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Warum Personal Branding für eure Karriere essenziell ist: Drei Schritte zur erfolgreichen Personenmarke

Sarah Emmerich ist Gründerin einer Agentur und hat bei Linkedin mehr als 42.000 Follower. - Copyright: Emmerich Relations GmbH
Sarah Emmerich ist Gründerin einer Agentur und hat bei Linkedin mehr als 42.000 Follower. - Copyright: Emmerich Relations GmbH

Sarah Emmerich bezeichnet sich selbst als „Social Media Native“. Die 24-Jährige ist Gründerin der Beratungsagentur für Social Media und Influencer Marketing. Seit 2017 postet sie aktiv auf Linkedin und hat sich dort eine Personal Brand aufgebaut – mittlerweile folgen ihr mehr als 42.000 Follower auf der Karriere-Plattform. Sie findet: Personal Branding ist die Eintrittskarte in eine erfolgreiche Karriere. Wie ihr eure Personal Brand findet und welche Fragen ihr euch dafür stellen müsst, hat Sarah Emmerich für Business Insider aufgeschrieben.

Kaum ein Thema hat die Karrierewelt in den vergangenen Jahren so sehr beschäftigt wie der Aufstieg der Personenmarke: Personal Branding ist zum absoluten Buzzword geworden. Insbesondere auf Führungsebene sowie für Gründerinnen und Gründer gehört es langsam zum guten Ton, die eigene Personal Brand mit dem Unternehmen gemeinsam aufzubauen – denn beide profitieren voneinander.

Auch für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wird der öffentliche Auftritt auf Social Media immer relevanter: Es geht als Bewerberin und Bewerber nicht mehr darum, sein privates Instagram-Profil zu verheimlichen, sondern stattdessen mit der Außenwirkung auf Linkedin zu punkten. Doch für viele steht hinter Personal Branding noch ein großes Fragezeichen. Welcher Aufwand steckt wirklich dahinter? Welche Ziele kann ich damit erreichen? Was bringt eine Personal Brand überhaupt?

Für mich persönlich war Personal Branding die Eintrittskarte ins Unternehmertum und ist bis heute der einzige Marketingkanal meiner Agentur – denn über meine Personenmarke erreiche ich auf Linkedin und Co. jederzeit Entscheiderinnen und Entscheider. Mittlerweile folgen mir dort über 42.000 Menschen.

Die drei Schritte zur erfolgreichen Personal Brand – diese Fragen solltet ihr euch stellen

Die gute Nachricht: Personal Branding ist kein Hexenwerk und existiert bereits seit vielen Jahren. Ihr habt es selbst in der Hand, wie ihr eure Personenmarke gestaltet. Letztlich hat jeder von euch bereits eine Personal Brand – egal ob ihr sie bewusst aufbaut und steuert, oder ob ihr ohne euer Wissen von Dritten für gewisse Merkmale in eurem Charakter, euren Fähigkeiten oder eurem Äußeren wahrgenommen werdet.

Schritt eins: Was wollt ihr erreichen?

Als Erstes empfiehlt es sich, die eigenen Ziele zu kennen. Klar, mit einer Personal Brand erlangt man mehr Reichweite und Bekanntheit. Aber was genau möchtet ihr persönlich damit erreichen? Was motiviert euch dazu, eine Personenmarke aufzubauen?

Während eine Gründerin potenzielle Mitarbeitende oder Investoren erreichen möchte, zielt der selbstständige Berater auf neue Leads und Kundinnen und Kunden ab. Je nach Situation kann man also völlig unterschiedliche Ziele mit Personal Branding haben und erreichen. Auch für Bewerbende und Führungskräfte kann Personal Branding ein spannender Push für die Karriere sein. Denn ihr steigert eure Sichtbarkeit und Attraktivität für den aktuellen sowie zukünftigen Arbeitgeber.

Als Beispiel nenne ich hier gerne Annahita Esmailzadeh. Sie ist Head Of Customer Success Account Management bei Microsoft Deutschland. Annahita ist bereits seit Jahren auf Linkedin unterwegs und zählt mit über 110.000 Followern zu den größten Top Voices Deutschlands. Als Personal Brand steht sie für mehr Diversität in der Wirtschaft und IT ein.

Ich bin, wie viele andere Expertinnen und Experten auch, fest davon überzeugt, dass die Personenmarke und Linkedin-Reichweite einen immer größeren Einfluss auf die Karriere und somit auch auf Gehaltsverhandlungen, Bewerbungen und Beförderungen haben werden.

Vielleicht möchtet ihr aber auch einfach für bestimmte Themen einstehen und dafür mehr Sichtbarkeit erlangen. Eine Personenmarke bietet euch die Möglichkeit, verschiedene Facetten von euch oder auch den Themen zu zeigen, die euch beschäftigen. Denn Menschen folgen Menschen. Kurzum: Ihr könnt Relevanz innerhalb eurer Branche und Vertrauen in eure Person aufbauen.

Schritt zwei: Wofür wollt ihr stehen?

Im zweiten Schritt auf dem Weg zur eigenen erfolgreichen Personal Brand geht es um eure Positionierung und Ziele. Es ist wichtig, dass ihr genau wisst, wofür ihr stehen möchtet. Denn eine erfolgreiche Personal Brand braucht, wie auch die Marke eines Produktes, eine klare Message.

Hier geht es nicht darum, euch zu verstellen, sondern eure Stärken hervorzuheben. In der reizüberfluteten Social Media-Welt könnt ihr also als nahbare Personen hervorstechen – aber nur mit einer klaren Ausrichtung.

Sucht euch dementsprechend ein bis maximal drei Themen aus, die euch erstens selbst interessieren und zweitens, für die ihr authentisch stehen könnt. Denn bei Personal Branding geht es nicht um Selbstbeweihräucherung, sondern wertvollen Wissens- und Erfahrungsaustausch. Erfolgreiche Personenmarken werden durch echten Mehrwert und ehrlich gemeintes Interesse für Themen aufgebaut.

In meinem Beispiel sind das Social Media und Influencer Marketing, Personal Branding und mein Werdegang als Agenturgründerin. Um diese Themen dreht sich mein gesamter Content, damit decke ich meine Leidenschaften ab und ich erreiche potenzielle Kundinnen und Kunden für meine Influencer Marketing Agentur. Mein Geheimtipp, um eure Themen zu finden: Ihr müsst euch nur zwei Fragen stellen.

  1. Was verbinden andere mit mir?

  2. Was wünsche ich mir, das andere mit mir verbinden sollen?

Für Frage Nummer eins könnt ihr natürlich Menschen in eurem beruflichen sowie privaten Umfeld fragen.

Schritt drei: Welche Plattform wollt ihr nutzen? 

Im dritten Schritt zum Aufbau eurer Personenmarke geht es raus aus der Strategie und rein in die Operative: Ihr müsst eure Plattformen finden und dort aktiv werden.

Während es schwierig und teuer sein kann, in PR, einen eigenen Podcast oder andere Kanäle zu investieren, ist Social Media die perfekte, kostenlose Einstiegsmöglichkeit für jeden von uns. Als Nummer eins für Personal Branding empfehle ich dabei aktuell definitiv Linkedin. Auf keiner anderen Plattform bewegen sich Menschen so gezielt, um Input im beruflichen Kontext zu konsumieren. Es geht gezielt um geschäftlichen Austausch.

Für euch lohnt sich Linkedin vor allem, da es überhaupt nicht schwierig ist, sich hier ein Netzwerk aufzubauen und hohe Reichweiten zu erzielen. Selbst Linkedin Newbies können mit echtem Mehrwert Tausende andere Linkedin User mit nur einem Posting erreichen.

Der Content ist langlebig und es reicht (je nach Zielsetzung) bereits aus, ein- bis zweimal Mal pro Woche ein Posting zu veröffentlichen. Aber: Noch wichtiger ist bei Linkedin, selbst auch wirklich aktiv zu sein, und es nicht bei den Postings zu belassen. Die Karriere-Plattform lebt vom Austausch – seid also nicht sparsam mit Interaktionen und sinnvollen Kommentaren unter Posts von anderen.

Was ihr nicht braucht, um als Personal Brand erfolgreich zu werden

Ein großes Vorurteil ist, dass Personal Branding extrem aufwändig ist. Natürlich könnt ihr unendlich viel Zeit in eure Sichtbarkeit und in die Contenterstellung stecken. In Wahrheit zählt jedoch nur die Gewohnheit. Ihr braucht weder aufwändige Redaktionspläne noch hochwertige (und teure) Videos. Wichtig ist es, sich vom Perfektionismus zu befreien und einfach loszulegen.

Es muss für euch lediglich zur Gewohnheit werden, sowohl eure Erfahrungen und Erfolge als auch Herausforderungen und Misserfolge auf Social Media und Co. zu dokumentieren. Denn das macht eure Personenmarke nahbar, spannend und authentisch – und ist mit der Zeit viel leichter, als man denkt.