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NVIDIA und Plug Power: Die ganze Geschichte in einem Chart

Eine klare Kugel liegt in einer verschneiten Winterlandschaft
Eine klare Kugel liegt in einer verschneiten Winterlandschaft

Zwei Hype-Aktien, deren Erfolg unterschiedlicher nicht sein könnte: der Chipgigant NVIDIA (WKN: 918422) und der Energiekonzern des 21. Jahrhunderts Plug Power (WKN: A1JA81). Beide haben die Fantasie der Anleger in gewaltigem Ausmaß beflügelt. Während sie bei NVIDIA immer neue Triebe bildet, scheint bei Plug die Wasserstoffwelt zusammenzubrechen. Als Investoren haben wir die Wahl, den Hype zu reiten, auf den Turnaround zu wetten oder die Finger von beiden zu lassen. Hier kommt, was dafür zu bedenken ist und ein Chart, der die erstaunliche Entwicklung aufzeigt.

Drei Jahre voller vergangener und aufkeimender Hypes


Chart erstellt vom Autor, normiert auf 100 % zu Beginn. Logarithmische Skala, um den kontinuierlichen Verfall bei Plug deutlicher hervorzuheben.

Als der Wasserstoff-Hype vor rund drei Jahren seinen Höhepunkt erreichte, sahen einige Marktbeobachter die neue Standard Oil in der Mache. In der gigantischen zukünftigen Wasserstoffwirtschaft würde Plug Power als ein dominanter Spieler hervorgehen, der Upstream (Elektrolyse mit eigener Technologie), Midstream (Logistik) und Downstream (Tankstellen, Lieferung an industrielle Abnehmer) beherrscht, sowie bei Brennstoffzellen als erster in die lukrative Massenproduktion einsteigen kann.

Im Maximum am 9. Februar brachte das Unternehmen stolze 36 Mrd. US-Dollar auf die Waage. Zum gleichen Zeitpunkt waren es bei NVIDIA etwa zehnmal so viel. Der Chiphersteller surfte auf der Bitcoin-Welle, welche noch bis ins Schlussquartal 2021 anhielt. Bis dahin verlor Plug schon mehr als die Hälfte seines Werts. In der Folge ging es bei beiden parallel abwärts. Beim Wasserstoffthema kehrte zunehmend Ernüchterung ein, während die Bitcoin-Miner erst einmal ausreichend mit Grafikchips versorgt waren.

Als jedoch im Herbst 2022 der KI-Hype einsetzte, waren die Anleger sofort Feuer und Flamme für NVIDIA, während die negative Grundstimmung gegen Wasserstoffaktien weiter anhielt. Die Schere ging seither immer weiter auseinander. Heute steht einer Marktkapitalisierung von 1,4 Billionen US-Dollar bei NVIDIA nur noch 1,4 Mrd. US-Dollar bei Plug Power gegenüber. In nur drei Jahren ist das Verhältnis von NVIDIA zu Plug vom Zehnfachen auf sage und schreibe das Tausendfache (ja, 1000x !) eskaliert.

Wie sollten wir heute über diese Hypes als Investoren denken?

Es war rückblickend falsch, dem Wasserstoff-Hype Glauben zu schenken. Dem Bitcoin-Hype auch nach dem Zenit noch zu folgen, hat hingegen nur kurzfristig geschadet, weil es NVIDIA gelungen ist, nach dem Abebben gleich die nächste große Welle mitzunehmen.

Im Nachhinein erscheint alles leicht zu erklären. Aber 2021 zeichnete sich noch keinesfalls ab, dass NVIDIA den wahrscheinlichen Einbruch der Nachfrage aus der Kryptoszene problemlos auffangen können würde. Beim Wasserstoff hingegen kam einiges in Bewegung, das für eine beschleunigte Entwicklung des Marktes sprach.

Plug Power schien auch vieles richtig zu machen, indem es sich nicht auf die Rolle des Anlagenbauers und Systemlieferanten beschränkte, sondern auch wiederkehrende Umsätze aus dem Vertrieb von Wasserstoff anstrebte. Die 1,6 Mrd. US-Dollar, die das Unternehmen Anfang 2021 von der koreanischen SK-Gruppe einsammelte, stützten die Annahme, dass Plug im Rennen um die Marktführerschaft in der Wasserstoffwirtschaft als Primus hervorgehen könnte.

Aber es sollte nicht sein. Elektrolyseanlagen sind noch nicht so reif und effizient, dass sie im großen Stil weltweit ausgerollt werden könnten. Die Marktentwicklung stockt und die meisten Autobauer haben das Wasserstoffauto aufgegeben. Selbst im Schwerlastbereich steigen die Zweifel, weil die Batterietechnik schnellere Fortschritte macht.

Für industrielle Nutzer wiederum ist das Ganze noch zu teuer. Ohne Nachfrage keine Massenfertigung der Anlagen und Infrastruktur. Ohne Massenfertigung der Anlagen und Infrastruktur keine Kosteneffizienz. Plug Power möchte eine Kraft sein, die diesen Teufelskreis durchbricht. Dafür braucht das Unternehmen frisches Geld. Dieses möchte sich das Management nun vom Kapitalmarkt besorgen. 1 Mrd. US-Dollar bedeutet allerdings eine massive Verwässerung, weshalb viele Aktionäre erneut Reißaus nahmen.

Dennoch gilt: Gelingt es, dieses Geld in die Kassen zu spülen, dann wird Plug eine gute Ausgangsposition haben, um auf die nächste Wasserstoff-Welle aufzuspringen – falls sie denn kommt. NVIDIA wiederum kann sicherlich noch einige Zeit auf der KI-Welle surfen. Hier sollten sich Anleger eine andere Frage stellen: Was kommt nach dem Abebben der KI-Nachfrage, wenn die erzielbaren Margen wieder bescheidener werden und das Wachstum stagniert?

Mein Fazit

Bisher hat NVIDIA es immer wieder geschafft, neue gigantische Trends wie Gaming, Krypto und KI für sich zu nutzen. Ob das Kunststück erneut gelingen kann, entscheidet darüber, ob die Aktie heute völlig überteuert ist oder noch mehr Luft nach oben hat. Hier ist Fantasie gefragt.

Plug Power wirkt aktuell ziemlich ausgebrannt und Zweifel, ob das Unternehmen je ein dominanter Spieler der Wasserstoffwirtschaft wird, sind angebracht, insbesondere bei den wettbewerbsintensiven Elektrolyseanlagen und Brennstoffzellensystemen. Dennoch könnte es sich lohnen, genau zu beobachten, wie das Management das neu eingeworbene Geld einsetzt. Die Fähigkeit, alles aus einer Hand zu bieten, hat weiterhin Potenzial.

Der Artikel NVIDIA und Plug Power: Die ganze Geschichte in einem Chart ist zuerst erschienen auf Aktienwelt360.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. Aktienwelt360 empfiehlt Aktien von Nvidia.

Aktienwelt360 2024