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Pepsi ergreift Maßnahmen zum Umweltschutz – und liegt damit komplett daneben

Anna Rinderspacher
Freie Journalistin

Plastikmüll stellt eine enorme Belastung für unsere Umwelt dar. Das verstehen auch immer mehr große Firmen und versuchen, ihren Anteil an der Produktion zu minimieren. So will die Softdrink-Firma PepsiCo künftig Wasser aus Dosen statt aus Plastikflaschen verkaufen. Der Umwelt hilft sie damit jedoch wenig.

Pepsi möchte Wasser der Marke Aquafina künftig auch in Dosen anbieten. (Bild: Getty Images)

Hunderttausende Meerestiere, die qualvoll verenden, Unmengen von Rohöl, das für die Herstellung draufgeht, Kunststoffe, die hunderte von Jahren brauchen, bis sie in der Natur abgebaut werden: PET-Flaschen belasten unsere Umwelt gleich auf mehrfache Weise. Es ist also höchste Zeit, Alternativen für Plastikflaschen zu finden.

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Die Firma PepsiCo, einer der größten Getränkehersteller der Welt, scheint sich dessen bewusst zu sein: In einer Pressemitteilung ließ der Konzern verlauten, dass Wasser der Marke “Aquafina“ ab sofort auch in Aluminiumdosen zum Verkauf angeboten werde. Die Kunden können selbst entscheiden, welche Getränkeverpackung ihnen lieber ist. “Wir tragen unseren Teil dazu bei, das Problem offen anzugehen, indem wir unsere Verpackungen reduzieren, recyceln oder neu erfinden, um sie nachhaltiger zu machen“, heißt es in der Mitteilung.

Bislang wird das Wasser von Aquafina in Plastikflaschen verkauft. (Bild: Getty Images)

Darum sind Aluminiumdosen noch schlimmer als Plastikflaschen

Im ersten Moment erscheint diese Entscheidung wie ein Schritt in die richtige Richtung, einer, den Pepsi nicht alleine geht: Auch die britische Marke “CanOWater“ produziert Wasser in Blechdosen, in Deutschland vertreibt die Marke Rhodius das “einzige deutsche Mineralwasser in der Dose“.

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Eine Lösung für das Müllproblem unserer Umwelt ist die Blechdose jedoch nicht. Zwar lässt sie sich leichter recyceln als Plastikflaschen und braucht auch nur halb so lange, bis sie abgebaut ist, in Sachen Nachhaltigkeit lässt sie jedoch einiges zu wünschen übrig.

Denn für die Herstellung von Aluminium wird mehr Energie benötigt als für die von Glas oder Plastik, wie Thomas Fischer von der Deutschen Umwelthilfe gegenüber dem Portal "Utopia" erklärt. Demnach sei auch der Recycling-Prozess energieaufwendiger als der von Plastik.

Zudem ist für jede neue Dose auch neues Aluminium nötig, das wiederum aufwendig gewonnen werden muss. Blechdosen mögen vielleicht eine Alternative zu Plastikflaschen sein, aber leider keineswegs eine umweltfreundliche. Durch die gute Wasserqualität in Deutschland gibt es eine andere Lösung, die nicht nur nachhaltiger, sondern auch günstiger ist: Leitungswasser trinken.

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