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Pariser Flughäfen: Bodenpersonal sorgt für Ärger bei Passagieren

Am Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle hat es am Freitag zum Ferienbeginn Warnstreiks gegeben. Demonstrationen von Beschäftigten des Bodenpersonals behinderten vorübergehend den Zugang zu einigen Terminals.

Tausende Reisende wurden ausgebremst. Zwischen 7.00 und 14.00 Uhr seien 17 Prozent der geplanten Flüge gestrichen worden, wie der Flughafen mitteilte. Auf den ganzen Tag umgerechnet fielen 10 Prozent der Starts und Landungen weg. Weitere Protestaktionen wurden am Wochenende erwartet, wie der Sender Europe 1 berichtete.

Den Arbeiter*innen geht es unter anderem um Lohnerhöhungen und Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Das Personal sei trotz wieder anziehenden Verkehrs nicht entsprechend aufgestockt worden, hieß es.

"Die Flughäfen liegen mit 95 Prozent fast auf Vor-Corona-Niveau", sagt Nicolas Pereira von der Gewerkschaft "CGT". "Nur, dass wir am Flughafen Roissy jetzt 20.000 Beschäftigte weniger haben und sich die Arbeitsbedingungen dramatisch verschlechtert haben."

Und Fabrice Criquet, Mitglied der Gewerkschaft "FO" ergänzt: "Es ist mittlerweile so, dass wir die Passagiere nicht mehr abfertigen können und die Kollegen keine Pausen machen können." Dies sei unglaublich für den Pariser Flughafen, aber es sei der Grund für das Chaos.

Thomas Padilla/AP Photo
Reisende kommen am Flughafen Roissy-Charles-de-Gaulle in Paris an, während Flughafenbeschäftigte demonstrieren - Thomas Padilla/AP Photo

Auch am Flughafen Paris Orly wurden Reisende gebeten, frühzeitig zu kommen. So mancher Passagier ist da verärgert. "Jetzt, mit steigenden Corona-Zahlen ist das nicht sehr schön. Für diejenigen, die ein Flugzeug erwischen müssen und die seit mehreren Monaten ihre Vorbereitungen getroffen haben, ist das nicht sehr förderlich", sagt die Reisende Sylvie Champion und ergänzt: "Es ist so, als ob wir als Geiseln gehalten werden."

Auch für die Beschäftigten der Billigfluggesellschaften Ryanair und Easyjet in Spanien ist die Lage sehr ernst. Sie wollen die gleiche Bezahlung wie ihre europäischen Kollegen. "Wir fordern, dass unsere Gehälter denen unserer Kollegen in Europa, vor allem in Frankreich, Italien und Deutschland, entsprechen oder zumindest nahe kommen", sagt Pier Luigi Copelo von der Gewerkschaft "USO".

Doch auch in den anderen Ländern herrscht Unzufriedenheit, wie etwa am Hamburger Flughafen. Laut Gewerkschaft ver.di hatten mehr als 100 Beschäftigte einer Instandhaltungsfirma an einem Warnstreik teilgenommen. Nach Angaben des Flughafens habe der Tarifstreit jedoch keine Auswirkungen auf Passagiere gehabt.

Es kam zwar zu längeren Wartezeiten etwa beim Check-In, doch dies hatte überwiegend mit dem Beginn der Sommerferien in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zu tun.

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