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Passives Einkommen mit Dividenden: Klingt gut – ist es aber nicht!

ETFs
ETFs

In Zeiten abstürzender Wachstumsaktien lenken einige Investoren ihren Blick wieder vermehrt auf die Dividende. Unabhängig von Kursschwankungen wird diese schließlich immer gezahlt und bietet somit ein schönes passives Einkommen. Oder etwa nicht?

Die Verlockung von Dividenden

Am Anfang meiner Investorenlaufbahn lag mein Fokus auf Aktien mit hohen Dividenden. „Dividende gut, alles gut“ war mein Credo. Mir gefiel, dass Dividenden einfach zu verstehen waren und dass ich mir so direkt ein kleines passives Einkommen aufbauen konnte. Das Gefühl, einfach so regelmäßig einen kleinen Betrag auf mein Konto überwiesen zu bekommen, war klasse! Diesen Betrag konnte ich dann unter Einbeziehung historischer Dividendensteigerungen in die Zukunft extrapolieren. Der Kursverlauf konnte mir dabei ja egal sein. So habe ich mir vor sieben Jahren schon ausgemalt, wie viele Fixkosten ich heute mit meinem passiven Dividendeneinkommen aus meinen damals drei größten Depotpositionen AT&T, Freenet und Shell decken können würde.

Der Haken vieler Dividendenlieblinge

Bei meiner Milchmädchenrechnung habe ich jedoch die beiden wichtigsten Punkte vergessen: Dividendenzahlungen sind nicht in Stein gemeißelt und rein rational zählt immer die Gesamtrendite eines Investments – also Dividende plus Kursentwicklung. Und genau diese Kursentwicklung war bei allen drei genannten Aktien enttäuschend. Die Kurse stehen jeweils tiefer als vor sieben Jahren (Stand: 30.04.22, gilt für alle Angaben). Auch wenn man die teilweise üppigen Dividenden einbezieht, blieb die Gesamtperformance deutlich hinter dem breiten Aktienmarkt zurück. Das gleiche Spiel lässt sich an diversen ETFs mit Dividenden-Fokus beobachten, zum Beispiel an dem MSCI World High Dividend Yield Index.

Doch warum ist die Kursentwicklung bei Unternehmen mit hohen Dividendenausschüttungen oft nur mäßig? Ich denke, der wichtigste Faktor ist, dass diese Unternehmen ja gerade hohe Ausschüttungen tätigen, weil sie weniger sinnvolle Investitionen in das eigene Unternehmen sehen. Durch einen Fokus auf hohe Dividenden pickt man sich also explizit langsamer wachsende Unternehmen heraus. Doch das Umsatzwachstum ist der langfristig wichtigste Treiber für die Aktienkursentwicklung. Daher erscheint es mir nur logisch, dass der Kurs bei diesen Unternehmen im Durchschnitt weniger stark als der Gesamtmarkt wächst.

Erschwerend kommt meiner Meinung nach hinzu, dass selbst wenn ein Unternehmen wie Shell im Laufe der Zeit wieder interessantere Investitionsmöglichkeiten sieht, wie im Bereich der erneuerbaren Energien, das Unternehmen sich oftmals in einer Art Zwangskorsett befindet. Denn die an hohe Ausschüttungen gewöhnten Aktionäre möchten in vielen Fällen nur ungern auf diese verzichten. Entsprechend knapp sind die verbleibenden Mittel für Investition und Innovation. Wird dann irgendwann doch die Dividende gekürzt, stürzt das Kartenhaus des vermeintlich sicheren passiven Einkommens in sich zusammen. Ganz kritisch sehe ich es, wenn sogar Schulden aufgenommen werden, nur um die Dividenden (die ja eigentlich eine anteilige Gewinnausschüttung sind) zahlen zu können.

Dennoch haben Dividenden ihren Reiz

Trotzdem bleiben Dividenden einer von zwei Bestandteilen der Gesamtrendite. Ich erfreue mich immer noch daran, wenn Dividenden ganz passiv auf meinem Konto eingehen. Für mich als jungen Investor ist das aber nur ein nettes Zubrot. Ich möchte den Gesamtmarkt schlagen und setze daher eher auf wachstumsstarke Unternehmen, die naturgemäß weniger Dividende zahlen. Genau diese Art von Unternehmen ist aktuell vergleichsweise günstig zu haben – anders als viele vermeintlich sichere Dividendenlieblinge.

Der Artikel Passives Einkommen mit Dividenden: Klingt gut – ist es aber nicht! ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Hendrik Vanheiden besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

Motley Fool Deutschland 2022

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