Deutsche Märkte öffnen in 3 Stunden 27 Minuten
  • Nikkei 225

    28.814,14
    -46,48 (-0,16%)
     
  • Dow Jones 30

    35.754,75
    +35,32 (+0,10%)
     
  • BTC-EUR

    43.886,11
    -781,79 (-1,75%)
     
  • CMC Crypto 200

    1.301,63
    -3,49 (-0,27%)
     
  • Nasdaq Compositive

    15.786,99
    +100,07 (+0,64%)
     
  • S&P 500

    4.701,21
    +14,46 (+0,31%)
     

Obama über Klimakrise: "Wählt, als ob euer Leben davon abhängt — denn das tut es"

·Lesedauer: 2 Min.
Barack Obama, ehemaliger Präsident der USA, spricht bei der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.
Barack Obama, ehemaliger Präsident der USA, spricht bei der UN-Klimakonferenz COP26 in Glasgow.

Der frühere US-Präsident Barack Obama hat beim Weltklimagipfel dazu aufgerufen, endlich die Versprechen des Pariser Klimaabkommens global umzusetzen. "Wir haben nicht genug getan", gestand der Ex-Präsident ein. Es müsse nun abgesichert werden, dass Versprechen für mehr Klimaschutz auch gehalten würden. Denn bisher hätten viele Länder weltweit ihre Pariser Klimaversprechen nicht eingehalten.

Obama kritisierte namentlich vor allem China und Russland und nahm Europa und die USA in die Pflicht, beim Klimaschutz voranzugehen. In Glasgow ringen rund 200 Staaten darum, wie die Erderwärmung noch auf 1,5 Grad begrenzt und das Pariser Klimaabkommen umgesetzt werden können. Die bisherigen Pläne reichen dafür bei weitem nicht aus.

"Den Planeten retten ist keine Frage von Parteipolitik"

"Wie schließen wir diese Lücke, zwischen dem, was wir für unser Überleben brauchen, und dem, was politisch gerade möglich scheint?", fragte Obama in den Saal. "Ich gebe zu, ich habe nicht alle Antworten auf diese Frage. Es gibt Zeiten, in denen ich den Mut verliere, in denen ich befürchte, dass die Menschheit sich nicht zusammenreißen wird, bevor es zu spät ist." Doch Zynismus sei etwas für Feiglinge, sagte Obama. Die Welt könne sich keine Hoffnungslosigkeit leisten.

Er richtete das Wort deshalb an Bürger weltweit, Druck auf Unternehmen und Regierungen auszuüben, den Kampf gegen den Klimawandel aufzunehmen. Er habe wie der aktuelle US-Präsident Joe Biden erlebt, wie schwierig es sei, Klimaschutz ohne eine klare Mehrheit zu betreiben – und gegen eine republikanische Partei, die gegen die Klimawissenschaft mobilisiere und den Kampf gegen den Klimawandel ablehne. "Den Planeten retten ist keine Frage von Parteipolitik", sagte Obama. "Die Natur interessiert sich nicht für unsere Parteizugehörigkeit, nirgendwo auf der Welt."

Obamas Botschaft an die Jungen: "Denkt nicht, dass ihr die Politik ignorieren könnt"

Obama erinnerte daran, dass es die junge Generation sei, die am meisten von den Folgen des Klimawandels betroffen sei. "Meine Nachricht an euch ist, ihr habt recht damit, wütend zu sein. Meine Generation hat zu wenig getan", sagte er. "Aber ich möchte auch einen Rat meiner Mutter an euch weitergeben: 'Nicht jammern, pack es an'." Obama lobte, dass junge Aktivistinnen und Aktivisten genau das tun würden. Er lobte insbesondere die Klimaschutzbewegung Fridays for Future und auch deren deutsche Aktivistin Luisa Neubauer, die 2019 erfolgreich 270.000 Menschen in Berlin auf die Straße gebracht hätten. Neubauer habe bewiesen, wie man Angst in praktisches Handeln übersetzen könne.

Obama rief junge Menschen Leute jedoch auch dazu auf, bei Wahlen für den Klimaschutz abzustimmen. "Wählt, als ob euer Leben davon abhängt – denn das tut es", sagte er. Er wisse aus eigener Erfahrung: Regierungen brauchten den Druck der Bürger. Nur auf Proteste zu setzen, reiche nicht. "Denkt nicht, dass ihr die Politik ignorieren könnt", warnte der Ex-Präsident.

jg/dpa

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.