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Nach Osram-Übernahme: Neuer AMS-Konzern in den roten Zahlen

·Lesedauer: 3 Min.

Der österreichische Sensorik-Spezialist legt erstmals Zahlen für den Gesamtkonzern vor. Osram hofft auf eine Belebung des Geschäfts.

Die Ex-Siemens-Tochter hat sich vom Glühbirnenhersteller zum LED-Spezialisten entwickelt. Die Eigenständigkeit ging durch die Übernahme durch AMS aber verloren. Foto: dpa
Die Ex-Siemens-Tochter hat sich vom Glühbirnenhersteller zum LED-Spezialisten entwickelt. Die Eigenständigkeit ging durch die Übernahme durch AMS aber verloren. Foto: dpa

Der neue AMS-Osram-Konzern nimmt Gestalt an. Der österreichische Sensorik-Spezialist, der für mehr als vier Milliarden Euro Osram übernommen hatte, legte am Freitag erstmals gemeinsame Zahlen vor. Demnach stieg der Umsatz durch den Zusammenschluss im dritten Quartal um 111 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar.

Unter dem Strich stand auch wegen roter Zahlen bei Osram ein Quartalsverlust von 143 Millionen Dollar. Ziel sei es, in den nächsten Jahren einen „sehr profitablen, kombinierten Konzern“ zu formen, sagte AMS-Chef Alexander Everke.

Dem kleineren, aber schneller wachsenden AMS-Konzern war es gelungen, die deutlich größere Ex-Siemens-Tochter Osram zu übernehmen. In der vergangenen Woche stimmte die Osram-Hauptversammlung dem Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zu. Damit haben die Österreicher nun den Durchgriff bei ihrer neuen Tochter – müssen aber auch die Verluste bei sich verbuchen.

Im dritten Quartal – für die Ex-Siemens-Tochter ist es das Schlussviertel des Geschäftsjahres 2019/20 (30. September) – verzeichnete Osram einen Verlust von 89 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus noch 213 Millionen Euro betragen. Im gesamten Geschäftsjahr 2019/20 betrug der Osram-Verlust 267 Millionen Euro.

Osram-Chef Olaf Berlien sah aber operative Fortschritte. So lag der Umsatz im vierten Quartal mit 739 Millionen Euro zwar um knapp 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum dritten Quartal zogen die Erlöse aber vor allem dank einer Erholung in der Autoindustrie spürbar an.

Für das Geschäftsjahr 2020/21 rechnet Berlien denn auch mit einem Umsatzzuwachs von sechs bis zehn Prozent. „Insbesondere die positive Entwicklung in China stimmt uns für unsere Märkte optimistisch."

Auch bei der Profitabilität gab es Lichtblicke. So lag die bereinigte operative Umsatzrendite von Osram im Geschäftsjahr 2019/20 mit 8,3 Prozent nur leicht unter dem Vorjahreswert von 8,9 Prozent. „Die starke Erholung der Profitabilität und der positive Free Cash Flow für das Gesamtjahr demonstrieren klar unsere Fähigkeit, die Unternehmensperformance weiter voranzutreiben“, sagte Berlien.

Die ordentliche operative Entwicklung lag vor allem daran, dass die Kostensenkungen mit 128 Millionen Euro höher ausfielen als erwartet. Unter dem Strich wurde das Ergebnis unter anderem von Abschreibungen auf das Autolicht-Joint-Venture mit Continental belastet, das wieder aufgelöst werden soll.

AMS und Osram wollen gemeinsam einen neuen Photonik-Champion formen, der sowohl bei Licht, als auch bei Sensorik zu den Marktführern gehört. „Ich bedaure, dass wir AMS nicht selbst gekauft haben“, sagte Osram-Chef Berlien im Gespräch mit dem Handelsblatt.

Osram hat aber den richtigen Zeitpunkt verpasst. AMS wuchs in den vergangenen Jahren deutlich dynamischer als die Münchener und war operativ profitabler. So gelang es den Österreichern schließlich, den größeren Konkurrenten zu übernehmen.

Auch im dritten Kalenderquartal lief es bei AMS besser als bei der Tochter. Die Umsätze sanken - ohne Einrechnung von Osram - im Jahresvergleich weniger stark um zwölf Prozent auf 564 Millionen Dollar. Die bereinigte operative Umsatzrendite (Ebit) lag bei 23 Prozent. Dabei sind zum Beispiel Akquisitions- und Restrukturierungskosten sowie der Aufwand für aktienbasierte Vergütung herausgerechnet.

Es zeigt sich damit nun, dass die neue Tochter Osram die Margen von AMS erst einmal verwässert. Denn der Gesamtkonzern kam nur auf eine operative Umsatzrendite von vier Prozent.

Nun richtet sich der Blick nach vorne. Die bereinigte Ebitda-Marge von Osram soll im Geschäftsjahr 2020/21 bei neun bis elf Prozent liegen. Unter dem Strich erwartet Berlien schwarze Zahlen. Allerdings warnte Osram: „Etwaige wirtschaftliche Folgen einer erneut verschärften Pandemielage sind in den prognostizierten Werten dementsprechend nicht berücksichtigt.“

AMS ist zum Beispiel bei 3D-Sensoren für Handys stark. Für das vierte Quartal erwartet der Konzern – ohne Berücksichtigung von Osram – einen Umsatz von 650 bis 690 Millionen Dollar. Nimmt man die Mitte der Spanne bedeutet das einen leichten Zuwachs von zwei Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum.

Eine der größten Herausforderungen für den neuen Konzern ist die hohe Verschuldung. AMS hatte die Übernahme teilweise mit Krediten finanziert. Die Verschuldung zum dritten Quartal bezifferte der Konzern auf gut 2,4 Milliarden Dollar.