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Nicht nur Einhörner: Diese vier Startup-Begriffe solltet ihr kennen

·Lesedauer: 5 Min.
Immer neue Startup-Gattungen – und das aus guten Gründen
Immer neue Startup-Gattungen – und das aus guten Gründen

Viele Gründer träumen davon, für Ihr Startup nicht nur das Startkapital, sondern dann in weiteren Finanzierungsrunden das zusätzliche Wachstumskapital zu bekommen, mit dem sie in kürzester Zeit zu einem wertvollen Unternehmen werden. Die Investoren, die dieses Kapital auf den verschiedenen Stufen geben, haben den gleichen Traum. Denn über die Skalierung und das damit verbundene enorme Wachstum des Startups werden ihre Anteile immer mehr wert. Eine magische Grenze für eine solche Unternehmensbewertung ist die Eine-Milliarde-Dollar-Schwelle, ab der ein Startup zu einem Unicorn wird. Bestenfalls schon vor dem Börsengang erreicht, verspricht dieses Fabelwesen einen hohen Exit sowohl für die Gründer als auch die Investoren.

Schwierig bei den Unicorns ist aber, dass sie nur schwer zu „züchten“ oder später zu finden oder noch später „einzufangen“ sind. Gleichzeitig stellt sich die Frage, ob die Startups, die es nicht zu diesem Status schaffen, unbedingt weniger wertvoll für die Eigentümer, den Kapitalmarkt oder Wirtschaft und Gesellschaft sind. Gibt es nicht noch mehr als die Jagd nach den Unicorns, die sich lohnt? Schließlich kostet sie die Investoren viel Geld – mit ungewissen Ausgang, dass man wirklich ein solches Exemplar ins Portfolio bekommt. Die Antwort ist: ja! Und das sowohl aus eine Gründer- und Investorensicht.

Einhörner und Zebras sind nicht alles

Einen ersten Hinweis darauf gab es 2017 in dem Artikel Zebras Fix What Unicorns Break, der die Gattung des Zebras als Gegenpol zum Einhorn in die Startup-Szene einführte. Damit sind junge Unternehmen gemeint, die profitables Wachstum und soziale Verantwortung miteinander verbinden und so letztendlich zumindest eine stabile Rendite für die Gründer und Investoren erwirtschaften. Sie sind damit nicht so mega-erfolgreich und strahlen mit ihrer Reputation nicht so im Portfolio eines VC-Fonds, aber das Ausfallrisiko ist eben auch wesentlich geringer.

Das Problem ist jedoch, dass die Zebras nicht unbedingt die hochgesteckten Erwartungen ihrer Investoren erfüllen. Sie bekommen oft einen gnadenlosen Druck zu spüren, um weiter in Umsatz und Unternehmenswert zu wachsen. Bleiben die Ergebnisse aus und werden die Erwartungen hin zu einem Unicorn nicht erfüllt, so bleiben diese Unternehmen immer wieder auf der Strecke. Dabei hätten sie durchaus eine aussichtsreiche Zukunft vor sich gehabt – wären die Profitinteressen und die Ungeduld ihrer Investoren nicht so groß gewesen. Dabei gibt es doch mehr als Zebras und Unicorns und damit Startup-Gattungen, die sich für alle Beteiligten lohnen und neben einem IPO auch andere Exit- und Rendite-Szenarien hervorbringen!

Wir haben herausgefunden, dass es mit Horses und Cows nun noch zwei weitere Startup-Gattungen zwischen den Extrempolen von Zebras und Unicorns gibt. Diese Erkenntnis haben wir bei einer Analyse von Daten aus dem Deutschen Startup Monitor 2020 zu 1.239 Startups gewonnen. Mittels eines Scoring-Verfahrens wurden die Unternehmer in drei Fragen gebeten, ihre Ambitionen in Bezug auf ihr Startup zu benennen. Die Fragen spiegelten das folgende thematische Konzept wider: 1) Exit vs. Eigentum, 2) exponentielle Wertsteigerung vs. lineare Wertsteigerung und 3) Wettbewerb vs. Kooperation.

Die Ergebnisse spannen ein erweitertes Feld sowohl für die Ambitionen und Ziele der Gründer, als auch für das Investment-Interesse der Kapitalgeber mit zugehörigen Exit-Optionen auf. Der Entrepreneurial Zoo wird damit wesentlich erweitert und eine neue Betrachtung der Startup-Szene ermöglicht. Das ist in vielerlei Hinsicht bedeutsam. Zum einen können die Kapitalgeber eine bessere Aussteuerung ihres Portfolios und damit bessere Investments durchführen und zum anderen können die Gründer diese Erwartungshaltung besser adressieren und müssen nicht immer das Unicorn-Spiel adressieren, nur um eine höhere Investmentchance zu bekommen.

Die Unicorns

Unicorns zeichnen sich durch eine starke und schnelle Exit-Orientierung und harte Positionierung im Wettbewerb gegenüber der Konkurrenz aus. Entsprechend intensiv ist dieser Wettbewerb, bei dem andere aus dem Feld gedrängt werden müssen. Sie sind zudem auf ein kurzfristiges und hohes Wachstum ausgerichtet und wollen insbesondere ihren Unternehmenswert möglichst schnell steigern. Diese Form der Startups sind oft mit Venture Capital finanziert und bewegen sich in Winner-takes-it-all-Märkten. Ein mögliches beziehungsweise angestrebtes Exit-Szenario für Investoren wäre hier natürlich insbesondere der Börsengang oder ein Geschäftsverkauf.

Die Horses

Horses zeichnen sich ebenfalls durch ein starkes Wachstum aus, sind aber im Gegensatz zu den Unicorns deutlich offener für eine Kooperation mit anderen Unternehmen und akzeptieren damit auch andere Wettbewerber im jeweiligen Marktsegment. Der Netzwerk-Gedanke und die gemeinsame Marktöffnung sowie der Ansporn im gegenseitigen Wettlauf um Kunden steht hier deutlich mehr im Mittelpunkt. Aber auch hier spielt der Wertzuwachs für das Unternehmen eine große Rolle. Für Venture Capital sind diese Some-take-it-all-Märkten ebenfalls sehr interessant. Ein mögliches beziehungsweise angestrebtes Exit-Szenario für Investoren wäre hier insbesondere der Geschäftsverkauf oder ein sogenannter Secondary Purchase, die Veräußerung bestehender Anteile an andere.

Die Cows

Cows wollen auch wachsen, aber vielleicht nicht so schnell wie die Horses und sie wollen auch nicht unbedingt einen schnellen Exit anstreben, wie die Unicorns. Das liegt insbesondere an der stärkeren Ausrichtung hin zu einem mehr oder weniger starken Ownership durch die Gründer, die Venture Capital zwar offen gegenüberstehen, sich diesem aber für einen schnellen Exit nicht unterwerfen wollen. Die Entwicklung ist vielleicht etwas langsamer aber dafür auch nachhaltiger und eher auf eine stabile Rendite ausgerichtet, was sie aufgrund des geringeren Ausfallrisikos aber ebenfalls interessant für ein Portfolio von Investoren macht. Sie agieren oftmals in den Many-take-it-all-Märkten. Ein mögliches Exit-Szenario für Investoren wäre hier insbesondere der Secondary Purchase oder ein Management-Buyout (MBO) oder -Buyin (MBI).

Die Zebras

Zebras sind dagegen von einer eindeutigen Konzentration auf ein nachhaltiges Wachstum mit einer zugehörigen längerfristigen Wertsteigerung geprägt. Bei ihnen stehen die Gründer und deren mehrheitliches Ownership im Mittelpunkt der Unternehmensentwicklung. Sie sind offen für viele Kooperationen und akzeptieren ein gegenseitiges miteinander im Wettbewerb, bei dem das Überleben von vielen Marktteilnehmern akzeptiert wird. Sie orientieren sich somit an dem Sinnbild von All-take-it-all-Märkten. Ein mögliches bzw. angestrebtes Exit-Szenario für Investoren wäre hier insbesondere ein MBO/MBI oder ein Rückkauf.

Genauso, wie ein Zoo in der Gesamtbetrachtung seine Attraktivität aus der Präsentation mehrerer Tierarten zieht, so wird der Startup-Zoo und damit die zugehörige Entrepreneurship-Szene seine Attraktivität für Gründer und Investoren steigern, wenn es mehr als Hop oder Top im Sinne von nur Unicorns oder Zebras gibt. Die Horses und Cows werden die Welt der Startups ebenso bereichern und wir konnten erklären, was sie ausmacht, welche Eigenschaften sie haben und welchen Wert sie für Gründer und Investoren aber auch die Wirtschaft und Gesellschaft haben können.

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