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Preise in der Euro-Zone steigen nur noch um 2,4 Prozent – wann erklärt die EZB den Sieg über die Inflation?

Euro - Copyright: Getty Images
Euro - Copyright: Getty Images

Die Euro-Zone nähert sich der Preisstabilität. Die Inflationsrate ging im November überraschend deutlich von 2,9 Prozent auf nur noch 2,4 Prozent zurück, teilte das Statistikamt Eurostat mit. Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für ihr Ziel der Preisstabilität eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Seit Mitte 2021 steigen die Preise schneller, in der Spitze mit Jahresraten über zehn Prozent. Gegen die Inflation hatte die EZB die Zinsen so schnell und kräftig erhöht wie noch nie. Jetzt scheint der Zinsgipfel erreicht. Die Frage ist, wann und wie schnell die EZB die Zinsen wieder senkt. Wann ist die Inflation vorbei?

Im Monatsvergleich zum Oktober gingen die Preise im November um 0,5 Prozent zurück. Auch die Kernrate der Inflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrung sank von 4,2 auf 3,6 Prozent. Die Kerninflation gilt gute Messgröße dafür, wie stark sich die Inflation in der gesamten Wirtschaft ausgebreitet hat, wie groß also der Preisdruck ist.

Der Rückgang sowohl der allgemeinen Inflation als auch Kernrate fiel deutlich kräftiger aus als an den Märkten erwartet worden war. Auch in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, ist die Inflationsrate im November überraschend stark gesunken. Sie fiel in der europäisch harmonisierten Rechnung von 3,0 auf 2,3 Prozent. In der nationalen Rechnung ermittelte das Statistische Bundesamt für Deutschland einen Rückgang der Teuerung von 3,8 auf 3,2 Prozent.

Ausschlaggebend für die deutliche Abkühlung der Inflation ist der starke Rückgang der Energiepreise. Sie waren in der Euro-Zone um 11,5 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Damals hatten sie in Folge des russischen Angriffs auf die Ukraine den Höchststand erreicht. In der Euro-Zone verteuerten sich Lebensmittel mit Plus 6,9 Prozent immer noch besonders stark. Auch für sie ging die Teuerung aber von zuvor 7,4 Prozent zurück. Die Preise für Dienstleistungen stiegen ebenfalls schwächer als im Vormonat.

An den Märkten gilt es nach den jüngsten Preisdaten als ausgemacht, dass die EZB die Zinsen - wie bereits von ihr selbst angedeutet – nicht mehr weiter erhöht. EZB-Chefin Christine Lagarde lässt aber offen, wie lange die Zinsen auf dem aktuell hohen Niveau bleiben. Ob, wann und wie schnell die EZB die Zinsen senkt, gilt als wichtiger Faktor für die Entwicklung der Konjunktur und der Finanzmärkte im kommenden Jahr. Auch für Sparer und die Bauwirtschaft ist eine mögliche Zinswende bedeutsam.

Die Deutsche Bank rechnet damit, dass die EZB die Leitzinsen ab dem Juni senkt und dann bis Ende 2024 um einen vollen Prozentpunkt zurücknimmt. „Es wird darauf ankommen, ob und wann die Notenbanken den Sieg über die Inflation verkünden", sagte Stefan Schneider, Chefvolkswirt Deutschland bei Deutsche Bank Research.

„Die heute vorgelegten Zahlen bestätigen unsere Prognose eines ausgeprägten disinflationären Trends, der sich im nächsten Jahr fortsetzen sollte“, kommentierte Jörg Angelé vom Vermögensverwalter Banthleon. Im Dezember werde die Inflationsrate zwar aufgrund statistischer Sondereffekte noch einmal steigen, ab Januar würden die Preise dann aber wieder deutlich langsamer steigen.

„Die Inflationsdaten für November bestätigten, dass der Preisdruck in allen Komponenten des Inflationskorbs rasch nachlässt“, sagte Deutsche Bank Research Ökonom Marc de Muizon. „Diese Daten bestätigen, dass sich die inländische Inflation im Euroraum viel schneller verlangsamt, als die EZB vor einigen Monaten prognostiziert hatte.“

Weniger zuversichtlich sind seine Kollegen für die Preise in Deutschland. „Die Zahlen sind ein Silberstreif am Konjunkturhorizont, weil ein zügigerer Inflationsrückgang – bei gleichzeitig hohen Lohnabschlüssen – die Kaufkraft und somit den privaten Konsum stützt“, sagte Sebastian Becker. „Dennoch ist der Kampf gegen die Inflation noch nicht gewonnen.“ Die hohen Lohnabschlüsse, die Wiederanhebung der Mehrwertsteuer für Gas, Fernwärme und in der Gastronomie sowie die Erhöhung des CO2-Preises hielten den Druck auf die Preise aufrecht.

Tomasz Wieladek, Chefvolkswirt Europa bei T. Rowe Price wies darauf hin, dass die historisch niedrige Arbeitslosigkeit in Europa zu steigen beginne. Dies könne aggressivere Zinssenkungen nach sich ziehen, als sie derzeit eingepreist sind. „Eine Senkung um 0,5 Prozentpunkte irgendwann im Jahr 2024 würde uns nicht überraschen“.