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Passagiere leiden erneut unter Streiks an Flughäfen

Hamburg/Köln (dapd). Der Arbeitskampf der Sicherheitskräfte an Flughäfen in Nordrhein-Westfalen und Hamburg hat am Freitag erneut Flugausfälle und lange Wartezeiten verursacht. Seit dem frühen Morgen streikte das Kontrollpersonal an den Airports Köln-Bonn und Hamburg, um in den festgefahrenen Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen.

Hauptleidtragende des Konflikts waren die Passagiere: So waren in Hamburg bereits am Morgen 112 der insgesamt geplanten 179 Abflüge sowie 30 der 179 Ankünfte gestrichen worden, wie eine Sprecherin des Flughafens auf dapd-Anfrage sagte. Hier war es der zweite Streiktag in Folge. Reisende mussten sich zudem erneut auf Wartezeiten von mehreren Stunden einstellen.

In Nordrhein-Westfalen verlagerte die Gewerkschaft ver.di den Ausstand an den Flughafen Köln-Bonn, nachdem am Donnerstag in Düsseldorf gestreikt worden war. Auch hier wurde fast die Hälfte der geplanten 200 Abflüge gestrichen, wie ein Flughafensprecher auf dapd-Anfrage sagte. Etwa 10.000 Passagiere seien betroffen. Die restlichen Fluggäste mussten sich auf lange Schlangen gefasst machen. "Im Moment ist nur eine von normalerweise 12 bis 15 Kontrolllinien um diese Zeit geöffnet", sagte der Sprecher am Morgen.

Ver.di hatte das Sicherheitspersonal am Donnerstag zu den erneuten Warnstreiks aufgerufen, nachdem ein Ultimatum an die Arbeitgeber für ein verbessertes Angebot verstrichen war. Die Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft und dem Bundesverband für Sicherheitswirtschaft (BDSW) sind festgefahren. Bereits Ende Januar hatte das Sicherheitspersonal an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn und Hamburg an zwei Tagen die Arbeit niedergelegt.

In Nordrhein-Westfalen fordert ver.di für die 34.000 Beschäftigten der Branche Lohnerhöhungen von 2,50 bis 3,64 Euro. In Hamburg soll der Stundenlohn für Luftsicherheitsassistenten auf 14,50 Euro steigen. Ein Angebot des BDSW von 12,75 Euro ab März und 13,50 Euro ab Januar 2014 hatte die Gewerkschaft abgelehnt.

Der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), Michael Sommer, warb derweil um Verständnis für die Streiks. "Die Fluggäste täten gut daran, diesen Arbeitskampf nicht als Belastung, sondern als Hilferuf zu verstehen", sagte er der "Schwäbischen Zeitung" (Freitagausgabe). Es liege auch in ihrem Interesse, dass Beschäftigte, die für ihre Sicherheit zuständig seien, anständig bezahlt würden.

Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, soll am Nachmittag feststehen: Für 14.00 Uhr kündigte ver.di-Verhandlungsführer Peter Bremme im dapd-Gespräch eine Erklärung an. Die für Hamburg zuständige BDSW-Geschäftsführerin Cornelia Okpara schloss wie am Vortag ein neues Angebot erneut aus.

dapd

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