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Oppositionelle Kolesnikowa: Stoppt die Gewalt in Belarus

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Trotz Festnahme bereut die Oppositionelle Maria Kolesnikowa nicht, dass sie in Belarus geblieben ist.
Trotz Festnahme bereut die Oppositionelle Maria Kolesnikowa nicht, dass sie in Belarus geblieben ist.

Dialog anstelle von Gewalt: Das fordert die Inhaftierte Maria Kolesnikowa vom belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko. Die Hoffnung auf einen demokratischen Wandel hat sie noch immer.

Minsk (dpa) - Die inhaftierte belarussische Oppositionelle Maria Kolesnikowa hat den Machtapparat von Alexander Lukaschenko zum Gewaltverzicht aufgerufen.

«Ich rufe die Behörden auf, damit aufzuhören, das eigene Volk zu bekämpfen und den Belarussen zuzuhören und einen neuen Dialog zu beginnen», erklärte die 39-Jährige der «Welt am Sonntag» in einem schriftlich geführten Interview. «Stoppt die Gewalt! Stoppt die absurden Gerichtsprozesse!» Kolesnikowa, die lange als Kulturmanagerin in Stuttgart gearbeitet hat, sitzt seit September im Gefängnis. Ihr drohen viele Jahre Haft.

Kolesnikowa war im Zuge der Präsidentschaftswahl vom 9. August vergangenen Jahres im Trio mit Swetlana Tichanowskaja und Veronika Zepkalo international bekannt geworden. Nach der weithin als gefälscht eingeschätzten Abstimmung schloss sie sich den Massenprotesten an. Anfang September wurde die Politikerin vom Geheimdienst KGB in Minsk entführt. Als sie in die Ukraine abgeschoben werden sollte, zerriss sie kurz vor dem Grenzübergang ihren Pass und vereitelte so Pläne, sie aus dem Land zu vertreiben.

Ihre Entscheidung, in Belarus zu bleiben, bereue sie nicht, schrieb Kolesnikowa. «Ich glaube, das ist das einzig Richtige gewesen. Die Freiheit fällt einem nicht einfach in den Schoß.» Belarus sei nicht das einzige Land, das bislang kein demokratisches System habe aufbauen können. Aber: «Schritt für Schritt bauen wir eine freie und offene Gesellschaft.»

Viele belarussische Oppositionelle - wie Tichanowskaja - sind aus Angst vor Lukaschenkos Machtapparat ins Ausland geflohen. Bei den Protesten im vergangenen Jahr gab es mehrere Tote, Hunderte Verletzte und Tausende Festnahmen. Menschenrechtler kritisieren immer wieder Folter in den belarussischen Gefängnissen.

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