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Pferdefleisch-Skandal erreicht deutsche Tiefkühltruhen

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Düsseldorf (dapd). Der Pferdefleisch-Skandal hat Deutschland erreicht. Über einen Zwischenhändler in Luxemburg seien "in größerem Umfang" verdächtige Tiefkühlprodukte in die Bundesrepublik geliefert worden, sagte der nordrhein-westfälische Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne) am Mittwoch in Düsseldorf. In den meisten Fällen gehe es dabei um Tiefkühl-Lasagne.

Undeklariertes Pferdefleisch könnte nach seinen Worten unter anderem in Produkten der Kaiser (Other OTC: KGHI - Nachrichten) 's Tengelmann Eigenmarke "A&P", der Edeka-Marke "Gut & Günstig", der Markant-Marke "Jeden Tag" und des Tiefkühldienst-Unternehmens Eismann enthalten gewesen sein. Allerdings steht der Beweis für noch aus.

Der Minister sagte, nachdem die EU eine Lieferliste über verdächtige Produkte übermittelt habe, bemühe sich seine Behörde derzeit, die Lieferwege nachzuvollziehen und Proben sicherzustellen. Erste Produkte seien bereits in den Labors, doch werde der Test wohl drei Tage dauern. Erst dann könne gesagt werden, ob und wenn ja, wie viel Pferdefleisch die Produkte enthielten.

Die Lieferungen der verdächtigen Chargen erfolgten nach bisheriger Kenntnis zwischen November (Xetra: A0Z24E - Nachrichten) 2012 und Januar 2013. Betroffene Unternehmen hätten aber offenbar schon vor der aktuellen Warnung aus Brüssel Verdacht geschöpft und selbstständig einige Produkte aus dem Angebot genommen, berichtete der Minister. Doch seien die Behörden davon nicht informiert worden. Dies sei zwar rechtlich nicht zu beanstanden, erschwere aber die Aufarbeitung des Skandals.

Aigner dringt auf lückenlose Aufklärung

Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) verlangte eine schnelle und lückenlose Aufklärung des Skandals. "Wir haben es hier mit einem schlimmen Fall von Verbrauchertäuschung zu tun - das ist ein klarer Verstoß gegen geltende Gesetze", erklärte Aigner. Kunden seien offenbar systematisch getäuscht worden.

Die Bundesregierung wollte am Abend in Brüssel an einer Sondersitzung zum Pferdefleisch-Skandal teilnehmen, da nun offenbar auch Deutschland von der Lieferung des falsch deklarierten Fleischs betroffen sei.

Die Supermarktketten Real und Kaiser's Tengelmann hatten in den vergangenen Tagen bereits vorsorglich Produkte aus ihren Regalen genommen. Real stoppte den Verkauf von Mini Cheeseburgern des Lieferanten Agro on sowie von Lasagne der eigenen Handelsmarke Tip. Kaisers's Tengelmann nahm Tiefkühl-Lasagne der Hausmarke A&P aus dem Verkauf. Beide Unternehmen betonten allerdings, es handele sich um vorsorgliche Maßnahmen.

Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka erklärte auf Anfrage, er prüfe derzeit seine Eigenmarkenprodukte. Bislang lägen aber noch keine Ergebnisse vor.

Konkurrent Rewe teilte mit, von den bisher im Pferdefleisch-Skandal ins Zwielicht geratenen Lieferanten bezögen weder das Unternehmen selbst noch die Tochterfirmen Penny oder Toom Ware. Auch die Discounter Aldi und Lidl erklärte, sie seien vom Pferdefleischskandal in Deutschland nicht betroffen.

dapd

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