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Peene-Werft geht an Bremer Lürssen-Gruppe

Wolgast/Stralsund (dapd). Die zur insolventen P+S-Gruppe gehörenden Werften in Stralsund und Wolgast gehen künftig wieder getrennte Wege. Nach Angaben von Insolvenzverwalter Berthold Brinkmann wird die Peene-Werft in Wolgast zum 1. Mai 2013 von der Bremer Lürssen-Gruppe übernommen. Für die Volkswerft Stralsund befinde man sich mit mehreren Interessenten aus der weltweiten Schiffbauindustrie in Gesprächen. "Wir erwarten bis Ende Januar konkrete Kaufangebote", sagte Brinkmann am Montag in Rostock.

Nach dem vom Gläubigerausschuss bestätigten Kaufvertrag zahlt Lürssen für die Peene-Werft einen Kaufpreis unter 20 Millionen Euro. Dieses Angebot sei das beste im Bieterwettstreit gewesen, sagte Brinkmann. Entscheidend sei jedoch Lürssens Verpflichtung zur Übernahme von 285 Arbeitnehmern gewesen. Zudem würden weiteren 75 Arbeitnehmern befristete Arbeitsverträge für zwei Jahre angeboten. Außerdem werden alle 65 Auszubildende übernommen. Der Kauf steht unter Vorbehalt der Zustimmung durch das Bundeskartellamt.

Gewerkschaft spricht von "gutem Tag für Wolgast"

Der Bezirksleiter der IG Metall Küste, Meinhard Geiken, sagte, dies sei ein "guter Tag für Wolgast". Die auf Marine- und Jachtschiffbau spezialisierte Lürssen-Werft passe ins Wolgaster Konzept. Außerdem würden Arbeitsverhältnisse unbefristet und mit Tarifbindung gesichert.

Nach Angaben von Peene-Werft-Betriebsrat Carsten Frick ist die Werft mindestens bis April 2013 voll ausgelastet. Zum Auftragsbestand gehörten der Neubau von zwei schwedischen Küstenwachschiffen, Zuarbeiten für eine neue deutsche Fregatte sowie diverse Reparaturaufträge, darunter die Instandsetzung eines deutschen Forschungsschiffs. Darüber hinaus habe Lürssen angekündigt, weitere Aufträge für Wolgast zu ordern.

Deutlich komplizierter ist dagegen die Situation für die größere Volkswerft. Brinkmann sagte, es gebe Gespräche mit mehreren in- und ausländischen Interessenten. Entscheidend sei, dass die mittlerweile weitgehend stillgelegte Werft wieder in Gang gesetzt werde.

Inzwischen sei eine Betreibergesellschaft "Stralsunder Schiffbaugesellschaft mbH" mit der IMG Ingenieurtechnik & Maschinenbau GmbH Rostock als Gesellschafterin gegründet worden. Sie soll im Rahmen eines Werkvertrags für den Verwalter tätig werden.

Mit 300 Zeitarbeitern DFDS-Frachter weiterbauen

Der Geschäftsführer der Betreibergesellschaft, Stefan Säuberlich, kündigte an, ab 2. Januar mit dem Weiterbau von zwei Ro-Ro-Fähren zu beginnen. Ein entsprechender Vertrag mit der dänischen Reederei DFDS als Kunde befinde sich kurz vor der Unterzeichnung. Die zwei Schiffe sollen im Dezember 2013 und Januar 2014 ausgeliefert werden.

Für den Bau würden etwa 300 Mitarbeitern der Transfergesellschaft Küste befristete Verträge angeboten. "Mit diesem Auftrag könnte der Wiederanlauf der Werft verlustfrei gestaltet werden", sagte Brinkmann, der damit neue Kaufangebote von Investoren erwartet.

Weiter unklar bleibt die Zukunft der beiden noch nicht fertigen Ostseefähren, deren Abnahme die Reederei Scandlines kürzlich gekündigt hatte. Nach Angaben von Brinkmann wird gegenwärtig in Gesprächen mit mehreren Reedereien in aller Welt über eine Übernahme verhandelt, allerdings nicht mehr mit Scandlines. Dabei würden sehr unterschiedliche Einsatzkonzepte geprüft. "Schön wäre es, wenn wir die Schiffe in Stralsund fertigbauen könnten", sagte Brinkmann.

Seinen Angaben zufolge haben Gläubiger gegenüber den P+S Werften inzwischen Forderungen über etwa 500 Millionen Euro angemeldet.

dapd

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