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Onlinebank N26 ist das wertvollste deutsche Start-up

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Die Handy-Bank N26 hat zuletzt weitere 170 Millionen US-Dollar an Geldern eingesammelt und wird von den Investoren nun mit 3,5 Milliarden US-Dollar bewertet. Im fünften Jahr nach dem Marktstart liegt sie damit auf Platz eins der wertvollsten deutschen Start-ups, die vor allem in Berlin boomen.

Die Onlinebank N26 ist das wertvollste deutsche Start-up (Bild: Getty Images)

Mit einer erweiterten Kapitalrunde von insgesamt 470 Millionen Dollar wird das Berliner Start-up N26 nun mit umgerechnet 3,1 Milliarden Euro bewertet, gab das Unternehmen bekannt. Laut “Süddeutsche Zeitung“ liegt es damit auf Platz eins der wertvollsten deutschen Start-ups. Gefolgt wird es von Delivery Hero (3,1 Milliarden Dollar), HelloFresh (2,9 Milliarden Dollar) und Auto1Group (2,4 Milliarden Dollar). Die Onlinebank teilte außerdem mit, sie gehöre nun auch zu den Top Ten der wertvollsten FinTechs weltweit.

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Das Investment fließt vor allem auch in die Expansion

Das frische Geld will N26 für Produktinnovationen nutzen, dazu sein Team ausbauen und die internationale Expansion vorantreiben. Erst kürzlich hat das Start-up seine App in den USA gestartet, im nächsten Jahr steht der Markteintritt in Brasilien auf dem Plan. Australien, Kanada und Mexiko sollen ebenfalls folgen. Laut dem Mitgründer und Finanzchef Maximilian Tayenthal will das Unternehmen pro Jahr mindestens einen neuen Markt erschließen, wobei das große Ziel folgendes sei: “Wir haben die Vision, das Privatkunden-Banking weltweit zu verändern.“ Weitere Finanzierungsrunden seien bereits eingeplant.

Der Gründer der N26 Bank, der Wiener Valentin Stalf (Bild: dpa)

Das sind die Geldgeber

Zu den deutschen Investoren gehören neben dem Venture-Capital-Fonds Earlybird auch die Beteiligungsgesellschaft Allianz X des Versicherers Allianz. Unter den internationalen Investoren befinden sich der Staatsfonds GIC aus Singapur, Insight Ventures Partners und Tencent und Valar Ventures.

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Der Start-up-Standort Berlin steht auch bei internationalen Investoren hoch im Kurs

Gegenüber der “Welt“ sagte Peter Lennartz, ein Partner der Unternehmensberatung EY, über den Erfolg der Handy-Bank: “Das steigert die Attraktivität des Start-up-Standorts Deutschland weiter.“ Mit Start-ups in der Größenordnung von N26 würden weitere Geldgeber aus dem Ausland angezogen. Allerdings konzentrierten sich die meisten davon auf Unternehmen in Berlin, wo die “Rahmenbedingungen auch im internationalen Vergleich“ stimmten. Von den insgesamt zehn größten Finanzierungsrunden des ersten Halbjahres gingen neun an Unternehmen aus der Hauptstadt.

Zuletzt war N26 heftig kritisiert worden

Die positiven Zahlen kommen zu einer Zeit, in der die Direktbank auch heftig kritisiert worden war. Etliche Nutzer hatten sich in den vergangenen Monaten über die schwere Erreichbarkeit des Kundenservices beschwert. Ein Umstand, den N26 mit der Aufstockung der Mitarbeiter beheben wollte. Zudem hatte die Finanzaufsicht Bafin der Smartphone-Bank Mängel bei Maßnahmen gegen Terrorfinanzierung und Geldwäsche nachgewiesen.

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