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Österreichs Ski-Problem: Die Angst vor "Ischgl 2"

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 4 Min.

Während sich Österreich zur Pandemie-Bekämpfung im dritten Lockdown befindet, zog es am Wochenende unzählige Menschen zu den geöffneten Skigebieten. Die Furcht vor “Ischgl 2”wächst.

Der Andrang auf die österreichischen Skigebiete war am Wochenende riesig. (Bild: Chris Bauer/SEPA.Media /Getty Images)
Der Andrang auf die österreichischen Skigebiete war am Wochenende riesig. (Bild: Chris Bauer/SEPA.Media /Getty Images)

Eine Ausnahmeregel, die eigentlich für den Individualsport gedacht ist, sorgt dafür, dass in Österreich ein Run auf die Skigebiete begonnen hat. Zwar gelten Auflagen, so dürfen die Gondelbahnen nur zur Hälfte ausgelastet sein und alle Passagiere müssen FFP2-Masken tragen. Skiverleihe und Skischulen dürfen aber weiter geöffnet bleiben. Zwar gilt eine Ausgangssperre, zum Freizeitsport ist das Verlassen des Hauses allerdings gestattet.

Die Sorge vor einem zweiten Ischgl wächst. Denn in der ersten Welle der Corona-Pandemie war der Skiort zum Synonym für einen Hotspot geworden. Allein aus der EU sollen sich damals laut Recherchen des ORF über 11.000 Menschen mit dem Virus angesteckt und es von dort aus über ganz Europa verteilt haben.

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Dass die Skigebiete nun offen bleiben, sorgt bei Vielen für Unverständnis. Dieses wurde noch verstärkt durch die Bilder, die am Wochenende aus Österreich um die Welt gingen. Vor allem in den oberösterreichischen Wintersportgebieten Hinterstoder, Wurzeralm und Kasberg herrschte am Sonntag ein riesiger Andrang. Teilweise staute sich der Verkehr zu den Skiorten, an den Lifts herrschte Gedränge.

Obwohl Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz vor einer Dritten Welle warnt, lassen sich offensichtlich viele Menschen nicht von ihrem Hobby abhalten. In den Sozialen Medien machen zahlreiche User ihrem Unmut über die Skisportler Luft.

Teilweise waren die Posts unter dem Hashtag #Ischgl2 ziemlich makaberer Art.

Die Empörung richtete sich nicht nur gegen die Wintersportler, auch an Sebastian Kurz und der Corona-Strategie seiner Regierung gab es reichlich Kritik.

Skigemeinden reagieren auf den Andrang

Einige Gemeinden reagierten bereits auf den Andrang. Im niederösterreichisches Semmering wurde die Rodelwiese geschlossen, da der Abstand bei teilweise mehr als 1000 Wintersportlern nicht mehr gewährleistet werden konnte, wie die Kronenzeitung berichtete. Weitere Skigebiete verschärften die Regeln nach dem Andrang vom Wochenende. Wie die dpa vermeldete, wurden das Sicherheitskonzept in einigen Skigebieten nachgebessert. Es gibt nun eine weitere Begrenzung der Parkplätze, mehr Platz zum Anstellen und mehr Ordner, teilte das Bundesland Oberösterreich am Montag mit.

Den Wirtschaftsminister des Bundeslands, Markus Achleitner zitierte die dpa dazu: “Im Sinne der Eigenverantwortung appelliere ich aber auch an die Skifahrerinnen und Skifahrer, so weit möglich auch erst ab Mittag in die Skigebiete zu kommen, denn da sind viele Gäste vom Vormittag wieder auf dem Heimweg und man kommt so bequem und ohne Staus auf die Piste.”

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In Österreich wurden am gestrigen Sonntag 1.408 neue Corona-Fälle gemeldet. Seit Beginn der Pandemie haben sich in dem Land bei 8,8 Millionen Einwohnern 353.488 Menschen infiziert, 5.881 Österreicher sind bisher an dem Virus verstorben. Eine von Österreich ausgehende neue Infektionswelle in die umgebenden Ländern wie im Frühjahr ist aber eher unwahrscheinlich. Die Hotels in den Skigebieten bleiben weiterhin geschlossen, für ausländische Besucher gilt nach wie wie vor eine zehntägige Quarantänepflicht.

VIDEO: Österreich verhängt dritten strikten Lockdown ab 26. Dezember