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Olympia-Attentat: Angehörige wollen Gedenkfeier fernbleiben

Olympia-Attentat: Angehörige wollen Gedenkfeier fernbleiben
Olympia-Attentat: Angehörige wollen Gedenkfeier fernbleiben

Aus Verärgerung über den deutschen Umgang mit dem Olympia-Attentat von München 1972 wollen die rund zwei Dutzend Angehörigen der Opfer der Gedenkfeier zum 50. Jahrestag in München und Fürstenfeldbruck am 5. September fernbleiben.

Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die New York Times. Nach SZ-Informationen rechnet die Bundesregierung zudem mit der Absage des israelischen Staatspräsidenten Jitzchak Herzog.

Mit ihrer Entscheidung wollen die Angehörigen dagegen protestieren, dass die Bundesrepublik, der Freistaat Bayern und die Landeshauptstadt München ihren Forderungen nach finanzieller Entschädigung bislang nicht nachkommen.

Wurden die Angehörigen mit „Trinkgeld“ abgespeist?

Ankie Spitzer, die Witwe des 1972 getöteten Fechttrainers Andrei Spitzer, hatte wiederholt von „Trinkgeld“ gesprochen, mit dem die Angehörigen von Deutschland abgespeist werden sollten.

Bund, Freistaat und Stadt München hatten sich bereit erklärt, weitere 5,4 Millionen Euro an Entschädigung zu zahlen, nachdem bereits 4,6 Millionen Euro in den Jahren 1972 und 2002 als humanitäre Hilfsleistungen geflossen waren.

Bei der Gedenkveranstaltung will laut SZ-Bericht offenbar Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in einer Rede die deutsche Verantwortung für das damalige Desaster und den späteren Umgang damit betonen.

Das palästinensische Terrorkommando „Schwarzer September“ hatte am 5. und 6. September 1972 elf Sportler und Trainer der israelischen Olympiamannschaft ermordet, bei der verunglückten Befreiungsaktion kam zudem ein deutscher Polizist ums Leben.