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OECD hebt Konjunktur-Prognose für Deutschland überraschend an: Mildere Rezession, aber die Inflation bleibt hoch

Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung von Deutschland sind düster, zumindest wenn laut der Prognose der OECD für 2023. - Copyright: Picture Alliance
Die Aussichten für die wirtschaftliche Entwicklung von Deutschland sind düster, zumindest wenn laut der Prognose der OECD für 2023. - Copyright: Picture Alliance

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft hellen sich etwas auf. Die Industrieländer-Organisation OECD hob ihre Prognose für die Konjunktur am Dienstag überraschend an. Die OECD geht zwar immer noch davon aus, dass Deutschland in eine Rezession abrutscht. Diese werde aber milder ausfallen als bisher befürchtet. Die OECD rechnet für 2023 in Deutschland nun mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent. Im September war sie noch von einem Minus von 0,7 Prozent ausgegangen.

Grundlage ist die bisher robuste Entwicklung der deutschen Wirtschaft in diesem Jahr. Auch für 2022 hob die OECD ihre Prognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt deutlich an: von 1,2 Prozent auf nun 1,8 Prozent.

Weniger günstig sieht die Prognose für die Preisentwicklung aus. Die OECD rechnet damit, dass die Inflationsrate in Deutschland auch 2023 mit acht Prozent sehr hoch bleibt. Dies wäre sogar die höchste Teuerungsrate aller großer Industrieländer.

Trotz der Aussicht auf eine mildere Rezession bleibt Deutschland damit sowohl beim Wachstum als auch bei der Inflation eines der Schlusslichter innerhalb der Industrie- und Schwellenländer. Beim Wirtschaftswachstum sind die Aussichten laut OECD nur für Großbritannien mit minus 0,4 Prozent und Chile mit minus 0,6 Prozent noch etwas schlechter. Für Russland rechnet die OECD mit einem tiefen Einbruch des BIP um nochmals 5,6 Prozent nach bereits minus 3,9 Prozent in diesem Jahr.

Für die gesamte Weltwirtschaft haben sich die Aussichten nach Russlands Überfall auf die Ukraine weiter eingetrübt. Das Wirtschaftswachstum werde 2023 nur noch bei 2,2 Prozent liegen, teilte OECD in Paris mit. Das sei deutlich weniger als vor dem Krieg erwartet. Im laufenden Jahr rechnet die OECD mit einem Wachstum von 3,1 Prozent.

2024 soll das globale Wachstum dann wieder auf 2,7 Prozent steigen. Asien werde dabei der Hauptmotor sein, während Europa, Nordamerika und Südamerika nur sehr langsam wachsen würden. In der Euro-Zone schrumpft das Wachstum im kommenden Jahr auf 0,5 Prozent laut Prognose; 2024 soll es auf 1,4 Prozent steigen. In den USA sieht es ähnlich aus.

Die Aussichten seien allerdings sehr ungewiss, so die OECD. Sollte es an den Märkten zu Energie-Engpässen kommen, könnte das Wachstum noch schwächer ausfallen. "Höhere Inflation und geringeres Wachstum sind der saftige Preis, den die Weltwirtschaft für Russlands Krieg gegen die Ukraine zahlt", hieß es in dem Ausblick. Die Inflation bleibe 2023 hoch, schwäche sich aber ein wenig ab. Die Bekämpfung der Teuerung müsse nun oberste Priorität haben, fordert die OECD.

Eine der größten Unwägbarkeiten für Europa seien die Energiemärkte. Die Experten sehen schon diesen Winter als große Herausforderung. Wirklich kritisch werde aber der Winter 2023/2024, da die Wiederauffüllung der Gasspeicher noch schwieriger werden könnte. "Höhere Gaspreise oder die völlige Unterbrechung der Gasversorgung würden in den Jahren 2023 und 2024 zu einem signifikant schwächeren Wachstum und einer höheren Inflation in Europa und der Welt führen", so die OECD.