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Onlinebewertungen: War diese Bewertung wirklich hilfreich für Sie?

Lisa Hegemann

Auf Yelp kann jeder Cafés oder Fitnessstudios bewerten. Aber nicht zu positiv, findet Yelp und blendet manche Kommentare aus. Verständlich – sagen nun auch Bundesrichter.

Manche fotografieren ihr Essen nicht nur für soziale Netzwerke, sondern posten es auch als Referenz für eine Onlinebewertung auf Plattformen wie Google Maps oder Yelp. © Eaters Collective/​Patrick Tomasso/​unsplash.com

"Bitte bewerten Sie uns!" Egal, ob jemand online ein Restaurant bucht, ein Produkt kauft oder per App ein Taxi bestellt: Meist kommt kurz darauf eine Mail mit der Bitte um Bewertung. Nutzerinnen und Nutzer sollen dann Sterne verteilen, oft von eins (nicht zufrieden) bis fünf (sehr zufrieden), vielleicht sogar noch einen kurzen Kommentar, was sie so schlimm oder so toll fanden.

Gut für die Firmen, die darauf hoffen können, mit guten Bewertungen mehr Dienstleistungen und Produkte zu verkaufen (zum Beispiel International Journal of Hospitality Management: Ye, 2009; International Journal of Electronic Commerce: Cui, 2012). Und gut für die Sterneverteilerinnen und Kommentarschreiber, die die oft unübersichtliche Welt des Onlinekonsums sortieren. Bewertungen zeigen an, ob der Airbnb-Host wirklich cool ist, warum das neue Restaurant leider völlig grundlos gehypt wurde und weshalb die Kopfhörer die Außengeräusche doch nicht so gut ausblenden, wie die Werbung verspricht. Und wenn 713 Menschen im Schnitt 4,4 Sterne gegeben haben, wird’s schon nicht so schlecht sein. 

Was aber, wenn gar nicht alle verfügbaren Daten in eine Bewertung einfließen? Mit dieser Frage hat sich am Dienstag der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe beschäftigt. Geklagt hatte Renate Holland, ehemalige Weltmeisterin im Bodybuilding und Betreiberin mehrerer Fitnessstudios, gegen das Onlineportal Yelp. Eines von Hollands Studios hatte dort im Februar 2014 nur eine Bewertung von drei Sternen – im Kosmos der Onlinebewertungen also richtig schlecht.

Gut bewertet reicht eben nicht

Nutzerinnen und Nutzer können auf Yelp für fast jede Dienstleistung Sterne verteilen: Hotelübernachtung, Shopping, Massage, Haarschnitt, Autoreparatur und eben auch den Service im Fitnessstudio. Nur behält sich Yelp vor, die Beiträge automatisiert zu gewichten und nur empfohlene anzuzeigen. Die Bewertung von Hollands Studio spiegelte dabei damals nur die Meinung eines Yelpers wider – 24 überwiegend positive Beiträge wurden nicht angezeigt. "Das ist doch seltsam, dass man die einfach streicht", sagte Holland der Nachrichtenagentur dpa. Normalerweise hätte sie 4 bis 4,5 Sterne bekommen müssen.

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