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Palandt und Co.: Nach NS-Juristen benannte Justiz-Standardwerke werden umbenannt

·Lesedauer: 2 Min.
Der Name
Der Name "Palandt" wird von zukünftigen Auflagen des Kommentars gestrichen (Bild: Alexander Bernhard/ddp images)

Das nach dem NS-Juristen Otto Palandt benannte Justiz-Standardwerk "Palandt" wird umbenannt. Das teilte der Münchner Verlag C.H. Beck am Dienstag mit. "Bereits auf der nächsten, im November 2021 erscheinenden Auflage wird auf dem Umschlag der Name des aktuellen Koordinators der Autorinnen und Autoren, des Richters am Bundesgerichtshof Dr. Christian Grüneberg, genannt werden."

Auch alle anderen Werke, bei denen in der NS-Diktatur aktive Juristen als Autoren oder Herausgeber genannt sind, werden andere Namen erhalten. So soll der Loseblattkommentar zum Grundgesetz von Maunz/Dürig künftig den Namen Dürig/Herzog/Scholz tragen und die Gesetzessammlung Schönfelder vom Vorsitzenden der Ständigen Deputation des Deutschen Juristentages Mathias Habersack herausgegeben werden. Im Frühjahr war das Münchner Institut für Zeitgeschichte vom Bayerischen Justizministerium mit einer entsprechenden Studie beauftragt worden. Diese läuft derzeit noch.

Der "Palandt", vielleicht das prominenteste Beispiel, ist ein Kommentar zum Bürgerlichen Gesetzbuch. Otto Palandt selbst hat nicht viel für das Werk geschrieben. Er war Präsident des Reichsjustizprüfungsamtes und leitete die Abteilung "Ausbildung" im Reichsjustizministerium. Heinrich Schönfelder war seit 1943 Kriegsgerichtsrat bei verschiedenen deutschen Kriegsgerichten in Italien und wurde von Partisanen erschossen.

Politik begrüßt Umbenennung

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) begrüßte die Änderung. "Wer sich dafür eingesetzt hat, die juristische Ausbildung an den menschenfeindlichen Zielen des NS-Regimes auszurichten, darf in unserem demokratischen Rechtsstaat nicht der Namensgeber eines juristischen Standardwerks sein", sagte sie. Für die Umbenennung sei es daher "höchste Zeit".

"Das ist eine bedeutsame Entscheidung", kommentierte Bayerns Justizminister Georg Eisenreich (CSU). "Die Umbenennung ist notwendig: Namensgeber für Gesetzessammlungen und Kommentare müssen integre Persönlichkeiten sein. Keine Nationalsozialisten."

Da man Geschichte nicht ungeschehen machen könne, habe man zunächst die historischen Namen beibehalten, sagte Verleger Hans Dieter Beck laut Mitteilung. "Um Missverständnisse auszuschließen, haben wir uns nun dazu entschlossen, Werke mit Namensgebern, die in der NS-Zeit eine aktive Rolle gespielt haben, umzubenennen."

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