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Die Pandemie führt zu mehr Hunger - und Fettleibigkeit

Agnieszka de Sousa
·Lesedauer: 3 Min.

(Bloomberg) -- Hunger und Mangelernährung sind den Vereinten Nationen zufolge weltweit auf dem Vormarsch, weil die Coronavirus-Krise mehr Menschen in die Armut treibt und ihren Zugang zu gesunder Ernährung einschränkt.

Fast 690 Millionen Menschen waren im vergangenen Jahr unterernährt, so viele wie seit 2009 nicht mehr, und die Pandemie könnte diese Zahl bis Ende dieses Jahres um bis zu 132 Millionen Menschen erhöhen, schreibt die UNO in einem Bericht. Gleichzeitig nimmt die Fettleibigkeit zu, weil sich Milliarden Menschen keine gesunden Lebensmittel leisten können - ein Problem, das durch die ökonomischen Folgen der Pandemie noch verschärft wird.

“Die Pandemie schafft nicht ein Problem der Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln, sondern des Zugangs zu Nahrungsmitteln, weil die Menschen wegen der Rezession weniger Einkommen haben werden”, sagte Maximo Torero, Chefökonom der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), die den Bericht mitverfasst hat. Immer mehr Menschen wechselten zu billigeren, weniger gesunden Lebensmitteln, was Übergewicht und Fettleibigkeit verstärken könnte, sagte er.

Klimawandel, Konflikte und Rezessionen haben in den letzten Jahren den Hunger verschlimmert, und Wüstenheuschreckenplagen - die vor allem in Afrika Ernteschäden verursachen - haben dieses Jahr die Aussichten verschlechtert. Deshalb sei das Ziel, bis 2030 den Hunger weltweit zu beseitigen, nicht zu erreichen, erklärte die UNO und forderte die Regierungen zu beispiellosen Maßnahmen auf, um das Problem anzugehen.

Die meisten unterernährten Menschen leben in Asien, aber in Afrika nimmt ihre Zahl am schnellsten zu. Wenn sich der aktuelle Trend fortsetzt, werden bis 2030 weltweit mehr als 840 Millionen Menschen von Hunger betroffen sein - so viele wie zuletzt 2004, so die Organisation.

Der Bericht der Vereinten Nationen über Ernährungssicherheit und Ernährung wurde von der FAO, dem Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung, dem Welternährungsprogramm, Unicef und der Weltgesundheitsorganisation gemeinsam verfasst. Die Organisationen haben ihre Schätzungen zur Unterernährung erheblich korrigiert, nachdem sie genauere Daten aus Ländern wie China erhalten hatten.

Auch wenn es noch zu früh ist, um die Auswirkungen der Lockdowns und anderer Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie genau abzuschätzen, könnte die weltweite Rezession die Zahl der Hungernden um weitere 83 bis 132 Millionen erhöhen. Maßnahmen gegen die Auswirkungen von Covid-19 auf Hunger und Ernährung erfordern laut International Food Policy Research Institute in diesem Jahr zusätzliche Staatsausgaben in Höhe von zehn Milliarden Dollar.

Im vergangenen Jahr hatten rund zwei Milliarden Menschen keinen regelmäßigen Zugang zu sicheren, nahrhaften und ausreichenden Nahrungsmitteln, so die UN. Eine gesunde Ernährung, die reich an Obst, Gemüse und Eiweiß ist, ist für mehr als drei Milliarden Menschen unerschwinglich, und dieses Problem wird sich mit Covid-19 noch verschärfen. Schlechte Ernährung verursacht zudem Gesundheits- und Umweltkosten in Billionenhöhe.

“Wir müssen wirklich schnell handeln und den am stärksten gefährdeten Bevölkerungsgruppen helfen”, sagt FAO-Ölonom Torero und fordert Programme für soziale Sicherheitsnetze, Lebensmittellieferungen und Geldtransfers.

Überschrift des Artikels im Original:Global Hunger and Obesity Are Worsening Due to Virus Fallout (1)

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©2020 Bloomberg L.P.