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Opel stoppt wegen Chipmangels bis Anfang 2022 Produktion in Eisenach

·Lesedauer: 3 Min.
Logo von Opel (AFP/Fabrice COFFRINI)

Der Autobauer Opel lässt wegen der Chipkrise monatelang die Produktion in seinem Werk in Eisenach ruhen. Kommende Woche werde die Produktion gestoppt und Anfang 2022 wieder aufgenommen - sofern die Lieferketten dies zuließen, erklärte ein Unternehmenssprecher am Donnerstag. Die IG Metall reagierte empört und sprach von einem "unglaublichen Vorgang". Auch beim Autobauer Ford gibt es weitere Einschränkungen im Werk Köln.

Opel produziert in Eisenach in Thüringen den Kompakt-SUV Grandland X. Während der Produktionspause sollen die 1300 Beschäftigten in Kurzarbeit geschickt werden, wie der Unternehmenssprecher weiter mitteilte.

Der Erste Bevollmächtigte der IG Metall Eisenach, Uwe Laubach, sagte, es sei "empörend", wie die Neuerung in dieser Woche gelaufen sei. Am Dienstag habe es eine Versammlung gegeben und "da war keine Rede von dieser Maßnahme", sagte Laubach AFP. Es sei "mehr als schräg", dass die Maßnahme nun durchgesetzt werde, "ohne mit den Sozialpartnern zu beraten". Neben den 1300 Beschäftigten seien auch zahlreiche Zulieferbetriebe unmittelbar betroffen, gab der Gewerkschafter im Gespräch mit der "Automobilwoche" zu bedenken.

Der Unternehmenssprecher erklärte, die globale Automobilindustrie befinde sich aufgrund der anhaltenden Pandemie und eines weltweiten Mangels an Halbleitern in einer Ausnahmesituation. In dieser "anspruchsvollen und unsicheren Lage" plane der Opel-Mutterkonzern Stellantis "Anpassungen der Produktion".

Laubach sagte dazu, es sei allgemein bekannt, dass es eine Halbleiterkrise gebe und das zwinge auch zu Einschränkungen. Jedoch könne der Grandland "offenbar ohne Probleme in Socheaux weitergebaut werden". Das ehemalige Peugeot-Werk Socheaux steht in Ostfrankreich. Die IG Metall wolle nun bei der Konzernmutter Stellantis "das Gespräch suchen", sagte Laubach der Zeitung. "Wir wollen in Erfahrung bringen, wie die Zukunft von Opel in Eisenach aussieht."

Stellantis in Paris erklärte gegenüber AFP, Entscheidungen über Werksschließungen würden vor Ort getroffen. Die Gruppe hatte im Sommer wegen des Chipmangels auch schon mehrere Werke in Frankreich vorübergehend schließen müssen.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer nannte es "sehr ungewöhnlich", dass ein Hersteller ein Werk komplett für gut drei Monate dicht macht. "Für Eisenach ist dies kein gutes Zeichen, auch deshalb, weil nur ein Fahrzeug, der Grandland X, dort montiert wird." Das Werk Sochaux dürfte auch deshalb profitieren, da in Deutschland Kurzarbeitergeld bezahlt wird und die Schließung für Stellantis damit "preisgünstiger" werde, mutmaßte der Experte.

Der globale Halbleitermangel belastet zahlreiche Wirtschaftsbereiche, besonders aber die Automobilindustrie. Wegen der Chipkrise mussten in Deutschland auch schon Volkswagen, Daimler und BMW ihre Produktion für Tage oder Wochen herunterfahren und die Beschäftigten in Kurzarbeit schicken.

Am Donnerstag teilte auch Ford mit, dass die Produktion des Fiesta in Köln bis zum 31. Oktober weiter ausgesetzt werde. Eigentlich war die Wiederaufnahme dort am 1. Oktober geplant. Das Beratungsunternehmen Alix Partners hatte vergangene Woche gewarnt, wegen des Chipmangels würden in diesem Jahr weltweit 7,7 Millionen Autos nicht produziert.

Die Unsicherheit in den Unternehmen über die Lieferung von Rohstoffen und Materialien sei "eine Bedrohung für das Wachstum", sagte die Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB) beim EZB-Zentralbankforum am Mittwoch. Noch sei unklar, wie lange es diese "Flaschenhälse" noch geben werde.

hcy/fho/bk

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