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Online-Händler Zalando macht Milliardenumsatz und Verluste

Berlin (dapd). Der Online-Händler Zalando hat 2012 die Milliardenmarke beim Umsatz durchbrochen, bezahlt sein rasantes Wachstum aber weiter mit deutlichen Verlusten. Das erst vier Jahre alte Berliner Unternehmen konnte zwar im vergangenen Jahr seinen Umsatz von 510 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 1,15 Milliarden Euro mehr als verdoppeln, wie Zalando am Freitag mitteilte. Doch fiel dabei wegen hoher Investitionen für den Ausbau des Geschäfts beim Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach vorläufigen Zahlen ein Verlust von 92 Millionen Euro an. 2011 lag das Minus bei gut 60 Millionen Euro.

In der Kernregion Deutschland, Österreich und Schweiz sei das Ebit 2012 aber erstmals ausgeglichen gewesen, die Gewinnschwelle sei hier erreicht, erklärte Zalando. Zahlen zum Nettoergebnis machte das laut Firmenangaben "am schnellsten wachsende Unternehmen Europas" nicht.

"Anlaufverluste nehmen wir in Kauf, sie sind Teil unserer Strategie beim Eintritt in neue Märkte", sagte Geschäftsführer Rubin Ritter. "Entscheidend ist, dass sich die Margen bereits in allen Regionen aufgrund des zunehmenden Kundenstamms und wachsender Effizienz positiv entwickeln."

Der reine Online-Händler hatte 2008 zunächst nur mit einem kleinen Angebot an Schuhen begonnen. Mit einem ständig wachsenden Sortiment, das neben Mode auch etwa Einrichtungsgegenstände und Heimtextilien umfasst, mischte Zalando seitdem dank des Booms beim Einkauf per Mausklick den Versandhandel kräftig auf. Zalando setzt dabei ebenso wie der Onlineshop Amazon etablierte Versandhäuser wie Otto sowie den klassischen Einzelhandel zunehmend unter Druck.

In sieben Ländern neu am Start

2012 ging Zalando nach Firmenangaben in sieben europäischen Ländern neu an den Start. Das waren Belgien, Dänemark, Finnland, Norwegen, Polen, Spanien und Schweden. Damit ist das Unternehmen in 14 Ländern Europas vertreten. Mehr als zehn Millionen Kunden haben laut Zalando schon Mode bestellt. Um die Warenströme zu lenken, entsteht derzeit in Mönchengladbach das zweite firmeneigene Logistikzentrum. Das erste war im Dezember in Erfurt eröffnet worden.

Für das weitere Wachstum sieht sich Zalando finanziell gut aufgestellt. "2012 ist unsere Eigenkapitalquote auf über 50 Prozent gestiegen, von 39 Prozent im Jahr zuvor", sagte Geschäftsführer Ritter. "Wir verfolgen einen starken Wachstumskurs und haben als Ausgleich dafür immer eine sehr konservative Bilanzstruktur gewählt."

Größter Aktionär von Zalando ist der schwedische Investor AB Kinnevik. Anteilseigner sind auch die Rocket Internet der drei Samwer-Brüder, die sich mit Investitionen in Internetfirmen einen Namen gemacht haben, sowie die Handelsgruppe Tengelmann.

dapd

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