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Onlinebroker Flatexdegiro will Handel mit Bitcoin ermöglichen

Müller, Mareike
·Lesedauer: 3 Min.

Das Angebot soll in der zweiten Jahreshälfte starten. Der Vorstandsvorsitzende Frank Niehage begründet den Schritt mit verbesserten regulatorischen Bedingungen.

Der Onlinebroker Flatexdegiro plant, seinen Kunden den Handel mit Kryptowährungen zu ermöglichen. In Zukunft werde man sich „mit dem Thema Kryptowährungen beschäftigen“, erklärte Frank Niehage, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, dem Handelsblatt. „Das ist etwas, was wir sicherlich im zweiten Halbjahr auf unserer Plattform auch anbieten werden.“

Aktuell können Kunden des Unternehmens auf verschiedenen Plattformen Aktien, Derivate, ETFs, Fonds und Sparpläne handeln, aber auch Differenzkontrakte, also spekulative Derivate, sowie Wertpapierkredite. Im Kryptobereich konnten die Nutzer bisher lediglich Bitcoin-Zertifikate handeln, um auf den Kursverlauf des Bitcoins zu setzen. Die Kryptowährung selbst konnten sie bislang bei Flatexdegiro aber nicht handeln „oder gar verwahren lassen“, so Niehage.

Der Flatexdegiro-Chef begründet die Entscheidung mit verbesserten regulatorischen Bedingungen: Man habe das Thema Kryptowährungen „immer schon eng beobachtet“, doch seien „die regulatorischen Anforderungen vor zwei Jahren noch ganz andere“ gewesen. Niehage weist zudem auf den Versicherungsschutz hin. Denn bei der Verwahrung von Kryptowährungen kommt es immer wieder zu Hackerangriffen oder Diebstählen.

Kryptowährungen können in sogenannten Wallets, also virtuellen Geldbörsen, gespeichert werden. Dabei unterscheiden Experten „Hot Wallets“, die mit dem Internet verbunden sind und daher von Hackern angegriffen werden können, und „Cold Wallets“ oder „Hardware Wallets“.

Letztere beschreiben einen Speicherort für Kryptowährungen, der nicht mit dem Internet verbunden ist, ähnlich einem USB-Stick. Dieses Modell ist wiederum anfällig für Diebstahl, wie Niehage ausführt. „Diese Themen waren früher nicht versicherbar. Das hat sich erfreulicherweise weiterentwickelt.“ Mittlerweile bestehe ein entsprechendes regulatorisches Umfeld, und der Versicherungsschutz könne gewährleistet werden, „sodass wir uns auch wohlfühlen, so etwas unseren Kunden zukünftig anzubieten“.

Angebot vorerst nur für Kunden in Deutschland

Flatexdegiro zählt nach eigenen Angaben mehr als 1,2 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern. Zunächst soll das Kryptowährungsangebot in einer Pilotphase in der zweiten Jahreshälfte Kunden aus Deutschland zugänglich gemacht werden. Welche Kryptowährungen das Angebot genau umfasse, stehe noch nicht fest, erklärte ein Sprecher des Unternehmens gegenüber dem Handelsblatt. Der Bitcoin sei aber auf jeden Fall darunter.

Ende 2019 hatte Flatex den Kaufvertrag für den niederländischen Broker Degiro unterzeichnet, aus dem Deal entstand mit Flatexdegiro der größte von Banken unabhängige Broker in Europa. Gemeinsam mit Anbietern wie Comdirect, Consorsbank oder ING zählt das Unternehmen hierzulande mittlerweile zu den Marktführern im Wertpapiergeschäft mit Kunden, die ihre Anlageentscheidungen weitgehend selbst treffen.

Im Corona-Jahr 2020 bescherte der lebhafte Handel an den Börsen dem Onlinebroker ein Rekordjahr: Flatexdegiro wickelte 75 Millionen Transaktionen ab und damit 140 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Unternehmen im Januar mitteilte. Anfang Dezember wurde Flatexdegiro in den SDax aufgenommen, den Index für 70 kleinere Unternehmen, die sogenannten Small Caps. Die Aktie notiert mittlerweile bei rund 91 Euro – das entspricht einem Kursanstieg von 224 Prozent innerhalb der vergangenen zwölf Monate.

In den ersten beiden Quartalen dieses Jahres fokussiere man sich vorerst weiter auf die Integration von Degiro, so Niehage, sowie auf die Einführung einer Desktop-Version der neuen Anwendung Flatex Next. „Ab Sommer werden wir uns dem Thema Digitalwährung nähern.“

Der Onlinebroker wurde 1999 gegründet. Nach eigenen Angaben richtet sich das Angebot vor allem an „aktive, gut informierte Trader, die eigenverantwortlich handeln“.