Deutsche Märkte öffnen in 21 Minuten

Rehm beklagt nach Startverbot: Inklusion nur fürs Image?

·Lesedauer: 2 Min.
Rehm beklagt nach Startverbot: Inklusion nur fürs Image?
Rehm beklagt nach Startverbot: Inklusion nur fürs Image?

Paralympics-Star Markus Rehm muss seine Hoffnungen auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen in Tokio begraben. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) wies nach Angaben von Rehms Management die Klage des Leverkusener Para-Weitsprungweltrekordlers auf eine Zulassung in einer gesonderten Wertung ab.

Zu den Gründen für den Richterspruch lagen zunächst keine Informationen vor. Vor Rehms Anrufung der höchsten sportrichterlichen Instanz war eine Einigung des Sportlers mit dem Leichtathletik-Weltverband World Athletics (WA) und dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) gescheitert. (Olympia 2021: Alle Entscheidungen im SPORT1-Liveticker)

Auch Rehm selbst konnte noch nicht erklären, wie das Urteil zustandekam. „Leider weiß ich auch selbst noch nicht genau auf welcher Grundlage die Entscheidung gefallen ist“, sagte er gegen über SPORT1.

Dazu drückte er auf Instagram seine Enttäuschung über das Urteil aus. „Im Olympischen Eid schmückt man sich mit Inklusion, Gleichberechtigung und weiteren edlen Werten... für diese Werte stehen Sportler, Trainer und Kampfrichter! Verbände und deren Funktionäre schwören diesen Eid nicht, warum eigentlich?“

Dazu stellte er die Ernsthaftigkeit der Inklusionsbemühungen des IOC in Frage: „Es ist schön zu sehen wie inklusiv die Eröffnungsfeier zelebriert wurde, nur stellt sich für mich die Frage, ob Menschen mit Handicap nur medienwirksam für die eigene Sache/ das Image inszeniert werden oder ob es wirklich gelebte Inklusion ist!?“

Regeländerung hatte Rehm hoffen lassen

WA berief sich bei der Ablehnung von Rehms Antrag weiter auf eine inzwischen jedoch pikanterweise ebenfalls vom CAS abgeänderte Vorschrift zur Bewertung von Rehms Unterschenkelprothese. Daraufhin zog der 32-Jährige, der auf Antrag des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) für einen Start „außer Konkurrenz“ bei den Sommerspielen in Japan vorgeschlagen worden war, vor den CAS.

Die Regeländerung zur Beurteilung von Vorteilen durch Prothesen hatte Rehm auf Tokio hoffen lassen. Denn durch die Umkehr der Beweislast müssen mittlerweile die Verbände darlegen, dass Aktive durch eine Prothese unerlaubte Vorteile im Vergleich zu Rivalen ohne Behinderung haben. Zuvor hatte die Beweislast bei den betroffenen Sportlern gelegen.

Rehm wollte mit Olympia-Start Zeichen setzen

Rehm hatte sich von einem Start bei Olympia ein allgemeines Signal versprochen. „Ich möchte erreichen, dass Kinder auf der ganzen Welt vor dem Fernseher sitzen und sehen, alles ist möglich, egal welches Schicksal sie erfahren“, begründete der Rheinländer sein hartnäckiges Engagement für eine Tokio-Teilnahme.

Unterstützung erhielt Rehm auch von Präsident Friedhelm Julius Beucher vom Deutschen Behinderten-Sportverband (DBS).“Es gibt keine Argumente mehr, eine Olympia-Teilnahme von Markus Rehm zu verwehren“, meinte Beucher zu Beginn der Debatte.

Alles den Olympischen Spielen 2021 bei SPORT1:


Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.