch nach Deutschland geliefert worden sein könnten. Real hatte ebenso wie die Konkurrenten Edeka und Kaiser's Tengelmann bereits vorsorglich Tiefkühlprodukte aus den Regalen genommen.

Die EU-Kommission wird nach Angaben von Gesundheitskommissar Tonio Borg alle Mitgliedstaaten dazu auffordern, Rindfleisch-Produkte auf Spuren von Pferdefleisch zu untersuchen. Es solle im März erste DNA-Tests und Mitte April erste Ergebnisse geben, sagte EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg nach einem Treffen mit den zuständigen Ministern von acht betroffenen Staaten in Brüssel. Die Produkte sollten auch auf ein bestimmtes entzündungshemmendes Medikament untersucht werden, das bei Pferden angewendet wird und das die Fleischprodukte für Menschen ungenießbar machen würde.

Zu dem Plan gehört zudem, dass die europäische Polizeibehörde Europol die Ermittlungen in den einzelnen Staaten rund um den Skandal koordinieren soll. Das Vorhaben wird den 27 Mitgliedstaaten bei einem Sondertreffen des Ständigen Ausschusses für die Lebensmittelkette am Freitag offiziell unterbreitet. Am 25. Februar sollen sich die EU-Agrarminister damit befassen.

Borg forderte ebenso wie Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) und weitere Minister, dass die EU-Kommission eine genauere Etikettierung von Rindfleisch-Produkten vorschreibt. Künftig solle die Herkunft des Fleisches angegeben werden.

Inzwischen wurde auch in der Schweiz Pferdefleisch in Rindfleisch-Produkten nachgewiesen. Die Supermarktkette Coop erklärte, das nicht deklarierte Fleisch sei in Tiefkühllasagne entdeckt worden. Ähnliche Produkte wurden vorsorglich auch in Norwegen aus dem Verkauf genommen.

Der niederländische TV-Sender NOS berichtete, zwei Geschäftsleute, die wegen des Skandals unter Verdacht stehen, seien bereits wegen falscher Etikettierung von Pferdefleisch verurteilt worden. Sie hätten das Fleisch als nach islamischen Regeln geschlachtetes Rind deklariert. Einer der Männer sei Chef eines Unternehmens mit Sitz in Zypern, das von Medien mit dem Pferdefleisch-Skandal in Zusammenhang gebracht worden war.

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