Deutsche Märkte schließen in 3 Stunden 19 Minuten

Null-Covid-Politik macht Maschinenbauern in China zu schaffen

FRANKFURT (dpa-AFX) -Die Null-Covid-Politik Chinas behindert nach Angaben des Maschinenbauverbandes VDMA die Geschäfte der Branche in dem Land weiterhin deutlich. "Die Geschäftsdynamik hat sich seit dem Frühjahr, das vor allem geprägt war vom langen Lockdown in Shanghai und kräftigen Einschränkungen in anderen Regionen des Landes, nicht verbessert", erläuterte Claudia Barkowsky, Geschäftsführerin des VDMA in China am Dienstag. Reisen sei nach wie vor schwierig bis unmöglich, zahlreiche Messen seien im zweiten Halbjahr abgesagt oder verschoben worden. Immer wieder gebe es Ausgangssperren. "Der Frust ist groß."

Nach einer aktuellen Umfrage des VDMA unter den in China ansässigen 850 Mitgliedsunternehmen sehen sich zwei Drittel der Firmen (70 Prozent) mit Bremsfaktoren konfrontiert, die ihren Geschäftsbetrieb behindern. Die anhaltenden Covid-19-Einschränkungen sei eine Herausforderung für jedes zweite Unternehmen (54 Prozent). Darüber hinaus seien vor allem die Engpässe bei Material und Rohstoffen ein Problem, 29 Prozent der Befragten gaben hier Schwierigkeiten an.

Den Angaben zufolge bewerten 23 Prozent der Firmen die aktuelle Geschäftslage als gut, 54 Prozent als zufriedenstellend und 23 Prozent stufen sie als schlecht ein. Die Bilanz von positiven zu negativen Einschätzungen liegt damit bei Null und den Angaben zufolge nur einen Prozentpunkt höher als im Frühjahr.

Nur jedes vierte Unternehmen (23 Prozent) geht von einer Besserung der Geschäftslage in den kommenden sechs Monaten aus. 25 Prozent gaben an, dass sich die Lage weiter verschlechtern wird. "Mit einer baldigen Lockerung der Covid-19-Maßnahmen rechnet niemand hier, die Infektionszahlen gehen hoch, der Winter steht bevor und bei den Impfungen hat sich nicht viel getan", sagte Barkowsky.

Für das laufende Jahr rechnen die Maschinen- und Anlagenbauer in China inzwischen mit einem Umsatzwachstum von durchschnittlich 5 Prozent. Im Jahr 2021 waren es noch 22 Prozent.