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PayPal bringt immer mehr neue Produkte

Motley Fool Investmentanalyst
·Lesedauer: 4 Min.

Der Online-Zahlungsgigant PayPal (WKN:A14R7U) verzeichnet inmitten der COVID-19-Pandemie einen sprunghaften Anstieg an neuen Konten und Engagement und tut alles, was er kann, um aus dem Moment Kapital zu schlagen. Während der Telefonkonferenz zum zweiten Quartal Ende Juli teilte PayPal-Finanzchef John Rainey seine Pläne mit, in der zweiten Jahreshälfte weitere 300 Millionen US-Dollar in neue Produkte und Verbesserungen zu investieren.

Und das Tempo der Produkteinführungen war sehr hoch. Laut CEO Dan Schulman erwartet er, dass die Zahl der Produktveröffentlichungen in der zweiten Hälfte des Jahres 2020 der Zahl der neuen Produkte entsprechen wird, die in den sechs Jahren seiner Amtszeit bei PayPal veröffentlicht wurden. Es folgt, was das Unternehmen bisher gemacht hat und was es für Investoren bedeutet.

Beschleunigung der Produktpipeline

Zu Beginn des Jahres sprach Schulman über die Notwendigkeit, die Präsenz von PayPal in den Geschäften zu erhöhen, um sein Ziel zu erreichen, eine Milliarde Nutzer zu erreichen, die fast täglich über PayPal Geschäfte abwickeln. Die Auswirkungen von COVID-19 haben diese Produktpipeline beschleunigt.

Das Unternehmen hat im letzten Quartal QR-Codes in der PayPal-App und der Cash-Transfer-App Venmo eingeführt. Seitdem ist das Unternehmen eine Partnerschaft mit CVS Health eingegangen, um die QR-Codes in ihre POS-Systeme zu integrieren, und sucht nach weiteren Partnern.

Schulman betrachtet QR-Codes als den schnellsten Weg für PayPal, seine Präsenz in den Geschäften auszubauen. Er sieht auch die Möglichkeit, die Zahlungen in den Geschäften mit Debit- und Kreditkarten auszubauen. Das Unternehmen wird noch in diesem Jahr eine Venmo-Kreditkarte herausbringen. Es hat seine Partnerschaft mit Mastercard ausgeweitet, um die PayPal Business-Debitkarte Anfang dieses Monats in weitere Länder zu bringen.

Schließlich will PayPal auch die kontaktlose Zahlungstechnologie nutzen, um Zahlungen zu erleichtern. Es hat bereits langjährige Vereinbarungen mit Dutzenden von globalen Zahlungskartenunternehmen abgeschlossen, um deren Tokenisierungstechnologie zu nutzen. Die Herausforderung, vor der es steht, ist die Überwindung der Zugangsbeschränkungen für Telefon-Hardware, die bei Apple-Geräten besonders umständlich ist.

Auch PayPal vernachlässigt die Online-Zahlungen nicht. Es startete letzten Monat ein Ratenzahlungsprogramm namens Pay in 4, das es Händlern ermöglicht, Gelder für einen Kauf im Voraus zu erhalten, während die Verbraucher den Kauf in Raten bezahlen. Das Produkt bringt die Marke weiter nach oben im Verkaufsprozess und gibt den Verbrauchern die Möglichkeit haben, im Laufe der Zeit zu bezahlen.

PayPal arbeitet auch an mehreren anderen Online-Zahlungsdiensten. Man möchte mehr Möglichkeiten für Verbraucher schaffen, um PayPal online bei mehr Händlern zu nutzen, sowie die Möglichkeit, auf verschiedene Arten zu bezahlen (z. B. Kreditkartenbelohnungen, digitale Währung) und eine tiefere Integration mit Honey, seiner Webbrowser-Erweiterung, die automatisch nach Angeboten für Produkte und Dienstleistungen sucht, die vom Nutzer gesucht werden.

Vertrauen auf das Netzwerk und das Ökosystem

Die meisten neuen Produkte von PayPal werden eigentlich nicht direkt monetarisiert. So kostet z. B. Pay in 4 die Händler nichts, und die Verbraucher zahlen auch keine Zinsen. Das ist ein einzigartiges Angebot, das nur wenige andere Unternehmen bieten können. Das liegt daran, dass PayPal ein verstärktes Engagement von Nutzern feststellt, die Pay in 4 oder In-Store-Zahlungsoptionen für seine anderen Produkte verwenden, was die Kosten dieser neuen Angebote ausgleicht.

Es ist dieser Netzwerkeffekt, der eine schnelle Entwicklung und Erprobung neuer Produkte ermöglicht und PayPal einen Preisvorteil verschafft. Es ist dieselbe Strategie, die das Fintech-Unternehmen Square (WKN:A143D6) seit mehreren Jahren verfolgt. Square plant jedoch nur die Einführung von ein oder zwei wichtigen neuen Produkten auf Verbraucherseite pro Jahr. PayPal hat im letzten Monat drei Produkte auf den Markt gebracht oder erweitert: Pay in 4, die Business-Debitkarte, und Instant Transfer.

PayPals schnellerer Zeitplan für die Produktfreigabe wird durch sein größeres Netzwerk unterstützt. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte es über 346 Millionen aktive Konten zwischen PayPal-Händlern und -Verbrauchern, Venmo und Honey. Das sind weit mehr als die 30 Millionen Cash App-Nutzer von Square und eine unbekannte Anzahl von Square-Händlern.

Im Gegenzug wird für PayPal jede Menge freier Cashflow generiert – 2,2 Milliarden US-Dollar allein im zweiten Quartal. Im Vergleich dazu lag der freie Cashflow von Square vor COVID-19 im letzten Zwölfmonatszeitraum bei rund 500 Millionen US-Dollar. PayPal hat also viel Spielraum, um mit neuen Produkten zu experimentieren.

Weitere 300 Millionen US-Dollar an zusätzlichen Investitionen in neue Produkte ermöglichen es PayPal immer noch, den freien Cashflow zu steigern und seine Betriebsmarge zu erweitern und gleichzeitig eine der größten Gelegenheiten in der Geschichte zu nutzen.

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Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 24.09.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

The Motley Fool besitzt und empfiehlt Apple, Mastercard, PayPal Holdings und Square. The Motley Fool empfiehlt CVS Health und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2022 $75 Calls auf PayPal Holdings.

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