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Konzernchef Källenius verspricht zweistellige Marge für Mercedes

·Lesedauer: 4 Min.

Mit einem ambitionierten Sparplan und einer Modelloffensive im Luxussegment will der Daimler-Chef die Rendite wieder deutlich steigern.

Zehn Prozent: Das ist seit jeher der Renditeanspruch von Mercedes-Benz. Doch in den vergangenen 15 Jahren konnte die Pkw-Einheit des Autobauers Daimler das ambitionierte Ziel nie erreichen. Das will Ola Källenius jetzt ändern. Der Schwede führt Daimler und die bedeutendste Konzernmarke Mercedes seit fast eineinhalb Jahren in Personalunion.

Der Start des 51-Jährigen in Stuttgart verlief dabei holprig. 2019 ist die Marge von Mercedes auf 3,6 Prozent eingebrochen. Im ersten Halbjahr 2020 steht infolge der Coronakrise sogar ein Verlust in den Büchern. Källenius arbeitet nun an einem Comeback der Marke.

An diesem Dienstag kündigte der Skandinavier bei einem „Strategy Update“ vor Investoren an, die Umsatzrendite von Mercedes bis Mitte der Dekade unter der Voraussetzung eines „starken Marktumfelds“ in den zweistelligen Bereich zu führen. Selbst unter ungünstigen Bedingungen strebt die Premiummarke bis 2025 zumindest eine Marge „im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich an“.

Gelingen soll der Profitschub durch einen strammen Sparkurs gepaart mit einem Fokus auf Luxusautos. Konkret will Mercedes seine Fixkosten bis 2025 durch den Abbau von Kapazitäten und Personalausgaben um mehr als ein Fünftel im Vergleich zu 2019 reduzieren. Die variablen Kosten sollen zugleich um jährlich ein Prozent zurückgehen. Und auch die Ausgaben für Forschung und Entwicklung werden mittelfristig gedrosselt.

Gleichzeitig will Källenius den Autobauer verstärkt auf Luxus trimmen. Der Skandinavier will etwa den Absatz von margenträchtigen Submarken wie Maybach in den kommenden Jahren verdoppeln. Auch die Verkäufe bei der Sportwagentochter AMG sowie mit der Gelände-Urgewalt G-Klasse sollen weiter gesteigert werden.

Unter Källenius gilt in Stuttgart das Mantra: Marge vor Menge. Während sein Vorgänger Dieter Zetsche nach immer neuen Absatzrekorden strebte und etwa das Portfolio an Kompaktwagen auf acht Modelle ausgebaut hat, lehnt Källenius eine weitere Expansion in untere Fahrzeugsegmente kategorisch ab. Statt mit Massenherstellern um dünne Margen zu konkurrieren, will der Daimler-Chef sich darauf konzentrieren, die begehrenswertesten Autos der Welt zu bauen – und diese mit entsprechenden Margen verkaufen.

Kurzum: Källenius steht für mehr S-Klasse und weniger B-Klasse. „Entscheidend ist, dass wir unsere Stärke als Luxusmarke nutzen, um ökonomischen Wert zu schaffen“, erklärte der Manager. Dabei will Källenius das gesamte Fahrzeugangebot von Mercedes unter Strom setzen. Der Absatz von Elektroautos soll bis Ende des Jahrzehnts auf mehr als die Hälfte aller Neuwagen in die Höhe steigen.

Eigenes Betriebssystem soll Umsätze ankurbeln

Die Speerspitze der Stromoffensive bilden vier Edelmodelle, die ab 2021 auf der neuen Elektroplattform EVA gebaut werden. Den Anfang macht im kommenden Jahr die Limousine EQS. Der elektrische Zwilling der S-Klasse wird eine Reichweite von mehr als 700 Kilometern haben. Danach folgen im Halbjahresrhythmus der EQE sowie der EQS-SUV und der EQE-SUV.

Mit dem Aufbau einer eigenen Softwareplattform will Källenius darüber hinaus die Oberhand über die Steuerung des Hirns und des zentralen Nervensystems der voll vernetzten Fahrzeuge der Zukunft behalten und mit Technologiekonzernen wie Google oder Apple nur punktuell kooperieren. Das Betriebssystem MB.OS, das frühestens 2024 fertig sein wird, soll dabei helfen, verstärkt wiederkehrende Umsätze zu generieren.

Statt Kunden nur alle paar Jahre ein neues Auto zu verkaufen, will Källenius dann mit MB.OS viel Geld mit Softwareupdates verdienen, mit denen Mercedes-Fahrer auch nachträglich verbesserte Fahrassistenzsysteme oder Dienstleistungs-Abos erwerben können.

„Wir streben bei Mercedes-Benz nichts weniger als die Führung im Bereich der Elektromobilität und Digitalisierung durch eine intelligente Plattformstrategie und einen softwarebasierten Ansatz an“, sagte Daimler-Entwicklungsvorstand Markus Schäfer. Zugleich forciert der Manager den Abschied vom Diesel und Benziner bei Daimler.

Bis 2030 will Schäfer die Zahl der Varianten von Verbrennungsmotoren um 70 Prozent eindampfen. Allein in den beiden großen deutschen Motorenwerken in Stuttgart-Untertürkheim und Berlin-Marienfelde könnten im Zuge der Elektrotransformation mehr als 5000 Stellen abgebaut werden.

Einen Erfolg konnte Daimler am Dienstag schon erzielen: Der Konzern konnte den Pkw-Absatz im dritten Quartal nach dem Einbruch in der Coronakrise leicht steigern. Von Juli bis September verkaufte Mercedes mit 613.777 Fahrzeugen knapp vier Prozent mehr als im Vorjahresquartal