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Wie passen Warren Buffetts „größte Fehler“ und sein Nein-Ansatz zusammen?

·Lesedauer: 2 Min.
Warren Buffett
Warren Buffett

Warren Buffett ist ein erfolgreicher Investor, der verschiedene Erfolgsrezepte hat. Der legendäre Starinvestor sagte jedoch einst, dass Teil seines Investitions-Prozesses das Nein-Sagen sei. Zu vielen spannenden Unternehmen und deren Aktien sagt er „Nein“, was im Endeffekt auch zu einem eher konzentrierten Portfolio führt.

Aber Warren Buffett wäre nicht das heutige Orakel von Omaha, wenn er damit nicht eine Menge Erfolge vorweisen könnte. Es gibt jedoch auch Fehler, die der Starinvestor gemacht hat. Riskieren wir heute einen Blick darauf, wie sein Nein-Sagen mit den von ihm selbst bezeichneten größten Fehlern zusammenhängt. Hier einen Kompromiss zu finden ist natürlich nicht ganz einfach.

Warren Buffett: Der größte Fehler

Der größte Fehler beziehungsweise die größten Fehler von Warren Buffett sind für den Starinvestor solche, die auf Unterlassung basieren. Oder anders ausgedrückt: verpasste Chancen und Gelegenheiten, die der Starinvestor eben nicht ergriffen hat. Vielen Aktien trauerte der Starinvestor bereits hinterher.

Im Jahre 2001 und im Rahmen der Hauptversammlung von Berkshire Hathaway sagte der Starinvestor: „Die extremsten Fehler in der Geschichte von Berkshire sind Fehler durch Unterlassung. Sie tauchen nicht in unseren Zahlen auf. Sie zeigen sich in den Opportunitätskosten.“ So mancher Analyst behauptet, dass sich die Geschichte seitdem sehr häufig wiederholt habe.

Aber kommen wir zum springenden Punkt: Wie passt der Nein-Ansatz von Warren Buffett damit zusammen, dass die größten Fehler auf unterlassenden Kaufentscheidungen basieren? Wow, das ist wirklich eine harte Nuss. Für mich ist die einfache Antwort: Das Orakel von Omaha trifft bewusst solche Entscheidungen gegen eine Aktie, wenn sie nur zu 97 oder 98 % die Kriterien bietet, die er mag. Auch mit dem Risiko, dass ihm dadurch eine lukrative Investitionsmöglichkeit entgeht.

Warren Buffett scheint sein „Nein“ trotzdem höher zu gewichten. Ganz einfach, weil ihm dadurch ein konzentriertes Portfolio möglich ist. Es geht ihm lediglich darum, die Aktien und Unternehmen mit dem besten Chance-Risiko-Verhältnis zu identifizieren. Manchmal kann es im Nachhinein eben auch sein, dass er einige Dinge vielleicht falsch bewertet. Das ist der Preis, den er dann bezahlt.

Die Quintessenz: Das Wissen darum

Die Quintessenz, die für mich aus diesem inneren Konflikt bei Warren Buffett hervorgeht, ist das Wissen um dieses Spannungsverhältnis. Auch für dich als Investor kann das relevant sein. Beispielsweise beim Überlegen, ob du selbst ebenfalls bloß auf die besten Unternehmen und deren Aktien setzen möchtest. Und im Zweifel solche Fehler begehst. Oder lieber auf die Breite setzt, um auch ja keine Chancen zu verpassen.

Kenne die Grenzen, die Vor- und auch die Nachteile. Das kann dich zu einem erfolgreichen Investor machen. Und, seien wir mal ehrlich: Das Orakel von Omaha ist trotzdem noch erfolgreich, selbst wenn ihm einige Investitionen aufgrund von Unterlassen letztlich nicht geglückt sind.

Der Artikel Wie passen Warren Buffetts „größte Fehler“ und sein Nein-Ansatz zusammen? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2023 $265 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021

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