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Omikron: Warum die FFP2-Maske jetzt besonders gut sitzen sollte

·Lesedauer: 5 Min.

Angst vor Omikron? Eine FFP2-Maske kann schützen. Wie gut, das hängt vom Hersteller und dem korrekten Gebrauch ab. Was Experten jetzt raten.

Sitzt die Maske? © Arne Eichhof/​plainpicture
Sitzt die Maske? © Arne Eichhof/​plainpicture

Die Wahrscheinlichkeit, sich in den kommenden Wochen mit Corona zu infizieren, ist so hoch wie nie. Für jeden Einzelnen ist das kein Grund zur Panik. Die allermeisten Omikron-Infektionen verlaufen mild oder ganz ohne Symptome, das gilt besonders für Geimpfte. Betrachtet man die Situation aber auf gesellschaftlicher Ebene, wird klar, dass eine allzu rasante Verbreitung von Omikron das Gesundheitssystem und die kritische Infrastruktur vor große Probleme stellen könnte. Allein schon deshalb sollte die neue Coronavirus-Variante ausgebremst werden. Dabei helfen sollen: Masken. 

Was sich mit Omikron ändert

Im Grunde hat sich an der Schutzfunktion von Masken seit Beginn der Pandemie nichts geändert. Was sich unterscheidet, ist das Infektionsgeschehen. Größere Ausbrüche in einer vollständig geimpften Gruppe, zum Beispiel bei Feiern oder Veranstaltungen, habe man bei Delta eigentlich nicht gesehen, erklärt Jana Schroeder, Infektiologin und Chefärztin des Instituts für Krankenhaushygiene und Mikrobiologie der Stiftung Mathias-Spital. Bei Omikron sei das anders. Die hohe Immunflucht der neuen Variante bedeute, dass auch Geimpfte deutlich häufiger infiziert werden. 

Ein weiteres Problem: die Aerosole. Laut Martin Kriegel, Professor für Raumlufttechnik an der TU Berlin, gibt es Hinweise darauf, dass die Dosis an Viruspartikeln, die es für eine Ansteckung braucht, bei Omikron niedriger ist als bei der Delta-Variante. Kriegel vermutet außerdem, dass beim Atmen und Sprechen mehr und größere Viruspartikel ausgeschieden werden. Der Grund: Bei einer Omikron-Infektion sind die oberen Atemwege vergleichsweise stärker befallen.  

Corona: Mediziner dringt auf umfassendes Monitoring

All dies rückt Masken wieder in den Fokus. Es werde immer noch viel über die Effizienz unterschiedlicher Masken in verschiedenen Szenarien diskutiert, erklärt Kriegel. Ganz grundsätzlich stehe aber fest: "FFP2-Masken in Innenräumen sind sehr sinnvoll." Im Freien sei das Ansteckungsrisiko in Bewegung sehr gering, beim Zusammenstehen zumindest erhöht.  

Wie sich die Masken unterscheiden

Laut Jana Schroeder entsprechen die Stoffmasken, die viele zu Beginn der Pandemie sogar noch selbst genäht haben, inzwischen nicht mehr den geltenden Standards. OP-Masken schneiden im Vergleich dazu schon deutlich besser ab (ipa: Abaluck et al., 2021).   

Aber auch OP-Masken könnten bei Weitem nicht mit der Schutzfunktion von FFP2-Modellen mithalten, zumindest wenn es um eine Ansteckung über Aerosole geht, erklärt Schroeder. Genau wie Kriegel empfiehlt sie FFP2-Masken. Wer ein größeres Sicherheitsbedürfnis hat, könne auf eine FFP3-Maske zurückgreifen, solange diese ausreichend vorhanden sind. Tatsächlich habe FFP3 aber nur eine minimal höhere Schutzfunktion und sei nicht unbedingt notwendig, erklärt Schroeder.  

Eins ist also klar: Die FFP2-Maske schützt im Vergleich besser. Aber wie sicher ist sie genau?  

Eine aktuelle Studie der Max-Planck-Gesellschaft attestiert der FFP2-Maske eine bemerkenswert hohe Schutzwirkung (PNAS: Bakheri et al., 2021). Dem Model zufolge, das die Forscher benutzten, beträgt die Infektionsgefahr, wenn sich ein Infizierter und ein gesunder ungeimpfter Mensch mit FFP2-Masken in einem Innenraum treffen, nach 20 Minuten gerade einmal 0,1 Prozent.  

Vorausgesetzt, die Maske sitzt perfekt. Und genau an diesem Punkt scheitert es oftmals. Und das sogar ohne schlampige Anwendung. Denn nicht jede Maske passt auf jedes Gesicht. Ob eine Maske passt, ist laut Kriegel beispielsweise von der Breite des Kopfs oder der Maskenform abhängig. "Es darf nicht suggeriert werden: Wenn ich den Bügel an die Nase biege, ist die Wahrscheinlichkeit, mich anzustecken, sehr nah bei Null." Außerdem sei die Wahl der FFP2-Maske von der Situation abhängig. Für einen kurzen Supermarktbesuch sei ein gängiges Modell sicherlich ausreichend. Für eine fünfstündige Zugfahrt empfehle er ein besseres Modell, zum Beispiel entsprechend der Bewertung der Stiftung Warentest mit Kopfbändern oder Schaumstoffschutz im Nasenbereich.  

Jana Schroeder empfiehlt allgemein, Masken von verschiedenen Herstellern auszuprobieren, um das individuell passende Modell zu finden. Außerdem rät sie dazu, die Maske testweise hinten am Kopf und nicht an den Ohren zu befestigen. Dadurch liege der Stoff oftmals dichter an. 

Wie eine FFP2-Maske auch vor schweren Verläufen schützen könnte

Eigentlich soll die Luft den Weg durch die Maske nehmen. Sitzt sie schlecht, kann ein großer Teil der Atemluft am Rand herausströmen und damit nicht gefiltert werden. Das passiere schon bei kleinen Ritzen und Ungenauigkeiten, erklärt Martin Kriegel. Wie gefährlich ist das? 

"Selbst wenn sich zwei Personen mit FFP2-Maske treffen und jeweils nur 50 Prozent der Atemluft durch den Filterstoff der Maske geht, kommt in den Atemwegen beim Gegenüber immerhin nur noch 25 Prozent ungefilterte Luft an", rechnet Kriegel vor. 

Auch eine schlecht sitzende Maske habe demnach eine deutliche Schutzwirkung. Das könnte sogar helfen, wenn man sich doch ansteckt. Nämlich dann, wenn Infizierte dank Maske eine kleinere Virusdosis eingeatmet haben.  

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Die Virologin Sandra Ciesek erklärt auf Anfrage von ZEIT ONLINE, dass es Hinweise darauf gebe, dass eine geringere Virusmenge bei der Ansteckung dazu führen kann, dass der gesamte Krankheitsverlauf vergleichsweise mild ist (das hatte sich etwa in Primatenstudien gezeigt, siehe zum Beispiel PLOS: Dabisch et al., 2021). Dadurch könnte sich das Virus zu Beginn der Infektion im Körper langsamer vermehren, das Immunsystem hätte in diesem Fall länger Zeit, um die Krankheit abzuwehren.  

Ciesek weist aber darauf hin, dass für die Schwere der Erkrankung vor allem auch andere Faktoren wie Alter oder Vorerkrankungen eine Rolle spielen. 

Wie oft man Masken nutzen kann

Grundsätzlich ist bei der Anwendung von FFP2-Masken auf die Angaben der Hersteller zu achten. Meist weisen diese darauf hin, dass die Maske alle paar Stunden, mindestens täglich gewechselt werden sollte. Gerade für Menschen, die sich nicht jeden Tag eine neue FFP2-Maske leisten können, empfiehlt Jana Schroeder, die Maske über ein Rotationssystem über einige wenige Wochen hinweg mehrfach zu nutzen. Zum Beispiel, indem man sich pro Wochentag eine FFP2-Maske zulegt. Wird die Maske nach der Verwendung gelüftet, sind die Viren darin nach spätestens einer Woche abgestorben.  

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