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Oft schlechter als erhofft: Kinder-Smartwatches im Test

Wo steckt mein Kind gerade? Vor allem die Beantwortung dieser Frage ist Eltern wichtig, die eine Smartwatch für die Kleinen anschaffen. Mit der Ortung ist das aber so eine Sache, zeigt ein Test.

Kinder-Smartwatches sind oft nicht so gut wie erhofft. (Bild: dpa)
Kinder-Smartwatches sind oft nicht so gut wie erhofft. (Bild: dpa) (Andrea Warnecke/dpa-tmn)

Berlin - Auch wenn sie den gleichen Namen tragen: Kinder-Smartwatches haben mit den Smartwatches für Erwachsene nicht viel gemein. Denn bei den Kinderuhren geht es vor allem darum, dass Eltern ihre Kinder orten und Notrufe von ihnen empfangen können.

Allerdings ist die Ortung weniger genau als viele Eltern es sich wünschen würden, hat die Stiftung Warentest in einem Vergleich von acht Kinder-Smartwatches festgestellt («test»-Ausgabe 10/23).

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Grundsätzlich funktioniert das Tracking natürlich im Freien am besten, wenn die Uhren ein starkes GPS-Signal empfangen, aber schon eine Häuserschlucht kann Probleme bereiten. In Gebäuden können WLAN-Netzwerke bei der Positionsbestimmung helfen.

Tracking nicht hundertprozentig klar

All zu sehr dürfen sich Eltern auf das Tracking also nicht verlassen. Das gilt dem Test zufolge auch, weil auf der zu jeder Uhr zugehörigen Eltern-App nur die letzte bekannte Position des Kindes angezeigt wird, sobald eine Ortung ins Leere läuft oder die Uhr keinen Mobilfunkempfang hat.

Eine tadellose SOS-Funktion konnte keiner der getesteten Uhren attestiert werden: Zwar telefonieren die Uhren zuverlässig die hinterlegten Rufnummern nacheinander ab, können aber nicht erkennen, ob ein Mensch oder eine Mailbox abnimmt. So laufen Anrufe der Kinder im Notfall leicht ins Leere.

Smartphone-Besitz von Kindern in Deutschland im Jahr 2022 nach Altersgruppen. (Quelle: mpfs)
Smartphone-Besitz von Kindern in Deutschland im Jahr 2022 nach Altersgruppen. (Quelle: mpfs) (mpfs)

Zwar schicken die Uhren im SOS-Fall auch eine Push-Nachricht auf die Eltern App, aber die muss ja nicht zwangsläufig bemerkt werden. Deshalb der Tipp: Mailbox mindestens bei der ersten eingetragenen Nummer abschalten, damit die Rufkette im Notfall nicht unterbrochen wird.

Das sind die Besten im Test

Insgesamt schlug sich im Test die 189 Euro teure Xplora X6 Play 1 (Gesamtnote 2,3) am besten, gefolgt von der TCL Movetime Family Watch MT42X für 147 Euro (2,5) und der 159 Euro teuren Anio 5 (2,7), deren Ortungsfunktion deaktivierbar ist. Gut (Gesamtnote 2,2) schnitt mit der Garmin Bounce (180 Euro) auch die einzige Uhr im Test ohne Telefonfunktion ab.

Die Kids selbst finden an den Uhren natürlich eher coole Funktionen wie Schrittzähler und Belohnungsprogramme, kleine Spiele oder den Wetterbericht toll - oder Mama ein Selfie und Papa eine Sprachnachricht zu schicken. Lehrenden wird indes ein Schulmodus freuen, der dafür sorgt, dass all diese Funktionen im Unterricht deaktiviert sind.

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Ohne Mobilfunkverbindung kommt keine Kinder-Smartwatch aus, sie ist essenziell fürs Tracking, fürs Telefonieren oder für SMS. Kombiangebote aus günstiger Uhr und festem Tarif können langfristig teuer werden, haben die Testerinnen und Tester festgestellt.

Keine Kinder-Smartwatch ohne Mobilfunk-Tarif

Als Tariftipp gelten ihnen deshalb Prepaid-Tarife mit einem für Kinder-Smartwatches völlig ausreichenden Datenvolumen von 1 Gigabyte sowie 50 bis 100 Inklusiv-Sprachminuten oder SMS für knapp 5 Euro im Monat. Solche Tarife bieten fast alle Handelsketten an.

Medienpädagogen raten den Angaben zufolge, Kinder-Smartwatches äußerst vorsichtig einzusetzen. Grund: Sie könnten Kinder bei wichtigen Entwicklungsaufgaben behindern, vor allem was Selbstständigkeit, Selbstvertrauen und das Einschätzen von Gefahren anginge. Auf der anderen Seite könne das Uhren-Tracking Kindern, die schon einmal mal einen Unfall oder ein anderes Trauma erlebt haben, Sicherheit geben. Oberste Regel sei es, immer offen darüber zu reden, wann und wozu die Smartwatch benutzt wird und wann nicht.

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