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Patientenschützer: Eigenanteildeckelung Spahns für Heimpflege dürftig

·Lesedauer: 2 Min.

BERLIN (dpa-AFX) - Die Deutsche Stiftung Patientenschutz hat zurückhaltend auf die von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geplante Deckelung des Eigenanteils für stationäre Pflege bei 700 Euro reagiert. "Bei genauem Hinsehen, fallen seine Vorschläge eher dürftig aus", sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch der Deutschen Presse-Agentur. "So soll der Pflegeanteil im Heim auf monatlich 700 Euro begrenzt werden und nach drei Jahren wegfallen. Tatsache ist aber, dass die Hälfte der Bundesländer diesen Höchstbetrag gar nicht erreichen. Zudem sterben ein Drittel der Heimbewohner nach drei Monaten, und 60 Prozent sind nach zwölf Monaten tot. Es gibt also kaum Pflegebedürftige die drei Jahre im Heim leben."

Spahn erläuterte in der "Bild am Sonntag": "Mein Vorschlag ist, dass Heimbewohner für die stationäre Pflege künftig für längstens 36 Monate maximal 700 Euro pro Monat zahlen" - also "maximal 25 200 Euro. Zwar bleibt die Pflegeversicherung auch dann eine Teilkaskoversicherung. Aber der Eigenanteil wird berechenbar." Spahn begründete die geplante Deckelung mit den steigenden Kosten. Seit 2017 sei der monatliche Eigenanteil für die stationäre Pflege um durchschnittlich 238 Euro gestiegen.

Brysch unterstrich, die Pflegekosten seien nur ein Teil des durchschnittlichen Eigenanteils von rund 2000 Euro im Monat. Denn Verpflegung und Investitionskosten kämen hinzu. "Deshalb muss die Pflegeversicherung endlich zukunftssicher werden und alle Kosten für die reine Pflege tragen."

Insgesamt müssen Pflegebedürftige für die Heimbetreuung immer mehr aus eigener Tasche beisteuern. Der Eigenanteil für die reine Pflege lag zuletzt im Schnitt bei 786 Euro im Monat. Zuzüglich weiterer Kosten - etwa für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen der Heime - waren insgesamt im bundesweiten Schnitt zuletzt 2015 Euro pro Monat fällig, wie aus Daten des Verbandes der Ersatzkassen (Stand 1. Juli) hervorgeht. Dabei gibt es große regionale Unterschiede.