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Notenbanken prüfen Alternativen: Sind die Tage des Bargelds gezählt?

Die Deutschen hängen sehr an ihrem Bargeld. (Bild: ddp)

Es ist unpraktisch, leicht zu stehlen und die Deutschen hängen daran wie kaum eine andere Nation: das Bargeld. Einige Notenbanken prüfen nun Alternativen zu den Scheinen und Münzen und geben Einblicke in die Zahlungsmöglichkeiten der Zukunft.

Wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht, haben die Schweden die Nase ganz weit vorne. Vergangenes Jahr hat nur noch jeder siebte Schwede Scheine oder Münzen aus der Tasche gekramt – alle anderen haben das Geld mit dem Smartphone überwiesen, die Kredit- oder EC-Karte gezückt. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, könnte mit der schwedischen Riksbank nun die erste bedeutende Zentralbank eine eigene digitale Währung an den Start bringen, um auf den Wandel der Gesellschaft zu reagieren. Ende 2018 soll demnach die Entscheidung fallen, ob eine „E-Krone“ etwa in Form einer App oder eine Karte eingeführt wird, die sich von der herkömmlichen Infrastruktur der Kreditkartenunternehmen maßgeblich unterscheidet.

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Mit den Modellen des Buchgeld-Systems und des wertbasierten Systems haben sich laut „Business Insider“ bislang auch die kanadische, französische und norwegische Notenbank beschäftigt. Während das Buchgeld-System näher am gewohnten Bankensystem bleibt und das Bankguthaben die Zentralbank als Schuldner hätte, besitzt es beim wertbasiertem System, das mit speziellen Apps und Lesegeräten bedient wird, der Eigentümer.

Im Gegensatz zu den Schweden lieben die Deutschen und die Schweizer ihr Bargeld besonders, weshalb der Durchbruch der Digitalwährung hierzulande länger dauern könnte. Wie das „Handelsblatt“ berichtet, experimentiert aber auch die Europäische Zentralbank bereits mit der neuen Technologie – steht der Frage, ob virtuelle Währungen Bargeld komplett ablösen werden, allerdings skeptisch gegenüber. Anders sieht das John Cryan, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank. Seiner Ansicht nach wird Bargeld in den nächsten zehn Jahren verschwinden, weil es „fürchterlich teuer und ineffizient ist“.

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Laut einer Bundesbank-Studie von 2014 zahlen deutsche Verbraucher rund 80 Prozent aller Einkäufe in bar.