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Personio übernimmt Berliner Workflow-Tool Back

Personio-Chef Hanno Renner (mitte) mit Back-Gründer Christian Eggert (links) und James Lafa.
Personio-Chef Hanno Renner (mitte) mit Back-Gründer Christian Eggert (links) und James Lafa.

Exit in Berlin: Das Münchner HR-Startup Personio kauft sämtliche Anteile des Berliner Workflow-Tools Back. Welche Summe dabei geflossen ist, will Back-Mitgründer Christian Eggert im Gespräch mit Gründerszene nicht sagen. Seit Frühjahr 2018 arbeiten er und sein Mitgründer James Lafa an dem Projekt. Unternehmen können mithilfe der Software des Startups standardisierte Antworten auf häufig auftretende Fragen im Berufsumfeld speichern – beispielsweise, wie man Elternzeit beantragt oder wo das Spesenformular abgelegt ist. Das Tool funktioniert ähnlich wie ein Wiki oder Chatbot und kann in Messenger-Programme wie Slack integriert werden. Außerdem weist Back Anfragen zu bestimmten Themen, etwa zur Lohnbescheinigung, automatisch an die richtigen Kollegen weiter.

Laut Eggert nutzen Firmenkunden mit bis zu 2.000 Mitarbeitern Back, darunter das Mobility-Startup Dance und der Food-Messenger Choco. Personio-Chef Hanno Renner hat im Rahmen der Seed-Runde vor zweieinhalb Jahren in das Berliner Startup investiert. Die beiden Firmen sind obendrein eine Partnerschaft eingegangen: Personio-Nutzer konnten bislang eine vereinfachte Version von Back in Anspruch nehmen.

Gründer bleiben, Marke verschwindet

"Es hat sich über die Zeit herausgestellt, dass Back einen noch stärkeren Nutzen hätte, wenn man die Software komplett in ein HR-System integriert“, sagt Eggert heute. Da das Münchner Unicorn ohnehin ein Workflow-Programm anbieten wollte, sei die Wahl auf Personio gefallen.

Die Technologie von Back wird fortan als eines von vielen Tools in das HR-System eingebunden, die Marke des Berliner Startups verschwindet. Die Gründer Eggert und Lafa sollen an Bord bleiben und das Segment weiter ausbauen. Die etwa 20 Mitarbeiter übernimmt Personio ebenfalls. Im Zuge dessen eröffnet das Unicorn ein Büro in der Hauptstadt, wo auch die Angestellten untergebracht werden, die bislang remote aus Berlin gearbeitet haben.

Seit der Gründung hat Back mehr als drei Millionen Euro eingesammelt. Für den Personio-CEO ist der Exit nicht nur ein Zugewinn für sein Geschäft, der Deal spült auch Geld in sein Privatkonto. Wenn auch vergleichsweise wenig: Renner hielt zuletzt weniger als ein Prozent an dem Software-Startup. Dem Gründerduo Eggert und Lafa sowie dem Gründungsinvestor Janis Zech gehörten insgesamt 58 Prozent. Weiterhin beteiligt waren die VCs La Famiglia, Point Nine Capital und Seedcamp, Gradient Ventures, ein Google-Fonds mit Fokus auf Künstliche Intelligenz, der ehemalige Microsoft-Manager Charles Songhurst, Eventbrite-Mitgründer Renaud Visage und die Tourlane-Gründer.

Für Back-CEO Eggert ist es mittlerweile der dritte Firmenverkauf in seiner Karriere. Sein Analysetool Minodes wurde vor fünf Jahren von Telefonica erworben – lange, nachdem er aus der Geschäftsführung ausgestiegen war. Der von Rocket Internet inkubierte Lebensmittel-Lieferdienst Bonativo ging in einem Fire Sale an einen französischen Konkurrenten. Wieder zu gründen plane er perspektivisch nicht, sagt der Ex-Rocket-Manager. Er wolle zunächst bei Personio bleiben und den Bereich Workflow-Automatisierung ausbauen.

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